Brisante Corona-Entwicklung: Immer weniger Menschen in Thüringen wollen ...

Gefärhliche Corona-Entwicklung: Immer weniger Thüringer wollen sich impfen lassen. (Symbolbild)
Gefärhliche Corona-Entwicklung: Immer weniger Thüringer wollen sich impfen lassen. (Symbolbild)
Foto: imago images / ZUMA Wire

Erfurt. Das neuartige Coronavirus hat verdeutlicht, wie anfällig die weltweiten Gesundheitssysteme bei einer Pandemie sein können.

Ohne die Corona-Maßnahmen und die verantwortungsvolle Mitarbeit der Bevölkerung hätte die Corona-Krise in Deutschland wohl zu Beginn noch heftigere Auswirkungen haben können. Nach Wochen der Einschränkungen zeigt sich jetzt jedoch eine gefährliche Entwicklung.

Brisante Corona-Entwicklung: Bereitschaft in Thüringen sinkt

Unter Hochdruck arbeitet die Pharma-Industrie derzeit weltweit an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus. Noch vor einem Monat haben die Menschen in Thüringen auf den Durchbruch hingefiebert.

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Doch wie eine aktuelle Studie der Universität Erfurt zeigt, hat sich die Euphorie deutlich gelegt. Wären Mitte April noch vier von fünf Thüringern bereit gewesen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, sind es jetzt nur noch drei von fünf.

Maßgeblich für diese Rückentwicklung sei das Vertrauen in die Impfung selbst und die Behörden, stellen die Forscher fest.

Krankenkasse schlägt Alarm

Die Landeschefin der Krankenkasse Barmer, Birgit Dziuk, schlägt Alarm: „Momentan erleben wir auf schmerzhafte Weise, wie eine Welt ohne Schutzimpfung aussieht. Impfen ist eine der wirksamsten Präventionsmaßnahmen, welche die Medizin kennt. Ich hoffe, dass sich diese Erkenntnis durchsetzt und dass künftig deutlich mehr Menschen die empfohlenen Schutzimpfungen durchführen lassen“, so Dziuk.

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Ein weiteres Ergebnis der Erhebung: Zahlreiche geplante Impfungen fallen derzeit aus. Und das bereitet der Barmer-Landeschefin noch mehr Sorgen.

„Zu diesem Schutz können wir alle beitragen“

Denn aus ihrer Sicht drücken Impfungen „gelebte Solidarität“ mit seinen Mitmenschen aus. Wer sich durch eine Impfung schütze, könne andere vor Ansteckung schützen: „Ältere Menschen werden auch in Zukunft zur Risikogruppe zählen, die es zu schützen gilt. Sowohl vor Coronaviren als auch vor Erregern, die den Verlauf einer COVID-19-Infektion verschlimmern können. Zu diesem Schutz können wir alle beitragen“, sagt Birgit Dziuk.

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Eine Impfung gegen Pneumokokken etwa könne eine Corona-Infektion zwar nicht verhindern. Aber: „Sie verhindert aber, dass diese Bakterien eine schwere Lungenentzündung verursachen können, die im schlimmsten Fall tödlich endet“, so die Barmer-Landeschefin.

Corona-Impfung und wilde Verschwörungstheorien

Um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs ranken sich derzeit die wildesten Verschwörungstheorien. Manche Impf-Gegner behaupten etwa, dass den Menschen mit einer Dosis Mikrochips gespritzt werden. Wissenschaftler haben das unlängst als Unsinn entlarvt.

Auch die Behauptung, dass eine mögliche Corona-Impfung sinnlos sei, weil sich das neuartige Virus ständig verändere, ist nach bisherigem Wissensstand falsch, erklärte Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts im ZDF-Interview. (ak)