Unwetter-Bilanz aus Thüringen: Zwei Menschen sterben ++ Ortschaft säuft komplett ab ++ Polizei rettet Familie aus vollgelaufenem Auto ++

Land unter in Thüringen: Besonders heftig hat es den Mühlhauser Stadteil Felchta getroffen.
Land unter in Thüringen: Besonders heftig hat es den Mühlhauser Stadteil Felchta getroffen.
Foto: imago images/Bernd März

Thüringen. Das Unwetter erwischte Thüringen am Sonntag heftig: Zwei Menschen starben nach Unfällen auf regennassen Fahrbahnen. mehrere sind teils schwer verletzt worden. Bereits am Samstagabend zog der lange angekündigte Sturm über Thüringen. Das schöne Sommer-Wetter schlug plötzlich um, es wurde windig und in der Nacht zu Sonntag fielen die Temperaturen um über 10 Grad.

Das Unwetter verlief in weiten Teilen zwar schwächer als vorher befürchtet, an einigen Orten in Thüringen hat es trotzdem zu Chaos geführt. Erst in der Nacht zu Montag hob der Deutsche Wetterdienst zahlreiche Unwetter-Warnungen wieder auf.

Thüringen: Zahlreiche Unfälle auf den Autobahnen

„Am Sonntag krachte es auf Thüringer Autobahnen am laufenden Band“, schreibt die Autobahnpolizei Thüringen in einer Bilanz.

Auf regennasser Fahrbahn fuhren einige Autofahrer zu schnell und verloren die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Insgesamt 18 Unfälle zählte die Polizei von 8-24 Uhr auf der A9, A38 und vor allem der A4. Dabei wurden zehn Personen zum Teil schwer verletzt. Bei zwei Unfällen auf der A4 bei Gotha und A38 bei Burghausen kam zudem je ein Mensch ums Leben.

Auf der A4 verlor ein 34-Jähriger aus Ostthüringen sein Leben, er krachte in eine Baumgruppe abseits der Straße. Auf der A38 schleuderte ein Transporter aus Polen in die Leitplanke, der Fahrer (42) wurde aus dem Wagen geschleudert. Er erlag an der Unfallstelle seinen Verletztungen.

Die Autobahnpolizei appelliert „an alle Autofahrer, bei Regen den Fuß vom Gas zu nehmen und sich selbst und die Autotechnik nicht zu überschätzen.“

Verkehrschaos durch Starkregen

In Eisenach unter anderem hatte es besonders stark geregnet, sodass die Feuerwehr am Samstagabend noch einiges zu tun hatte. Mehrere Straßen wurden überflutet und Kanaldeckel durch das Wasser herausgedrückt.

Zwei Autofahrer hatten die Gefahr übersehen und waren in die entstandenen Löcher gefahren. Beide Fahrzeuge waren anschließend nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Die Einsatzkräfte konnten die Straßenschäden aber wieder beheben.

+++ Thüringen: Anwohner von lautem Knall aus dem Schlaf gerissen – Explosion in Bank-Filiale +++

Mühlhausen: Kälbchen durch Unwetter aufgeschreckt

Heftig traf es auch die Stadt Mühlhausen. Unter anderem liefen drei Kälbchen auf der Flucht vor dem Hochwasser durch die Innenstadt. Sie konnten in der Johannisstraße gestoppt werden, Feuerwehr und Tierrettung kümmerten sich um die Tiere.

Besonders schlimm erwischte es die Bundesstraße 247 zwischen Mühlhausen und Höngeda. Hier wurde die Straße mehrere Stunden lang gesperrt, weil sie komplett von Wasser und Schlamm überspült wurde.

Auch die Ortslage Felchta war so schlimm betroffen, dass die Ortsdurchfahrt nicht mehr befahren werden konnte.

Familie aus Auto gerettet

Ebenfalls in Mühlhausen musste die Polizei eine Familie aus ihrem eigenen Auto retten. Der Fahrer war in eine Bahnunterführung, welche unter Wasser stand, gefahren. Im Hochwasser blieb das Auto „stecken“.

Das Fahrzeug war bereits dabei, mit Wasser vollzulaufen, als die Polizei eintraf. Die Beamten reagierten zügig und befreiten Mutter und Tochter aus dem Fahrzeug. Der Fahrzeugführer hatte dieses bereits vorher verlassen, um Hilfe zu organisieren. Verletzt wurde dabei zum Glück niemand.

Landkreis Greiz am Nachmittag besonders betroffen

Das Gewitter erreichte am Nachmittag bereits als erstes die Region Greiz: etwa 25 Liter Regen pro Quadratmeter die Stunde kamen hier runter. Vereinzelt habe es auch kleinkörnigen Hagel gegeben.

---------------------

Mehr aus Thüringen:

---------------------

Kracher zogen am Wochenende über Thüringen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte sowohl für Samstag und Sonntag Unwetterwarnungen in Thüringen rausgegeben. Und wiederholt die Warnung am Sonntag nocheinmal für die Orte:

  • Erfurt
  • Jena
  • Weimar
  • Weimarer Land

Hier wird am Samstag und am Sonntag eindringlich vor schweren Gewittern und mehrstündigem Starkregen gewarnt!

Am Samstag waren auch Greiz und Gera stark betroffen.

+++ „Heute Show“ (ZDF): Sender zieht Bodo Ramelow durch den Kakao – „der heißt ja nicht umsonst so“ +++

Der DWD schreibt: In feuchtwarmer Luft entwickeln sich ab Samstagmittag bis in die Nacht zum Sonntag hinein zum Teil schwere Gewitter. Dabei komme es lokal zu heftigem Starkregen mit Mengen von 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde, örtlich gibt es auch Sturmböen bis 100 km/h und Hagel mit Korngrößen um 3 cm.

(fno, js, mb mit dpa)