Thüringen geht eigenen Weg aus der Corona-Krise – Bayern mit heftiger Kritik! „Unverantwortlich, dass..."

Bodo Ramelows Corona-Weg für Thüringen sorgt in Bayern für heftige Kritik.
Bodo Ramelows Corona-Weg für Thüringen sorgt in Bayern für heftige Kritik.
Foto: imago images/Jacob Schröter

Die Nachricht aus Thüringen kam mit einem Knall: Der Freistaat will die Kontaktbeschränkungen weitgehend aufheben. Und das, obwohl die Corona-Pandemie noch nicht überstanden ist.

Thüringen weiß die Entscheidung zu rechtfertigen. Und das scheint an mancher Stelle auch notwendig. Denn immer wieder stößt der Thüringen-Weg bei anderen auf Kritik. So auch in Bayern. Die Staatsregierung hält das Vorpreschen des Freistaats schlichtweg für „unverantwortlich".

Thüringen-Weg sorgt für heftige Kritik in Bayern

So betont Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml: „Es ist unverantwortlich, dass Thüringens Regierung an ihrem umstrittenen Kurs beim Umgang mit der Corona-Pandemie festhält.“ Denn sie ist der Überzeugung, dass Deutschland noch nicht über dem Berg ist. Auch, wenn die Infektionszahlen zurückgehen. Das würden vor allem erhöhte Infektionszahlen genau an der Grenze zu Thüringen und auch in Thüringen selbst zeigen. So zum Beispiel im Landkreis Sonneberg.

Die Zusammenarbeit mit den Thüringer Nachbarlandkreisen sei sehr gut, heißt es aus der fränkischen Grenzregion. „Wir ziehen bei der Eindämmung des Coronavirus alle an einem Strang“, betonte der Coburger Landrat Sebastian Straubel. Man tausche sich regelmäßig über Infektionsherde und die zu treffenden Maßnahmen aus.

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Vor allem die Aufhebung der Kontaktbeschränkungen wird kritisiert

„Zudem wollen wir einheitliche und vorsichtshalber lieber strengere Regelungen als unterschiedliche“, sagte der CSU-Politiker. „So soll beispielsweise auch in Sonneberg das Tragen von Mund- und Nasenschutz nicht nur im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen weiter aufrecht erhalten werden, sondern – wie in Bayern – auch weiterhin in den Gastronomiebetrieben.“

Beim Einkaufen tendiere die Bevölkerung sowieso eher in Richtung Bamberg, Coburg oder Schweinfurt, teilte das Landratsamt Haßberge mit. Dennoch sehe Landrat Wilhelm Schneider (CSU) die Aufhebung der Kontaktbeschränkungen im Nachbarland kritisch.

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Das gilt ab 13. Juni in Thüringen:

  • Die Kontaktbeschränkungen fallen weg, an ihre Stelle tritt eine Empfehlung an die Menschen, sich nicht mit mehr als zehn weiteren Menschen oder einem weiteren Haushalt zu treffen
  • Außerdem dürfen auch Einrichtungen wie Schwimm- und Freizeitbäder in geschlossenen Räumen sowie Thermen, Saunen und Kinos wieder öffnen

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Maskenpflicht bleibt in Thüringen weiterhin bestehen

„Ich hätte es für zielführender gehalten, wenn Thüringen genau umgekehrt vorgegangen wäre. Wenn die Kontaktbeschränkungen also generell gelten und nur in Regionen mit geringem Infektionsrisiko gelockert würden“, sagte Frank Rebhan, Oberbürgermeister in Neustadt bei Coburg.

Trotzdem würden auch in Thüringen viele Regelungen wie beispielsweise die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln weiter gelten, so der SPD-Politiker. Viele Berufspendler würden ohnehin noch von zuhause aus arbeiten und die Corona-Regelungen in den fränkischen Unternehmen gelten für alle Mitarbeiter - ob aus Bayern oder Thüringen.

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„Ganz wichtig ist nun, dass die erforderlichen Abstandsregelungen und Hygienekonzepte sowie die Maskenpflicht eingehalten werden“, forderte Gesundheitsministerin Huml. Umsicht und Vorsicht müssten weiter das Handeln bestimmen. Die erzielten Erfolge dürften nicht verspielt werden. (dpa/abr)