Thüringen: Land will Flüchtlinge aufnehmen – Kabinett diskutiert über DIESE Zahl

Thüringen will Flüchtlinge aufnehmen. Migrationsminister Adams nennt jetzt eine Zahl. (Symbolbild)
Thüringen will Flüchtlinge aufnehmen. Migrationsminister Adams nennt jetzt eine Zahl. (Symbolbild)
Foto: dpa

Seit einigen Wochen wird bereits in Thüringen diskutiert, ob und wie der Freistaat den geflüchteten Menschen helfen kann, die derzeit in Griechenland festsitzen. Jetzt soll eine Entscheidung fallen.

Thüringen: 1000 Flüchtlinge sollen aufgenommen werden

Nach kontroverser Debatte in der rot-rot-grünen Koalition schlägt Migrationsminister Dirk Adams (Grüne) jetzt vor, bis zu 1000 Menschen aus Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln in Thüringen aufzunehmen.

Sie sollen im Zeitraum bis Ende 2022 kommen und nach der üblichen Identitätsfestellung und Sicherheitsüberprüfung eine Aufenthaltsgenehmigung für zwei Jahre im Freistaat erhalten. „Ich wünsche mir, dass dazu am Dienstag eine Entscheidung im Kabinett kommt.“

Darüber, wie viele Flüchtlinge Thüringen aufnehmen könnte, wurde heftig diskutiert: Erst war von bis zu 250 unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen die Rede, dann von 500 Flüchtlingen jeden Alters und zuletzt von 2000 Flüchtlingen.

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Wenn eine Zahl feststehe, werde er auch das Gespräch mit den Kreisen und kreisfreien Städten in Thüringen suchen, kündigte Adams an. Landesweit gebe es 19.000 Aufnahmeplätze für Flüchtlinge, von denen derzeit 11.000 belegt seien.

Adams: „Nur gemeinsam mit Bund und Kommunen“

Die Aufnahme von 1000 Flüchtlingen würde sich über zweieinhalb Jahre verteilen, so Adams. Darunter könnten 100 unbegleitete Minderjährige sein. Die Kosten dafür lägen geschätzt bei fünf bis zehn Millionen Euro pro Jahr.

Adams sagte aber auch: „Wir werden das nur mit dem Bund gemeinsam machen, nicht gegen den Bund und nur in enger Kommunikation mit den Kommunen.“ Erforderlich sei eine Zustimmung der Bundesregierung, die auch bessere Möglichkeiten als Thüringen habe, die Aufnahme von Flüchtlingen zu organisieren. „Ich setze darauf, dass der Bund in den Dialog einsteigt.“ (fno/dpa)