Corona-Hotspots Greiz und Sonneberg kämpfen gegen Infektionswelle – eine Sache ist dabei besonders schräg

In den beiden Corona-Hotspots Griez und Sonneberg (beide Thüringen) gingen am Mittwoch die Massentests weiter. (Archivbild)
In den beiden Corona-Hotspots Griez und Sonneberg (beide Thüringen) gingen am Mittwoch die Massentests weiter. (Archivbild)
Foto: Bodo Schackow/dpa
  • Die Kreise Greiz und Sonneberg reißen weiter die kritische Marke an Corona-Neuinfektionen.
  • Welche Konsequenzen das für die Bürger dort konkret hat, bleibt weiter unklar.
  • Abschließende Schutzkonzepte, wie vom Land gefordert, wurden der Öffentlichkeit noch nicht vorgestellt.

Greiz/Sonneberg/Erfurt. Es sind die beiden Corona-Hotspots in Thüringen – und auch bundesweit: Die Landkreise Greiz und Sonneberg kämpfen ganz besonders gegen das neuartige Coronavirus. Ordentlich Druck dabei macht ihnen das Gesundheitsministerium in Erfurt.

Greiz und Sonneberg mussten der Behörde bis zum Mittwoch entsprechende Corona-Schutzkonzepte vorlegen. Den Landratsämtern war etwa empfohlen worden, ihre Schutzvorkehrungen in den Bereichen Schulen und Kitas sowie in der Gastronomie zu hinterfragen.

Thüringen: Greiz und Sonneberg legen Corona-Konzepte vor

Wie man aus Erfurt hört, sind beide Landkreise dem nachgekommen. Sonneberg habe Vorschläge zu mehr Schutz in Gaststätten, Sport sowie Pflegeheimen und Kliniken vorgelegt; auch aus Greiz sei am Mittwochnachmittag ein Konzept eingegangen, das nun geprüft werde.

In beiden Landkreisen hatte die Corona-Infektionsrate zuletzt über der politisch gesetzten Marke von 50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche gelegen.

Greiz und Sonneberg überschreiten Corona-Marke

Und das ist weiterhin der Fall: Die Staatskanzlei bezifferte die Quote am Mittwoch auf 55,0 im Kreis Greiz – und auf 58,7 im Kreis Sonneberg.

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Aus Greiz hieß es, der Krisenstab habe mit dem Landesverwaltungsamt Möglichkeiten erörtert, die Corona-Pandemie zu bewältigen. Allerdings werde in schärferen Restriktionen kein geeignetes Mittel gesehen, die Infektionsschwerpunkte einzudämmen.

Vielmehr solle es künftig mehr Covid-19-Testungen geben. Zudem hatte Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) schon angekündigt, das Besuchsverbot in Pflegeheimen und Kliniken aufrechtzuerhalten.

In den beiden Corona-Hotspots gingen am Mittwoch die Massentests weiter. Im Kreis Greiz werden seit Dienstag erneut rund 800 Beschäftigte und Bewohner in Pflegeheimen und einer Klinik auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 untersucht, auf dem Gesundheitscampus in Sonneberg 600 Mitarbeiter von Krankenhaus, Arztpraxen, Seniorenheimen und eines Dialysezentrums.

Mehr Tests – mehr Neu-Infektionen erwartet

„Es liegen uns noch keine Laborergebnisse der ersten, am Montag genommenen Abstriche vor“, sagte der Sprecher des Sonneberger Landratsamtes, Michael Volk. Erwartet wird jedenfalls, dass mit den umfangreichen Tests auch die Zahl der registrierten Neu-Infektionen in diesen Regionen steigt.

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Das Kuriose an der derzeitigen Situation: Solange zwischen den Kreisen und dem Land Thüringen kein abschließendes Ergebnis über Schutzkonzepte erreicht ist, gelten laut Volk auch für die Menschen in Greiz und Sonneberg die schrittweisen Lockerungen der am Mittwoch in Kraft getretenen neuen Landesverordnung.

So sind schon seit Mittwoch Demonstrationen ohne Beschränkungen der Teilnehmerzahl möglich; am Freitag (15. Mai) sollen Restaurants, Kneipen, Gasthöfe, Hotels und Pensionen wieder Gäste bewirten können. Vom 1. Juni an können auch Freibäder und Badeseen öffnen, sowie Fitnessstudios den Betrieb wieder aufnehmen, ebenso wie andere Indoor-Sportangebote. >> Corona-Lockerungen in Thüringen: Das ist jetzt wieder erlaubt – und hier wird's teuer!

Maßnahmen in enger Abstimmung mit Landesregierung

Das Land behält sich bisher allerdings vor, selbst einzugreifen, sollten die von den beiden Landratsämtern erarbeiteten Schutzkonzepte nicht ausreichen. „Unser Ziel ist es aber, einen gemeinsamen Weg mit den Landkreisen zu finden“, betonte Ministeriumssprecherin Silke Fließ.

Am Donnerstag werde die entsprechende Arbeitsgruppe des Ministeriums erneut beraten und die vorliegenden Vorschläge bewerten. (dpa/ck)