Thüringen: Nach Auftritt bei Anti-Corona-Demo – Kemmerich (FDP) geht drastischen Schritt „Schwerer Schaden“

Thomas Kemmerich ist FDP-Chef in Thüringen. (Archivfoto)
Thomas Kemmerich ist FDP-Chef in Thüringen. (Archivfoto)
Foto: imago images / Jacob Schröter

Am Wochenende wurde der FDP-Chef in Thüringen, Thomas Kemmerich bei einer Anti-Corona-Demo in Gera gesehen.

Dafür hagelte es nicht nur aus Thüringen Kritik. Jetzt zieht der Politiker daraus die Konsequenzen – und geht einen drastischen Schritt.

Thüringen: „schwerer Schaden“ durch Kemmerich

Nach dem umstrittenen Auftritt bei einer Anti-Corona-Demonstration lässt Thüringens FDP-Chef Thomas Kemmerich seine Funktion im Bundesvorstand der Liberalen vorerst ruhen. Das teilte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, am Mittwoch nach einer Sondersitzung des FDP-Bundesvorstandes mit. Daran habe auch Kemmerich teilgenommen.

Dieser habe der FDP „schweren Schaden“ zugefügt, sagte Buschmann. In der Sitzung des Bundesvorstands und auch am Tag zuvor der FDP-Bundestagsfraktion habe es erhebliche Kritik an Kemmerich gegeben.

Kemmerich räumt Fehler ein

Kemmerich hatte nach der Teilnahme an der Demo in Gera Fehler eingeräumt. „Meine Beteiligung an der Demonstration am vergangenen Samstag in Gera war ein Fehler, schon deshalb, weil es den politischen Gegnern meiner Partei jede Möglichkeit bot, die berechtigten Anliegen einer kritischen Prüfung der aktuellen Regierungspolitik in der Corona Krise zu denunzieren und zu diffamieren“, erklärte Kemmerich am Mittwoch. Sein Mandat im Bundesvorstand werde er bis Ende des Jahres ruhen lassen.

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Proteste gegen Corona-Maßnahmen

Auf der Demo in Gera hatten mehrere hundert Menschen gegen die Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus protestiert. Unter den Teilnehmern waren auch Rechtsradikale. Kritik erhielt Kemmerich auch dafür, dass er ohne Maskenschutz und Einhaltung der Abstandsregeln aufgetreten war.

Kemmerich war im Februar in die Schlagzeilen geraten, weil er auch mit Stimmen von AfD zum Thüringer Ministerpräsidenten gewählt wurde. Nach bundesweit heftigen Protesten trat er wenige Tage später zurück. (vh/mit dpa)