Coronavirus Thüringen: Mediziner sieht Lockerungen als dramatisch an – „katastrophal!“

Coronavirus in Thüringen: Bodo Ramelow will die Schutzmaßnahmen beenden und erntet dafür harsche Kritik. (Symbolbild)
Coronavirus in Thüringen: Bodo Ramelow will die Schutzmaßnahmen beenden und erntet dafür harsche Kritik. (Symbolbild)
Foto: imago

Paukenschlag in Thüringen am Wochenende: Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will die Coronavirus-Maßnahmen im Freistaat beenden.

Er hatte angekündigt, ab dem 6. Juni auf allgemeine, landesweit gültige Coronavirus-Schutzvorschriften in Thüringen zu verzichten. Für diese Maßnahme sprach der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach nun eine drastische Warnung aus.

Corona in Thüringen: Ramelows Ansage erntet harsche Kritik

„Bodo Ramelow sollte seine Entscheidung überdenken und zurücknehmen. Er hinterlässt damit den Eindruck, als knicke er als Ministerpräsident vor Aluhüten und rechtsradikalen Schreihälsen ein und setzt wichtige Erfolge, um die wir international beneidet werden, fahrlässig aufs Spiel“, sagte der Politiker der „Rheinischen Post“.

Dieses Vorgehen könnte demnach einen bundesweiten Wettlauf der Länder bei der Lockerung der Corona-Regeln hervorrufen, „der aus medizinischer Sicht katastrophal wäre“.

Lauterbach hatte außerdem die Bundesregierung aufgefordert, ein Signal gegen die angekündigten Corona-Lockerungen in Thüringen zu setzen.

Lauterbach warnt vor Sorglosigkeit

Auch in der wiedereröffneten Gastronomie könne eine zu große Sorglosigkeit gefährlich werden. Es brauche nur noch wenige weitere Fälle wie im Landkreis Leer, damit aus dem derzeitigen Freiheitsgefühl der Menschen eine Grundskepsis gegenüber der Gastronomie entstehe.

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Deswegen seien strenge Vorsichtsmaßnahmen überall dort, wo Menschen zusammenkommen, weiterhin angebracht.

Kritik für Ramelow auch aus Bayern

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Ankündigung von weitreichenden allgemeinen Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Thüringen als „fatales Signal“ bezeichnet. Er bitte die Verantwortlichen in dem Nachbarland darum, die Absicht zu überdenken, sagte Söder am Montag am Rande eines Besuches in einem Kindergarten in Nürnberg.

„Wir in Bayern waren besonders betroffen dadurch, dass wir an einer Grenzsituation zu Österreich waren. Wir haben jetzt die aktuelle Situation, dass wir beispielsweise im Raum Coburg eben von Sonneberg betroffen sind“, sagte Söder mit Blick auf den thüringischen Nachbarlandkreis.

Er kündigte im Zweifel Gegenmaßnahmen an. „Wir werden uns da noch ein Konzept überlegen müssen, wie wir darauf reagieren“, sagte der Regierungschef aus München. „Ich möchte nicht, dass Bayern noch mal infiziert wird, durch eine unvorsichtige Politik, die in Thüringen gemacht wird.“ (vh)