Bodo Ramelow geht Thüringen-Weg in Corona-Krise – Berliner Senator deutlich: „Weil er sich...“

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

5G-Netze, Bill Gates, ein Laborunfall in Wuhan: Um den Ursprung von Covid-19 ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Für Experten ist das keine Überraschung. In Krisen geben sie einigen Menschen demnach zumindest ein Gefühl von Kontrolle zurück.

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Da hat er sich wohl vertan...

Das Vorpreschen von Ministerpräsident Bodo Ramelow in Sachen Corona-Lockerungen hat für heftige Kritik gesorgt. Mittlerweile ist klar: Ganz so locker wird es ab 6. Juni dann doch nicht. Viele Maßnahmen wie die Maskenpflicht sollen bleiben, versichert Bodo Ramelow.

Doch auch wenn sich der Thüringen-Weg von Bodo Ramelow nun nicht mehr als ganz so drastisch darstellt, erhitzt er noch immer die Gemüter. So auch das des Berliner Innensenators Andreas Geisel (SPD). Er vermutet: Hinter Ramelows Vorgehen stecke vor allem „politisches Kalkül“.

Bodo Ramelow: Berliner Senator unterstellt ihm „politisches Kalkül"

Geisel zur „Berliner Morgenpost“: „Mich regt so ein Vorstoß auf, weil wir alle wissen, dass die Bundesländer ihr Handeln untereinander abstimmen sollten.“ Hinter Ramelows Strategie stehe womöglich „politisches Kalkül“, sagte Geisel.

Und weiter: „Er versucht damit, den Verschwörungstheoretikern, den Rechtsextremisten und der AfD das Wasser abzugraben.“ Man könne so ein Kalkül gut finden. Doch in der aktuelle Lage sollte der Gesundheitsschutz den Vorrang haben.

„Als es losging mit dem Lockdown, wollte immer einer der Beste und der Erste sein, um besonders harte Maßnahmen zu verkünden“, sagte Geisel. „Weil er sich profilieren wollte. Und jetzt erleben wir das schon wieder. Nur diesmal in der umgekehrten Richtung. Das ist nicht gut.“

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Senator über Hygienedemos: „Der Punkt, den wir ernst nehmen müssen“

Geisel sagte, die Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen müsse man „ernst nehmen und sauber differenzieren“. Auch er sehe Videoaufnahmen von Menschen mit Aluhüten, die Theorien über Echsenwesen und ähnliches äußerten. „Dann rolle auch ich mit den Augen.“

Auf der einen Seite seien hier Extremisten und Populisten unterwegs. Die Proteste seien aber auch Zeichen von einem Mangel an Vertrauen in den Staat. „Das ist der Punkt, den wir ernst nehmen müssen.“

Ramelow hatte sich für eine neue Strategie ausgesprochen, wonach es keine vom Land zentral verordneten Corona-Beschränkungen mehr geben sollte, sondern nur lokale Regeln. Im Juni wolle er aus den Allgemeinverordnungen raus, hatte er bekräftigt.

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Thüringer Kabinett will am 9. Juni entscheiden

Voraussichtlich am 9. Juni will das Kabinett über weitere Lockerungen entscheiden. Geplant ist unter anderem die Aufweichung der derzeit bestehenden Kontaktbeschränkungen.

So könnte es in Thüringen weitergehen:

  • ein Entwurf siehe vor, dass die Maskenpflicht und der Mindestabstand bleiben sollen
  • Kontaktbeschränkungen hingegen sollen aufgehoben werden, hier soll es nur noch Empfehlungen seitens der Landesregierung geben

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Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Thüringen findest du HIER. (dpa/abr)