Corona Thüringen: Darum können Gesundheitsämter Infektionsketten nicht nachvollziehen

Die Gesundheitsämter - vor allem in Thüringen - stehen vor einem Problem: Sie können die Infektionsketten nicht richtig nachvollziehen. Und das, weil es an Personal fehlt. (Symbolbild)
Die Gesundheitsämter - vor allem in Thüringen - stehen vor einem Problem: Sie können die Infektionsketten nicht richtig nachvollziehen. Und das, weil es an Personal fehlt. (Symbolbild)
Foto: Imago images/Hans Lucas

Es ist eigentlich das oberste Gebot in Zeiten der Corona-Pandemie: Infektionsketten nachvollziehen!

Doch eine gemeinsame Umfrage von NDR und WDR zeigt nun, dass viele Gesundheitsämter schlichtweg keine Kapazitäten haben, um eben jener Aufgabe nachzukommen.

Besonders bitter: Die Umfrage zeigt, dass vor allem die Gesundheitsämter in Thüringen überlastet sind. Und das, obwohl es zu den Bundesländern mit der geringsten Zahl von Corona-Infizierten zählt.

Corona Thüringen: Gesundheitsämter sind überlastet

Der NDR und WDR haben alle Gesundheitsämter in Deutschland zu der aktuellen Situation befragt.

Von den mehr als 380 Gesundheitsämtern haben demnach 178 schriftlich geantwortet und die Zahl der Mitarbeiter durchgegeben, die sich in denjeweiligen Kreisen und Städten um die Infektionsketten kümmern sollen.

Umfrage zeigt: Es fehlt vor allem an Mitarbeitern

Erschreckend ist, dass in 67 Prozent der Fällen nicht genügend Mitarbeiter da sind, um die Infektionsketten genau zu verfolgen.

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Und das, obwohl Bund und Länder Ende März einen Beschluss verfasst haben, in dem genau geregelt ist, wie viele Mitarbeiter für diesen Bereich abgestellt werden müssen.

Das regelt der Beschluss:

  • Jeder Landkreis muss pro 20.000 Einwohner ein Team aus fünf Mitarbeiternbilden, das sich um Kontaktpersonen der Kategorie 1 kümmern soll
  • Zu der Kategorie gehören Personen, die mindestens 15 Minuten lang direkten Gesichtskontakt zu einem Corona-Infizierten hatten – diese Personen sollen vom Gesundheitsamt kontaktiert und in häusliche Quarantäne geschickt werden

RKI: Kapazitäten für mehr als eine Million Tests pro Woche

Laut NDR und WDR können tatsächlich nur 21 Landkreise alle Kontaktpersonen der Kategorie 1 auf das Corona-Virus testen. Allein elf dieser Landkreise liegen in Baden-Württermberg.

Der Grund: Die Landesregierung finanziert die Tests. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) gebe es allerdings grundsätzlich genügend Test-Kapazitäten für die Kontaktpersonen der Kategorie 1.

Es gebe Kapazitäten für mehr als eine Million Tests pro Woche. Das Gesundheitsministerium rund um Jens Spahn will sich nun dafür einsetzen, dass alle Kontaktpersonen der Kategorie 1 zukünftig getestet werden können. (abr)