Thüringen: 13-Jähriger vergewaltigt Frau – deshalb wird der Jugendliche nicht verurteilt

Mit einem Großaufgebot hatte die Polizei Thüringen nach dem Tatverdächtigen gefahndet. (Symbolbild)
Mit einem Großaufgebot hatte die Polizei Thüringen nach dem Tatverdächtigen gefahndet. (Symbolbild)
Foto: dpa

Auma. Der Fall hatte in ganz Thüringen und über die Landesgrenze hinaus für Entsetzen gesorgt. Ein gerade Mal 13-jähriger Junge soll im thüringischen Auma im Landkreis Greiz eine Frau (42) vergewaltigt haben. Doch ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wird es nicht geben.

Thüringen: 13-Jähriger vergewaltigt Frau

Vor einer Woche, am Donnerstag dem 30. April 2020, hatte die Polizei Thüringen im rund 3000-Seelen-Ort Auma-Weidtal mit einem Großaufgebot nach einem Sexualtäter gefahndet.

Der 13-jährige Tatverdächtige konnte schließlich ausfindig gemacht und in Gewahrsam genommen werden. Er hatte eine 42-jährige Frau laut Angaben der Polizei mit einem Messer bedroht und vergewaltigt.

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Laut eines MDR-Berichts lebte der 13-Jährige in einem Kinder- und Jugendheim. Seit Mittwoch sei er in einer geschlossenen Einrichtung außerhalb des Landkreises untergebracht. Ein Strafverfahren wird es nicht geben: Weil der mutmaßliche Täter erst 13 Jahre alt ist, gilt er nach Strafgesetzbuch (StGB) Paragraph 19 als strafunmündig.

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13-Jähriger strafunmündig – so geht es weiter

Wie geht es jetzt weiter? Laut Thüringer Justizministerium ist das Jugendamt nun für den 13-Jährigen zuständig. Er soll wohl in eine Einrichtung aufgenommen werden, die auf die sexualtherapeutische Betreuung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert ist, berichtet die Thüringer Allgemeine Zeitung.

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Bei Kindern unter 14 Jahren stünden präventive Maßnahmen statt Strafmaßnahmen im Vordergrund, so ein Sprecher des Justizministeriums. Ziel sei vorrangig, eine Wiederholungstat zu vermeiden. In schweren Fällen könnte eine Unterbringung in der Kinderpsychiatrie angeordnet werden – das muss jetzt das Jugendamt klären. (fno)