Corona in Thüringen: Ende der Maskenpflicht? Gesundheitsministerin deutlich: „Ich persönlich finde...“

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner glaubt nicht, dass bis Ende des Jahres ein Ende der Maskenpflicht in Sicht ist. (Archivbild)
Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner glaubt nicht, dass bis Ende des Jahres ein Ende der Maskenpflicht in Sicht ist. (Archivbild)
Foto: imago images/Jacob Schröter

Thüringen. Die Corona-Pandemie hatte Thüringen wochenlang im Griff. Schulen, Kitas, Restaurants mussten schließen, das öffentliche Leben stand still. Thüringen war dann aber eines der ersten Bundesländer, das die Corona-Verordnung später deutlich gelockert hat.

Doch weiterhin stecken sich Menschen im Freistaat mit dem lebensbedrohlichen Coronavirus an. Die Neuinfektionsraten sinken zwar, doch das Virus scheint erst dann besiegt, wenn ein Impfstoff entwickelt worden ist. Und das soll Experten zufolge erst im Jahr 2021 der Fall sein.

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Sonntag, 9. August

8.03 Uhr: Ende der Maskenpflicht? Gesundheitsministerin spricht Klartext

Einst sah Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) eine Maskenpflicht skeptisch, inzwischen hält die 51-Jährige sie aber auch auf längere Sicht für ein geeignetes Mittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie. „Ich persönlich finde die AHA-Regel, also Abstand halten, Hygienekonzepte und die Alltagsmaske - und das alles verbunden mit Kontaktnachverfolgung, für einen guten Weg, das Geschehen im Zaum zu halten“, sagte Werner der Deutschen Presse-Agentur. Man wisse derzeit noch nicht, wie lange es noch dauere, bis es einen Impfstoff gebe.

In Thüringen sind Mund-Nasen-Bedeckungen zum Beispiel in Bussen, Zügen und Straßenbahnen Pflicht. Auch in Geschäften müssen die Menschen eine Alltagsmaske tragen, oder Mund und Nase mit einem Schal bedecken.

Werner schließt nicht aus, dass die Thüringer auch noch in der Vorweihnachtszeit mit Maske in den Geschäften ihre Geschenke einkaufen werden. „Zumindest sagen uns die Wissenschaftler, dass ab Herbst das Infektionsrisiko steigt“, sagte Werner. Im Herbst und im Winter hielten sich die Menschen öfter in geschlossenen Räumen auf und lüfteten weniger. „Deswegen wird das Risiko eher steigen. Und dann ist die Alltagsmaske ein sehr einfache Mittel, das auch viel helfen kann“, sagte Werner.

Samstag, 8. August

12.40 Uhr: Thüringen rüstet auf

Im Zuge der Corona-Pandemie hat sich Thüringen einen Sechs-Wochen-Vorrat an Infektionsschutzgütern im Wert von rund 12,4 Millionen Euro zugelegt. Die Materialien sind in mehreren Lagern im Freistaat untergebracht, wie das Thüringer Gesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte.

Zu den Beständen zählen unter anderem rund 6,3 Millionen Masken verschiedener Schutzstufen, fast eine Million Stück Schutzbekleidung wie Schuhe, Kittel, Handschuhe sowie rund 50 000 Liter Desinfektionsmittel.

Mit den Lagerbeständen soll den Angaben zufolge genug Schutzmaterial für etwa sechs Wochen vorhanden sein.

8.10 Uhr: Viele Studierende trifft die Corona-Krise hart

Bei der Friedrich-Schiller-Universität Jena sind bislang mehr als 165 000 Euro Spenden für Studentinnen und Studenten in Not zusammengekommen. Das Geld ist für einen Notfonds der größten Universität in Thüringen bestimmt und sei von Alumni, Freunden und Mitarbeitern der Universität gekommen, sagte die Sprecherin der FSU, Katja Bär. Die Spendenbereitschaft habe nachgelassen seit es die staatlichen Mittel und Kredite gebe. „Wir wissen jedoch, dass der Bedarf noch immer hoch ist und noch einige Studierende wirklich in Not sind.“

Auch andere Hochschulen haben eigene Hilfsprogramme für Studenten aufgelegt, die durch die Corona-Krise in Not geraten sind. Beim Studierendenwerk Thüringen haben inzwischen Tausende junge Menschen Unterstützung von Bund und Land beantragt.

Freitag, 7. August

16.45 Uhr: Corona-Tote in Eisenach

In Eisenach ist ein neuer Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet worden. Gestorben sei eine 88 Jahre alte Frau, bei der das Virus nachgewiesen wurde, teilt das Landratsamt des Wartburgkreises mit. Das Gesundheitsamt erfasst auch die Coronafälle in Eisenach mit.

In dieser Woche hatte bereits der Landkreis Schmalkalden-Meiningen einen neuen Corona-Todesfall gemeldet. Gestorben war ein 78-Jähriger aus dem Raum Meiningen, der aufgrund schwerer Vorerkrankungen im Krankenhaus behandelt worden war.

In der Corona-Statistik des Landes waren beide Fälle am Freitag nicht enthalten, hier sind weiter 182 Tote erfasst. Allerdings gibt es immer einen Zeitverzug auf dem Meldeweg zwischen den Behörden und dem Berliner Robert Koch-Institut.

Landesweit waren von Donnerstag auf Freitag zwölf neue Coronafälle hinzugekommen. 3.412 Thüringer haben sich somit seit Beginn der Pandemie mit dem Virus infiziert. 3.190 gelten als genesen.

15.32 Uhr: Thüringen fährt Teststationen für Reiserückkehrer wieder hoch

Wegen der von Samstag an geltenden Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten will die Kassenärztliche Vereinigung (KV) die Testkapazitäten in Thüringen wieder ausbauen.

Die im Frühjahr auf dem Höhepunkt der Pandemie eingerichteten und zwischenzeitlich kaum oder nicht mehr genutzten Stützpunkte würden in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern je nach Bedarf wieder hochgefahren, teilt die KV mit. Testtermine für die Rückkehrer in zentralen Abstrichstützpunkten, Gesundheitsämtern oder bei niedergelassenen Ärzten werden über die kostenlose Rufnummer 116 117 vermittelt.

Für Reiserückkehrer aus Gebieten mit besonders vielen Corona-Fällen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Testpflicht angeordnet, die am Samstag (8.8.) in Kraft tritt.

In Erfurt war eine zentrale Abstrichstelle für heimkehrende Urlauber bereits am Mittwoch wieder in Betrieb gegangen. In Thüringen hatte es in den vergangenen Tagen mehrere Fälle infizierter Reiserückkehrer gegeben - sie kamen etwa aus Spanien, Bulgarien und dem Kosovo.

Im Frühjahr waren landesweit rund 30 zentrale Anlaufstellen für Coronatests aufgebaut worden, teilweise in Zelten oder Containern auf Parkflächen oder öffentlichen Plätzen. Unter der bundesweiten Arztbereitschaftsnummer 116 117 wurden Tausende Anrufer an die Teststellen weitervermittelt.

11.48 Uhr. Zwei Neuinfektionen in Erfurt

Insgesamt sind 150 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Damit hat sich die Zahl seit gestern um zwei erhöht, berichtet die Stadt Erfurt. Aktuell sind somit zehn Menschen in der Landeshauptstadt an Corona erkrankt

10.37 Uhr: Erst der zweite Test ist positiv

Ebenfalls positiv auf das Corona-Virus getestet wurde nun die vierjährige Tochter einer erkrankten Frau im Orlatal. Bei der betroffenen Familie konnte die Infektionsquelle bisher nicht ermittelt werden. Die Familie befindet sich in häuslicher Quarantäne. Der erste Test bei dem Mädchen war negativ ausgefallen.

Nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts werden in vorgeschriebenen Fristen zweite Tests gemacht. So beispielsweise auch bei einer Reisegruppe aus dem Orlatal, die gemeinsam in Bulgarien war. Hier steht die zweite Testreihe noch aus, teilt der Fachdienst Gesundheit des Landratsamtes mit. Bisher wurde bei drei der acht Jugendlichen das Virus nachgewiesen.

Donnerstag, 6. August

09.59 Uhr: Auf immer mehr Baustellen in Erfurt wird gegen Abstands- und Hygieneregeln verstoßen, das kritisiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Viele Firmen nähmen die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus nicht ernst genug, so die Gewerkschaft.

Die Probleme reichten von fehlenden Desinfektionsmitteln bis zu Sammeltransporten im Firmenauto. Bauunternehmen dürften jedoch nicht am Arbeitsschutz ihrer Beschäftigten sparen, betont IG BAU-Bezirksvorsitzender Ralf Eckardt.

Mittwoch, 5. August

16.27 Uhr: In Erfurt hat die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen am Abend eine Abstrichsstelle für heimkehrende Urlauber eröffnet. Vier Reiserückkehrer hätten sich bereits angemeldet, so die Stadtverwaltung Erfurt.

Um größere Menschengruppen und Warteschlagen zu vermeiden, erfolgten die Tests ausschließlich nach vorheriger Terminvergabe. Sie seien für Reiserückkehrer kostenfrei.

Falls Thüringen noch festlege, dass Schüler- und Lehrer vor Schulbeginn zu testen seien, habe man mit dem Stützpunkt auch die Möglichkeiten dazu, erklärt Erfurts Bürgermeisterin Anke Hofmann-Domke. So könnten die niedergelassenen Ärzte entlastet und auch außerhalb von deren Sprechzeiten Tests durchgeführt werden.

In Thüringen hatte es in den vergangenen Tagen mehrere Fälle infizierter Reiserückkehrer gegeben, sie kamen etwa aus Spanien und dem Kosovo. Landesweit stieg die Zahl der Corona-Infizierten von Dienstag auf Mittwoch um fünf an.

Seit Pandemiebeginn im März haben sich nach Zahlen der Staatskanzlei 3.389 Thüringer mit dem Virus infiziert, die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronainfektion beziffert die Staatskanzlei seit längerer Zeit mit 182.

Bislang nicht darin enthalten ist ein am Dienstag bekannt gewordener Todesfall aus dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Dort war ein 78-Jähriger aus dem Raum Meiningen gestorben. Er sei aufgrund schwerer Vorerkrankungen im Krankenhaus behandelt worden, hatte das Landratsamt mitgeteilt.

16.20 Uhr: Flughafen Erfurt bereitet sich auf Corona-Tests vor

Am Flughafen Erfurt starten und landen wieder die Ferienflieger von und nach Rhodos, Kreta, Bulgarien und Mallorca. Bald sollen auch Ziele in der Türkei wieder angeflogen werden, sagt Pressesprecher Hans-Holm Bühl.

Bisher habe es unter den Passagieren keinen Corona-Fall gegeben. Der Flughafen führe aber derzeit Gespräche mit den Behörden, um Testkapazitäten am Flughafen Erfurt einzuführen.

15.05 Uhr: Weitere Corona-Infektionen in Bulgarien-Reisegruppe

Zwei weitere junge Leute aus einer achtköpfigen Reisegruppe aus dem Orlatal sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Die Gruppe war am Goldstrand in Bulgarien im Urlaub. Bereits vor Ort klagten einige über Beschwerden. Jetzt liegen die Ergebnisse aller Teilnehmer der Reise vor: drei von ihnen haben sich infiziert. Davon zwei Frauen und ein Mann.

Für die Bevölkerung der Region besteht und bestand jedoch keine Ansteckungsgefahr, betont das Gesundheitsamt, „da sich die ganze Reisegruppe unmittelbar nach der Rückkehr in Quarantäne begeben hat“. Eine zweite Testreihe für die Teilnehmer der Gruppe, entsprechend der Vorgaben des Robert-Koch-Instituts, sei in Planung.

Im Falle der Kindergärtnerin aus dem Orlatal, die an Covid-19 erkrankt ist, seien alle Kontaktpersonen der ersten Kategorie einmalig negativ getestet worden; eine weitere Testreihe soll Ende der Woche folgen.

Bei allen rund 40 Kindern der Kindertagesstätte im Kreis Saalfeld-Rudolstadt wurde das Virus bisher nicht nachgewiesen. Die Infektionsquelle der Kindergärtnerin, die beispielsweise nicht verreist war, bleibt unklar. Die Frau und die ermittelten Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Quarantäne.

8.02 Uhr: Ramelow mit eindeutiger Kritik an Söder

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) Schwächen in seiner derzeitigen Funktion als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz bei der Bekämpfung der Corona-Krise vorgehalten. „Er hat seine bayerische Rolle nicht verlassen und seine Rolle als der Ministerpräsident für alle Ministerpräsidenten nicht ausfüllen können“, sagte Ramelow der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwoch).

Söder habe für Bayern, das zehn Mal so viele Infektionen wie Thüringen habe, die richtigen Maßnahmen ergriffen. „Die sind aber nicht identisch mit den Notwendigkeiten anderer Bundesländer.“ Der CSU-Chef habe es nicht geschafft, „sich einen Moment hineinzudenken, in welcher Situation die anderen sind“.

Der Konflikt mit Armin Laschet um die Kanzlerkandidatur der Union spiele da eine Rolle. „Das schleicht sich die ganze Zeit durch die Corona-Krise.“ Laschet und andere CDU-Ministerpräsidenten hätten offene Auseinandersetzungen in der Runde mit Söder gescheut und ihre eigene Entscheidungen dann einfach nach den gemeinsamen Ministerpräsidentenkonferenzen mitgeteilt, sagte Ramelow.

Dienstag, 4. August

17.38 Uhr: Neues Corona-Todesopfer

Die Corona-Pandemie hat ein weiteres Todesopfer in Thüringen gefordert. Und die Zahl der Neuinfektionen ist wieder leicht gestiegen – mit einer ziemlich klar ersichtlichen Ursache.

Wie der Landkreis Schmalkalden-Meiningen am Dienstag mitteilte, starb ein 78-Jähriger aus dem Raum Meiningen. Er sei aufgrund schwerer Vorerkrankungen im Krankenhaus behandelt worden, hieß es. Damit sind in Thüringen bislang 183 Menschen mit Covid-19 gestorben.

Die Zahl der Corona-Fälle war zuletzt – auch aufgrund von Reiserückkehrern – wieder leicht gestiegen. Von Montag auf Dienstag gab es laut dem Bulletin der Staatskanzlei 14 Neuinfektionen im Freistaat. Damit wurden seit Beginn der Pandemie 3384 Infizierte verzeichnet.

13.35 Uhr: Urlauber kehren nach Thüringen zurück – jetzt müssen sie in Quarantäne

Im Ilm-Kreis sind neue Corona-Fälle aufgetreten. So sei ein Geschwisterpaar nach seiner Rückkehr aus dem Kosovo am Flughafen positiv getestet worden, teilte das Landratsamt in Arnstadt am Dienstag mit. Die beiden seien in häuslicher Quarantäne, es gebe keine weiteren Kontaktpersonen. Beim dritten Fall, handele es sich um eine Person die zwar im Ilm-Kreis gemeldet sei, aber in Nordrhein-Westfalen lebe und sich dort auch in Quarantäne befinde, hieß es.

Zuvor waren in Thüringen bereits bei Reiserückkehrern aus Bulgarien zwei Fälle nachgewiesen worden. Ein Urlauber stammt aus dem nördlichen Landkreis Greiz, eine andere Bulgarien-Urlauberin aus dem Saale-Orla-Kreis. Insgesamt 16 Kontaktpersonen wurden daraufhin in beiden Kreisen in Quarantäne genommen.

12.30 Uhr: Shoppen zu Corona-Zeiten – das fordert die CDU

Angesichts der Corona-Pandemie hat die CDU-Landtagsfraktion eine vereinfachte Regelung für die verkaufsoffenen Sonntage in Thüringen gefordert. Händler und Kommunen sollten in diesem Jahr auch abseits der im Gesetz geforderten Anlässe Termine für die vier möglichen sonntäglichen Ladenöffnungen festlegen können, verlangte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Martin Henkel, am Dienstag in Erfurt.

Das Thüringer Ladenöffnungsgesetz erlaubt an höchstens vier Sonn- und Feiertagen im Jahr, Geschäfte „aus besonderem Anlass“ zu öffnen. Weitere Einschränkungen gibt es etwa im Advent. Weil in diesem Jahr viele Stadtfeste und Großveranstaltungen abgesagt worden seien, könne es daher de facto keine verkaufsoffene Sonntag geben, sagte Henkel.

Die Händler in den Innenstädten und die Gastronomie seien aber dringend darauf angewiesen. Die Geschäfte seien teilweise monatelang geschlossen gewesen und klar gegenüber dem konkurrierenden Online-Handel als Gewinner der Pandemie-Zeit benachteiligt.

9.06 Uhr: Bienen-Stich als Corona-Mittel?

Eine Studie aus China sorgte unter Imkern für Aufruhr: Weil Bienen-Stiche angeblich vor Corona schützen sollen, würden Imker kein Corona bekommen. Jetzt äußert sich Professorin Jutta Hübner aus Jena beim MDR dazu. Demnach habe sie „massive Zweifel“ an der chinesischen Studie.

„Gibt's denn irgendeine Erklärung? Haben wir eine Hypothese, wie es funktioniert? Wir wissen, dass in Bienenprodukten Substanzen drin sind, die gegen Viren wirken können und gegen Bakterien. Aber die Frage ist natürlich, ob das jetzt vor Corona schützt? Und da würde ich die Behauptung 'kein Imker erkrankt' schon mal mit wirklich mehreren Fragezeichen versehen. Das klingt nicht nur zu schön, dafür gibt es keine gute Erklärung. Es gibt nie 100 Prozent in der Medizin.“

Deswegen haben die Forscher aus Jena „massive Zweifel an sehr vielen Studienergebnissen, die aus China kommen.“ Im Frühjahr 2020 hatte eine chinesische Studie behauptet, dass von 723 befragten Imkern kein einziger am Coronavirus erkrankt sei.

Montag, 3. August

22 Uhr: Neue Corona-Fälle in Thüringen – Reiserückkehrer aus Bulgarien

Wird Bulgarien zum neuen Corona-Hotspot? Zwei Thüringer sind von dort aus dem Urlaub zurückgekehrt und positiv getestet worden. Mehrere Menschen mussten in Quarantäne.

In Thüringen sind bei Reiserückkehrern aus Bulgarien bislang zwei neue Corona-Fälle nachgewiesen worden. So sei ein Bulgarien-Urlauber aus dem nördlichen Landkreis Greiz, der nach seiner Heimkehr Symptome aufwies, positiv getestet worden, teilte das Landratsamt mit. Damit gebe es im Kreis Greiz - einst ein Corona-Hotspot in Thüringen - nach mehr als einem Monat wieder eine Neuinfektion. Für sechs Kontaktpersonen sei häusliche Isolation angeordnet worden.

Auch bei einer Bulgarien-Urlauberin aus dem Saale-Orla-Kreis wurde das Virus nachgewiesen. Die Frau habe zu einer achtköpfigen jugendlichen Reisegruppe gehört, die am Goldstrand ihren Urlaub verbrachte, wie das Landratsamt in Schleiz mitteilte.

17.26 Uhr: Erzieherin und Heimbewohnerin positiv getestet

Aus einem Saalfelder Kindergarten und einem Meininger Pflegeheim sind zwei neue Corona-Fälle gemeldet worden. So sei bei einer Kita-Erzieherin das Coronavirus nachgewiesen worden. Die Frau stamme aus dem Saale-Orla-Kreis, teilte das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt am Montag mit. Für sieben Kinder und drei Erzieher der Kita, die direkten Kontakt hatten, sei Quarantäne angeordnet worden.

Insgesamt seien rund 48 Kinder sowie Erzieher getestet worden. Die Ergebnisse werden am Dienstag erwartet. Der Kindergarten sei mit Einschränkungen weiter geöffnet, hieß es.

In einem Pflegeheim der AWO in Meiningen sei eine zweite Bewohnerin positiv getestet worden. Die 83-Jährige sei aufgrund anderer Beschwerden ins Krankenhaus gekommen. Sieben Kontaktpersonen seien bereits in Quarantäne. Sie würden derzeit getestet. Bereits am 30. Juli war ein positiv auf das Coronavirus getesteter Bewohner der Einrichtung gemeldet worden.

Laut dem Corona-Bulletin der Landesregierung von Montag gab es innerhalb der vorhergegangenen 24 Stunden im Freistaat eine Neuinfektion. Damit wurden in Thüringen seit Beginn der Pandemie 3370 Infizierte verzeichnet. 3170 Menschen sind inzwischen wieder genesen. 182 mit dem Coronavirus infizierte Menschen starben.

10.36 Uhr: Ramelow gegen Nutzung von Gästedaten durch Polizei

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich gegen die Nutzung von Corona-Gästelisten, die in Restaurants und Cafés ausliegen, durch die Polizei ausgesprochen. „Diese Datenerhebung zum Besuch in einem Lokal, einer Gaststätte, einer Veranstaltung sind nur für eine Nachverfolgung bei Corona Infektionen angeordnet worden“, schrieb Ramelow am Sonntag auf Twitter. „Alles andere ist Missbrauch und kontraproduktiv. Die Bürger müssen sich auf Anordnungen verlassen können!“

In Bayern, Hamburg und Rheinland-Pfalz gab es solche Zugriffe bereits, in anderen Bundesländern sind solche Fälle bisher nicht bekannt oder gar nicht zulässig, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Angaben des Innenministeriums hat die Thüringer Polizei bei strafrechtlichen Ermittlungen bislang nicht auf Kontaktdaten von Corona-Gästelisten zugegriffen. Möglich sei ein solcher Zugriff ohnehin nur in begründeten Ausnahmefällen, äußerte eine Sprecherin auf Anfrage. Die Polizei müsste in einem solchen Fall frühzeitig die Staatsanwaltschaft einbinden.

Auch der Landesdatenschutzbeauftragte Lutz Hasse betonte die Verhältnismäßigkeit bei einem solchen Schritt. „Bei einem Bagatelldelikt wäre das unverhältnismäßig.“

6.13 Uhr: Touristen bleiben länger in Thüringen

Viele Touristen verbringen in diesem Jahr einen größeren Teil ihrer Ferien in Thüringen als das bei Gästen in der Vergangenheit der Fall war. Vor allem Vermieter von Ferienwohnungen und -häusern sowie Pensionen profitierten von der längeren Aufenthaltsdauer, sagte die Sprecherin der Thüringer Tourismusgesellschaft, Theresa Wolff, der Deutschen Presse-Agentur. „Weg von der Kurzreise von ein bis drei Tagen hin zur Urlaubsreise von sieben bis zehn Tagen“, so beschrieb sie den Trend.

Vor allem Wander- und Aktivurlaub seien beliebt. Grund dafür sei die Corona-Krise. Davon dass viele deutsche Urlauber in diesem Jahr in Deutschland Urlaub machten, profitiere der Freistaat.

Auch die Präsidentin des Thüringer Wanderverbandes, Christine Lieberknecht, sagte, bekannte Wanderwege wie etwa der Rennsteig seien in diesem Jahr stärker frequentiert als in der Vergangenheit. Zudem seien unter anderem auch im Grünen Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze mehr Wanderer unterwegs als zuletzt.

Sonntag, 2. August

8.13 Uhr: Diskussion im Testkosten für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Thüringens CDU-Fraktionschef Mario Voigt hat sich für kostenlose Corona-Tests bei Reisen in Risikogebiete ausgesprochen. „Wenn der Staat Risikogebiete festlegt, ist doch niemandem zu erklären, warum Thüringer Urlauber dann dafür bezahlen sollen. Das macht immerhin 250 bis 500 Euro Kosten für eine durchschnittliche Familie aus“, erklärte Voigt am Samstag in Erfurt. Er widersprach damit Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

Thüringens Regierungschef hatte dafür plädiert, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten selbst für die Testkosten aufkommen. „Da gilt das Verursacherprinzip“, sagte Ramelow am Freitag. Wer sich für ihn erkennbar in eine Region begebe, die als Corona-Risikogebiet eingestuft sei, könne nicht erwarten, dass die Allgemeinheit für seine Tests bezahle. Ramelow plädierte für eine bundeseinheitliche Regelung.

Voigt stellte sich hinter den Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der verpflichtende Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten will. Die Kosten solle der Staat tragen. Oft könnten Urlauber bei der Buchung nicht ahnen, dass ausgerechnet ihr Urlaubsziel Monate später ein Risikogebiet sei, begründete Voigt seine Haltung.

Nach Angaben von Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) kostet ein Coronatest zwischen etwa 70 und 120 Euro.

Samstag, 1. August

16.11 Uhr: Corona-Entwicklung in Thüringen

Nach Angaben der Landesregierung gibt es in Thüringen aktuell 3.368 bestätigte Corona-Infektionen. Das sind acht mehr als am Vortag. 3.160 Menschen gelten bereits als genesen, 182 Menschen sind verstorben.

8.30 Uhr: Chor-Szene im Ausnahmezustand

Die Chorszene in Thüringen steht aufgrund der Coronakrise unter massivem Druck. Nach Angaben des Thüringer Chorverbandes hat sich zwar keiner der rund 280 hier organisierten Chöre coronabedingt aufgelöst.

Doch fehle es an einheitlichen Rahmenbedingungen für Auftritte und Proben, sagte Vizepräsident Maximilian Lörzer der Deutschen Presse-Agentur. „Im Normalbetrieb ist niemand“, sagte der Landessingwart der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM), Mathias Gauer, auf Anfrage. Gesang im Chor gilt als Ansteckungsrisiko. Studien haben gezeigt, dass sich das Virus beim Singen verbreiten kann.

Obwohl das gemeinsame Proben unter Hygieneauflagen seit dem 1. Juni in Thüringen eigentlich wieder erlaubt ist, hätten einige Chöre das Proben noch nicht wieder aufgenommen - etwa, weil viele Mitglieder zur Risikogruppe gehören oder die räumlichen Möglichkeiten fehlten, sagte Maximilian Lörzer, Vizepräsident des Chorverbands Thüringen.

Auch die katholischen Chöre schränken sich ein: „In Gottesdiensten des Bistums Erfurt singen während der Coronazeit keine Kirchenchöre“, erklärt Sprecher Peter Weidemann. Proben seien faktisch kaum möglich, weil vielerorts die Räumlichkeiten fehlten. Aktuell übe nur der Kinder- und Jugendchor des Erfurter Doms in Einzelstimmen im Lichthof des Kreuzgangs.

Die Chöre der EKM seien teilweise ebenfalls auf getrennte Stimmproben zu unterschiedlichen Terminen unter der Woche umgestiegen, andere böten Online-Proben an oder übten in den Kirchengebäuden, so Gauer. Unter anderem ist für das gemeinsame Singen ein Mindestabstand vorgeschrieben, hinzu kommen zum Beispiel Belüftungsregeln. Dass der Chorgesang trotz der Vorgaben und Ausweichpläne am Ende noch gut klinge, sei unter diesen Voraussetzungen sehr schwierig, fürchten die Experten.

Weil seit März keine Auftritte absolviert wurden, sei auch die Zukunftsperspektive völlig unklar. „Das zehrt vielerorts an den Nerven, denn Chöre leben selbstredend auch davon, ihr Können einem Publikum zu präsentieren.“

Freitag, 31. Juli

21.35 Uhr: Nordhausen ist coronafrei

Der Landkreis Nordhausen ist aktuell coronafrei. Die zuletzt festgestellte Neuinfektion gilt inzwischen als genesen. Seitdem hat das Gesundheitsamt keine weiteren Covid-19-Fälle mehr registriert, teilt das Landratsamt mit.

Landrat Matthias Jendricke (SPD) wünscht sich, dass sich Urlaubsrückkehrer auch bei schwächeren Symptomen testen lassen: „Jeder Einzelne kann somit dazu beitragen, dass sich auch nach der Urlaubszeit wieder ein annähernd normaler Betrieb in Schulen und im Leben unseres Landkreises abzeichnet. “

16.55 Uhr: Bodo Ramelow richtet deutliche Worte an Reiserückkehrer

Wer in der Coronakrise in ein Risikogebiet reist, soll nach Ansicht von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) nach seiner Rückkehr selbst für die Coronatests zahlen. „Da gilt das Verursacherprinzip“, sagte Ramelow am Freitag in Erfurt. Wer sich für ihn erkennbar in eine Region begebe, die als Corona-Risikogebiet eingestuft sei, könne nicht erwarten, dass die Allgemeinheit für seine Tests bezahle.

Wer etwa nach Afrika reise, komme auch selbst für Schutzimpfungen auf. „An den Stellen, wo der Staat etwas will, muss der Staat bezahlen“, sagte Ramelow. Dort, wo jemand aus privatem Interesse handele, müsse dagegen auch privat bezahlt werden. Das müsse inzwischen auch in der Coronakrise gelten. „Da bin ich hartnäckig“, sagte er.

Gleichzeitig plädierte Ramelow erneut für eine Meldepflicht von Rückkehrern aus Risikogebieten. Sie sollten verpflichtet werden, sich beim zuständigen Gesundheitsamt registrieren zu lassen und sich dann für etwa sechs Tage in Quarantäne begeben. Anschließend könnten sie einen Coronatest machen – oder freiwillig weiter für insgesamt 14 Tage in Quarantäne bleiben. Bei negativem Testergebnis solle die Pflicht zur weiteren Quarantäne entfallen.

16 Uhr: So steht es um die Corona-Schutzausrüstung in Thüringen

Die Corona-Schutzausrüstung für medizinisches und pflegerisches Personal in Thüringen ist jetzt fast vollständig aufgebaut. Unter anderem lagert der Freistaat so viele zweilagige Schutzmasken und Schutzbrillen ein, dass der Bedarf für bis zu sechs Wochen komplett abgedeckt sei, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Link) am Freitag.

Nur der Vorrat an Schutzmasken der Kategorie FFP3 müsse noch aufgestockt werden, deren Bestellung sei bereits erfolgt. Bislang hat Thüringen rund 23 Millionen Euro in Schutzausrüstung investiert, bis zu 36 Millionen Euro standen für diesen Zweck im Landeshaushalt zur Verfügung.

8.38 Uhr: Massive Probleme bei Corona-Warn-App in Thüringen

Auch rund sechs Wochen nach Veröffentlichung der Corona-Warn-App kann diese noch immer nicht ohne Probleme genutzt werden. Laut MDR Thüringen fehlt einigen Gesundheitsämtern ein Formular. Die Ursache ist kurios. Angeblich kommen die Druckereien nicht hinterher, dieses Formular zu drucken. Dieses soll eigentlich ein positiv getesteter Patient erhalten. Der Patient scannt es mit seiner Corona-Warn-App ein und Kontaktpersonen erhalten umgehend eine Nachricht auf ihr Handy. Doch diese Theorie funktioniert in der Praxis nicht. Das Dokument fehlt vielen Gesundheitsämtern und Laboren.

Die Druck-Aufträge für die wichtigen Formulare seien ausgelöst, nur kommen die zuständigen Druckereien nicht hinterher. Man arbeite mit Hochdruck, hieß es von dort. Das Thüringer Gesundheitsministerium teilte auf Anfrage vom Sender dazu mit, dass aktuell keine Beschwerden der Gesundheitsämter zur Funktionsfähigkeit der App vorliegen. Das Ministerium will den Sachverhalt nun prüfen, hieß es.

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(dpa mit Thüringen24)