„In aller Freundschaft“: Interne Corona-Mail aufgetaucht – „Schauspieler über 60 bitte eliminieren“

Die Dreharbeiten von „In aller Freundschaft“ laufen wieder . Doch am Set ist nichts mehr so, wie es mal war... (Archivbild)
Die Dreharbeiten von „In aller Freundschaft“ laufen wieder . Doch am Set ist nichts mehr so, wie es mal war... (Archivbild)
Foto: dpa

Nach der Corona-Zwangspause wird an den Sets von „In aller Freundschaft“ und „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ wieder gedreht. Jetzt kommt eine interne Anweisung an die Autoren der beliebten MDR-Krankenhausserien raus, die es durchaus in sich hat. Veröffentlicht wurde sie von der „Welt“.

Demnach griff die Produktionsfirma Saxonia Media coronabedingt per Mail harsch in die Gestaltung und Besetzung der Serien „In aller Freundschaft“ und „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ ein. Es gehe jetzt darum, „auf privaten Körperkontakt zu verzichten, z.B. Küssen, Berührungen, Auffangen bei Ohnmacht.“

„In aller Freundschaft“: Produktionsfirma macht harsche Anweisungen

Mehr noch: „Schauspieler über 60 bitte sehr reduziert einsetzen bzw. eliminieren. Das betrifft vor allem Crosses und Epirollen“ – also Rollen, die sich überschneiden oder nur einmal vorkommen. Saxonia Media erklärt die Vorgaben mit der Corona-Ausnahmesituation.

Demnach stehe die Sicherheit der Mitarbeiter im Mittelpunkt. Man habe das Ganze auch mit dem MDR „kritisch diskutiert“.

+++ Riverboat (MDR): Ingo Lenßen mit krasser Ansage zu Corona-Maßnahme: "Grenzt an Freiheitsberaubung“ +++

Danach sei die 60-Jahre-Altersgrenze wieder gekappt worden. „Wir bekennen uns zu Diversität“, so die Produktionsfirma.

Bundesverband Schauspiel: Mögliche Altersdiskriminierung

Laut „Welt“ prüft der Bundesverband Schauspiel generell Hinweise auf eine mögliche Diskriminierung. „Sollten ältere Schauspieler systematisch nicht besetzt werden, könnte das auf eine Altersdiskriminierung hinauslaufen“, hieß es.

-------------

Mehr News aus Thüringen:

-------------

Dem MDR zufolge haben nur die Autoren von „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ die umstrittene Mail bekommen.

+++ „Tatort“ (ARD) Weimar: Zuschauer entdeckt erstaunliche Parallele – DAS steckt dahinter +++

So habe Schauspieler Thomas Rühmann als Klinikleiter bei „In aller Freundschaft“ zuletzt seinen 65. Geburtstag gefeiert. Der 85-jährige Schauspieler Rolf Becker drehe von zu Hause aus weiter – per Videoschalte. (ck)