Gera: Streit um neue Straßenbahnen – heftiges Bild aufgetaucht: „Wir trauern...“

Im Stadtrat Gera wird noch immer über die Anschaffung neuer Straßenbahnen diskutiert. (Archivbild)
Im Stadtrat Gera wird noch immer über die Anschaffung neuer Straßenbahnen diskutiert. (Archivbild)
Foto: dpa/arifoto UG

Gera. Während sich die Fraktionen des Stadtrates Gera wohl noch intern über die Zukunft des Nahverkehrs verständigen, sehen so einige Bürger bereits die Felle davonschwimmen.

Seit Monaten steht dieselbe Frage im Raum: Neue Bahnen für die Geraer Verkehrsbetriebe oder doch die alten Bahnen weiter instandsetzen? Ein Hin und Her, ein Abwägen um Kosten und Finanzierungsmaßnahmen, Diskussionen um die Anzahl neuer Bahnen... bislang ist noch keine Entscheidung in Gera gefallen.

Gera: Bürger befürchten Tod des Nahverkehrs

Und das macht einigen Bürgern Sorge. Und zwar so sehr, dass sie befürchten, der Geraer Nahverkehr würde gänzlich sterben.

Eine Traueranzeige macht nun die Runde in Sozialen Netzwerken. Dort heißt es: „Wir trauern im unseren Geraer Nahverkehr!“. Und weiter: „Seit 1892 fährt unsere Straßenbahn verlässlich durch Gera. Doch damit ist leider bald Schluss!“.

Die Urheber der Anzeige kritisieren, dass verschiedene Fraktionen sich gegen die Anschaffung neuer Straßenbahnen aussprechen würden. Sie würden „die Zukunft der Geraer Verkehrsbetriebe zu Grabe“ tragen.

>>>>> Die Anzeige findest du HIER.

Stadtrat Gera uneinig über Neuanschaffung der Straßenbahnen

Eine Einladung zur Trauerfeier gibt es auf dieser Anzeige gleich mit. Sie soll am Donnerstag, 4. Juni, während der Sitzung des Geraer Stadtrats stattfinden. Die Urheber gehen davon aus, dass es zum Sterben des Nahverkehrs kommt, sollte sich der Rat nicht für zwölf neue Straßenbahnen aussprechen.

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Hintergrund ist, dass der Verkehrsbetrieb neue Straßenbahnen anschaffen will. Die derzeitigen Bahnen seien einfach zu alt. Gut 40 Jahre haben die Tatrabahnen auf dem Buckel. Und sie würden dem Verkehrsbetrieb einiges an Geld kosten. Nach Informationen des „MDR" würden allein für die Reparaturen an den Bahnen etwa 27 Millionen Euro fällig werden.

Fällt eine Entscheidung am Donnerstag?

Um die alten Bahnen zu ersetzen, bräuchten die Verkehrsbetriebe zwölf neue Bahnen. Dafür müssten etwa 40 Millionen Euro ausgegeben werden. Die Hälfte des Betrags könnte allerdings durch Fördermittel des Landes Thüringen getragen werden. Sollte der Rat die Frist nicht verstreichen lassen.

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Der Stadtrat indes ist sich wohl uneins bei der Anzahl der Straßenbahnen und dem Anschaffungszeitpunkt. Ob am kommenden Donnerstag eine Entscheidung getroffen wird, ist nicht klar. (abr)