Thüringen: Einsamer Corona-Spitzenreiter – DAS droht dem Landkreis Greiz jetzt

Der Landkreis Greiz ist Spitzenreiter bei den relativen Corona-Neuinfektionen in Deutschland.
Der Landkreis Greiz ist Spitzenreiter bei den relativen Corona-Neuinfektionen in Deutschland.
Foto: Britta Pedersen/ dpa

Landkreis Greiz. Der Landkreis Greiz in Thüringen ist einsamer Corona-Spitzenreiter: Relativ gesehen gibt es hier nach RKI-Zahlen 85 Neuinfizierungen auf 100.000 Menschen. Damit sind knapp 480 Patienten positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Am Mittwoch verwies Ministerpräsident Bodo Ramelow darauf, dass in Thüringen mit Greiz, Sonneberg und Gotha drei von 15 Kreisen in Deutschland eine überdurchschnittliche Dynamik bezüglich Corona-Infektionen haben.

Thüringen: Landkreis Greiz überschreitet Obergrenze

Besonders Problematisch: Der Landkreis Greiz liegt deutlich über der am Mittwoch verabschiedeten Obergrenze von Bund und Ländern, die besagt, „dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit kumulativ mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten 7 Tage sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept unter Einbeziehung der zuständigen Landesbehörden umgesetzt wird.“

Doch was bedeutet das für den Kreis Greiz, in dem knapp 100.000 Menschen leben?

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Landkreise können „Notbremse“ ziehen

Steigen die Zahlen im Landkreis, können Lockerungen wieder aufgehoben und Schutzmaßnahmen angezogen werden. Dann könnte eine „Notbremse“ gezogen werden, so Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch.

Wie jedoch soll die Notbremse konkret aussehen? Das war am Mittwochabend noch nicht klar. Bodo Ramelow kündigte allerdings an, dass die Entscheidungshoheit wieder in den Händen der Gesundheitsämter vor Ort liegen soll. Das Thüringer Gesundheitsministerium sei bei Fragen ein Kompetenzzentrums in Sachen Infektionsschutz.

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Auf Nachfrage der „teilte das Gesundheitsministerium mit, dass im Falle eines klar lokalisierten und eingrenzbaren Infektionsgeschehens, etwa in einer Einrichtung wie in Greiz, die neu zu erlassenden Beschränkungen auch nur die betreffende Einrichtung umfassen könnten.

Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass die Unterscheidung nach regionaler Infektionslage weitere Lockerungen ermöglicht – dort, wo das Virus weitestgehend unter Kontrolle sei. Denn: Wo die Zahlen nicht steigen und sogar sinken, können Menschen mit weiteren Freiheiten rechnen. (mb mit dpa)