Corona in Thüringen: Weihnachtspostamt bekommt „zu Herzen gehende Briefe“ ++ Zahl der Neuinfektionen sinkt wieder

Darum schützt die AHA+L+C-Formel

Wie verbreitet sich das Coronavirus und was genau ist eigentlich die AHA+L+C-Formel? Antworten darauf gibt's im Video!

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Thüringen. Die Corona-Pandemie bestimmt auch in Thüringen weiterhin das öffentliche und auch das private Leben. Auch wenn die Zahlen im Frühjahr im bundesweiten Vergleich niedrig waren, hat die zweite Welle auch den Freistaat voll erwischt.

Ein „Teil-Lockdown“ gilt deswegen für ganz Deutschland – auch für Thüringen.

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Alles, was du zum Coronavirus wissen musst:

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Samstag, 5. Dezember

14.02 Uhr: Weihnachtspostamt erhält „zu Herzen gehende Briefe“

In das Weihnachtspostamt von Himmelsberg sind in diesem Jahr bisher mehr als 2.500 Briefe von Kindern aus aller Welt geflattert. „Aus Thüringen, ganz Deutschland, aber auch aus Russland und Japan kamen schon Briefe“, sagte der Bürgermeister des Sondershäuser Ortsteils Himmelsberg (Kyffhäuserkreis), Andreas Fritsch, der Deutschen Presse-Agentur. Fritsch ist Mitglied im dortigen Heimatverein, der das Weihnachtspostamt seit 25 Jahren regelmäßig öffnet.

Etwa 20 Ehrenamtliche kümmern sich um die inzwischen jährlich mehreren Tausend Briefe, die in der Weihnachtspostamt-Zentrale im Himmelsberger Backhaus ankommen. Die eigentliche Arbeit wurde in diesem Jahr aber verlegt, wie Fritsch sagte. Die dringend notwendige Sanierung des historischen Backhauses sei in den letzten Zügen, aber noch nicht abgeschlossen.

Deshalb fertigen die Helfer die Antworten an die Kinder derzeit im Dorfgemeinschaftshaus an und setzten dort auch den Weihnachtsmann-Stempel unter die Schreiben. Für Kinder aus dem Ausland gebe es inzwischen eine englische Antwortfassung.

Die Kinder wünschten sich in ihren Briefen durchaus Computerspiele und andere Spielsachen, sagte Fritsch. Aber viele wünschten sich auch, dass das Coronavirus verschwinde. „Es gibt Briefe, die wirklich ans Herz gehen“, so Fritsch. Manche Kinder berichteten dem Weihnachtsmann davon, dass Angehörige arbeitslos geworden, Verwandte oder Bekannte gestorben seien. „Sie schreiben auch von Problemen in der Schule, wenn der Unterricht ausfällt.“ Für Briefe mit schwerem Inhalt nehmen sich die Helfer Fritsch zufolge auch Zeit für eine ausführlicheren Brief.

Geöffnet ist das Weihnachtspostamt offiziell noch bis zum 22. Dezember. Briefe, die später ankommen, würden in der Regel trotzdem beantwortet - allerdings kämen die Schreiben dann selten noch vor dem 24. Dezember an, so Fritsch. 2019 erhielt das Weihnachtspostamt rund 7.000 Schreiben.

12.00 Uhr: Zahl der Neuinfektionen sinkt wieder auf unter 1.000

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus ist in Thüringen von Freitag auf Samstag wieder unter 1.000 gesunken. Innerhalb der letzten 24 Stunden hätten die Gesundheitsämter 652 neue Fälle gemeldet, teilte das Gesundheitsministerium mit. Am Freitag waren mit 1.035 erstmals mehr als 1.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert worden.

Die Zahl der an oder mit einer Covid-19-Erkrankung Verstorbenen stieg um neun auf nun 414. 88 Menschen wurden wegen ihrer Corona-Infektion auf Intensivstationen behandelt, 38 von ihnen sind so schwer erkrankt, dass die künstlich beatmet werden müssen.

Die Gesamtzahl der seit Ausbruch der Pandemie nachgewiesenen Infektionen stieg den Angaben zufolge auf 20.114. Als inzwischen wieder genesen gelten Schätzungen zufolge 13.920 Thüringer. Innerhalb der vergangenen sieben Tage wurden je 100.000 Einwohner 166,4 neue Infektionen gezählt.

11.31 Uhr: Wegen Corona: Polizei beendet Treffen in Gotha

Wegen Verstoßes gegen die Corona-Maßnahmen hat die Polizei hat in der Nacht zum Samstag in Gotha ein Treffen einer Gruppe von fünf jungen Leuten beendet. Dabei wurden zwei 18-Jährige vorübergehend in Gewahrsam genommen, teilte die Polizei mit. Die Gruppe hatte sich den Angaben zufolge zuerst auf dem Parkplatz eines Supermarktes versammelt. Dann sei die Gruppe von Zeugen gemeldet worden, weil sie dort Lärm verursachte. Einem Platzverweis kam die Gruppe zunächst nach.

Rund zwei Stunden später wurde die Polizei erneut über eine lärmende Gruppe informiert. Wie sich herausstellte, handelte es sich um dieselben jungen Leute. Die beiden 18-Jährigen kamen diesmal einem ausgesprochenen Platzverweis nicht nach, weshalb sie in Gewahrsam genommen wurden. Zudem erhielten alle fünf Beteiligten Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz.

8.09 Uhr: Wie rechtsetrem sind die „Ouerdenker“?

Thüringens Innenmnister Georg Maier (SPD) schätzt, dass rund ein Drittel aller Teilnehmer bei den Demos der selbsternannten „Querdenker“ rechtsextrem ist.

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, das merke man an Symbolen und Fahnen, die dabei auftauchten. Es seien auch Impfgegner und Verschwörungstheoretiker dabei, bei denen die Grauzone beginne.

Der Verfassungsschutz müsse die „Querdenken“-Bewegung überprüfen: „Man wird nicht jeden Einzelnen, sondern die Protagonisten unter die Lupe nehmen“, erklärte der SPD-Politiker. „Es ist offensichtlich, dass es persönliche Kontakte der Protagonisten zu Rechtsextremisten gibt. Das ist ein Hinweis auf Verfassungsfeindlichkeit, reicht aber noch nicht aus.“

Wenn genug Beweise vorlägen, dass „Querdenken“ eine verfassungsfeindliche Organisation sei, „dann sollte „Querdenken“ vom Verfassungsschutz beobachtet werden“, so Maier. „Hier geht es aber nicht um Schnelligkeit, sondern um Qualität. Denn natürlich können sich Organisationen dagegen auch zur Wehr setzen, und es ist immer schlecht, wenn man vor Gericht eine Niederlage kassiert.“

Rechtsextremisten suchten immer wieder Anschluss an andere gesellschaftliche Kreise – egal, ob über Rechtsrock, Jugendkultur, Kampfsport oder die Fußball-Fanszene, so Maier. Jetzt sehen sie nach aus sicht des Thüringer Innenministers die Chance, durch die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen in viel größere Schichten der Bevölkerung vorzudringen.

Freitag, 4. Dezember:

15.14 Uhr: Saale-Orla-Kreis will Maßnahmen verschärfen

Die Lage im Saale-Orla-Kreis spitzt sich zu. Wie ein Sprecher berichtet, klettert die Inzidenz nun auf über 300. „In der Region kann die medizinische Versorgung schon jetzt vielerorts nur mit großer Mühe aufrechterhalten werden, was sich weiter zu verschlimmern droht“, heißt es in einer Mittelung.

Der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Torsten Bossert, zeigt sich besorgt: „Die Situation ist einfach nur dramatisch. Mehrere Krankenhäuser in unserem Umfeld befinden sich im Notbetrieb oder stehen kurz davor und die Zahlen steigen immer weiter.“

Dabei dürften die 42 Neuinfektionen, die dem Gesundheitsamt innerhalb der letzten 24 Stunden bekannt wurden, nicht mehr als die Spitze des Eisbergs sein, heißt es in einer Mitteilung weiter. „In den Abstrichstellen am Krankenhaus in Schleiz und am Landratsamt fallen inzwischen mehr als 50 Prozent der Tests positiv aus. Es werden fast nur noch Personen getestet, die bereits Beschwerden haben. Wir müssen also davon ausgehen, dass es eine sehr hohe Dunkelziffer von Leuten gibt, die das Coronavirus herumtragen und es nicht einmal wissen“, erklärt der Mediziner.

Deshalb bereitet der Kreis nun eine neue Allgemeinverfügung mit strengeren Regeln übers Wochenende vor.

14.08 Uhr: Thüringen hat zweihöchsten Inzidenzwert

Thüringen ist nach Sachsen derzeit das Bundesland mit dem höchsten Sieben-Tages-Wert bei Neuinfektionen. In den vergangenen sieben Tagen infizierten sich nach Zahlen des Berliner Robert Koch-Instituts vom Freitag 3412 Menschen neu mit dem Sars-CoV2-Virus. Das entspricht knapp 160 Fällen je 100 000 Einwohner in diesem Zeitraum.

In Thüringen waren am Freitag erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 1000 Neuinfektionen mit dem Sars-CoV2-Virus an einem Tag gemeldet worden. Von Donnerstag zu Freitag wurden 1035 neue Fälle gezählt, wie das Gesundheitsministerium unter Berufung auf RKI-Zahlen mitteilte. Die Zahl der Gestorbenen, die mit dem Virus infiziert waren, erhöhte sich seit Donnerstag um elf auf jetzt 405.

Wegen des rasanten Anstiegs hat Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) kurzfristig den wissenschaftlichen Beirat, der die Landesregierung in der Corona-Pandemie berät, für den Nachmittag zu einer Videokonferenz eingeladen. Es gehe darum, die Entwicklung zu bewerten, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

13.10 Uhr: Mehr als 1000 Neu-Infektionen

In Thüringen sind erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 1000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet worden. Von Donnerstag zu Freitag wurden 1035 neue Fälle gezählt, wie das Gesundheitsministerium unter Berufung auf Zahlen des Berliner Robert-Koch-Instituts mitteilte.

11.51 Uhr: Die aktuellen Zahlen aus Jena

In Jena wurden 30 neu Infektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz für Jena liegt nun über 110. In der Stoyschule wurde für eine Klasse Quarantäne ausgesprochen, ebenfalls in der Trießnitzschule und im Berufsschulzentrum Göschwitz 3 Klassen.

Die Jenaer Statistik

  • Anzahl aktiver Fälle: 239
  • davon in den letzten 24 Stunden: 30
  • stationäre Fälle: 15
  • davon schwere Verläufe: 6
  • Infizierungen der letzten sieben Tage: 120
  • Sieben-Tage-Inzidenz für Jena: 110,7
  • Infizierte insgesamt seit dem 14.03.2020: 862
  • Gestorbene insgesamt: 9
  • Genesene insgesamt: 614
  • davon in den letzten 24 Stunden: 4
  • in Quarantäne (Stand 03.12.2020): 1710

11.02 Uhr: Zwei Corona-Tote in Erfurt

In Erfurt wurden insgesamt 1619 Personen positiv getestet. Damit ist die Zahl innerhalb der letzten 24 Stunden um 43 gestiegen. Zwei weitere Covid-19-Erkrankte sind verstorben. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 114,5.

34 Erfurter mit Corona-Infektion befinden sich in stationärer Behandlung. Die Zahl der als genesen Geltenden ist um 34 auf 938 gestiegen. 32 Personen sind verstorben. Damit gibt es in Erfurt aktuell 649 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus.

9.11 Uhr: Ohne Negativ-Test kein Unterricht in Hildburghausen

Im Landkreis Hildburghausen soll der erste großangelegte Corona-Test am Freitag abgeschlossen werden. Bis zu 9000 Kindergarten- und Schulkinder sowie Lehrer und Erzieher waren aufgerufen, sich testen zu lassen. „Das war die maximale Stärke, ich rechne damit, dass wir etwa ein Drittel erreichen“, sagte Landrat Thomas Müller (CDU). Mit Ergebnissen sei voraussichtlich erst am Montag zu rechnen. Am Donnerstag war der Wert weiter zurückgegangen und lag laut Gesundheitsministerium bei 409,8.

Müller bedauerte, dass sich nicht alle Bürgermeister und Kindertageseinrichtungen im Kreis dem Aufruf zu den freiwilligen Tests angeschlossen hatten. Auch Eltern hätten sich abgeneigt gezeigt. Dabei sollte auch herausgefunden werden, ob Schulen und Kitas eine erhöhte Corona-Dunkelziffer aufwiesen.

In einer Mitteilung der Landeselternvertretung (LEV) vom Donnerstagabend hieß es, unter den Eltern gebe es Unmut: „Immer wieder wurde die Freiwilligkeit des Tests betont – doch was Eltern nun erleben, scheint dem zu widersprechen“, hieß es. „Während die Schulen und Kitas am kommenden Montag wieder für negativ getestete Kinder öffnen sollen, müssen Kinder ohne Test eine weitere Woche zu Hause bleiben.“ Nicht getesteten Kindern habe eigentlich kein Nachteil entstehen sollen, wie es hieß. „Eine weitere Woche häusliches Lernen ist im Vergleich zum direkten Schulbesuch durchaus einer.“

Donnerstag, 3. Dezember:

19.43 Uhr: Landkreis verschärft Corona-Maßnahmen

Bewohner des Landkreises Schmalkalden-Meiningen müssen sich ab Freitag auf verschärfte Anti-Corona-Maßnahmen einstellen. Unter anderem muss dann in mehr Situationen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, etwa auf Wochenmärkten und allen öffentlichen Orten, an denen sich Menschen versammeln. Auch dürfen bestimmte Einrichtungen zur Freizeitgestaltung, etwa Vereinsheime und Jugendhäuser, nicht mehr genutzt werden.

„Zuletzt bewegte sich die Sieben-Tage-Inzidenz knapp unter der 200er-Marke. Ein weiterer Anstieg ist nicht unwahrscheinlich. Zudem beschränkt sich das Infektionsgeschehen nicht ausschließlich auf bestimmte Einrichtungen, sondern wird aktuell über das gesamte Landkreisgebiet verzeichnet“, sagte Landrätin Peggy Greiser (parteilos).

Am Donnerstag lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 196 Neuerkrankungen je 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Insgesamt gab es am Donnerstag laut Daten des Landkreises 253 aktive Infektionsfälle mit dem Sars-CoV-2-Virus.

19.11 Uhr: Ramelow für längeren Teil-Lockdown

Angesichts der unvermindert ernsten Corona-Situation trägt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) die von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Teil-Lockdowns bis zum 10. Januar mit. „Es war schon bei der jetzigen Verordnung klar, dass die Einschränkungen nicht am 20. Dezember enden werden“, sagt Ramelow.

„Die Infektionszahlen in Thüringen sind weiterhin viel zu hoch.“ Deshalb gebe es weiter keinen Grund für eine Entwarnung. Thüringen befinde sich „mitten im schärfsten Geschehen“, sagte Ramelow. „Vor zwei Monaten hätte ich das nicht für möglich gehalten.“

18.05 Uhr: Landkreistag vermutet „Maulkorb“ in Ministeriumserlass

Der Thüringische Landkreistag hat die Passage eines Erlasses des Gesundheitsministeriums zur Pressearbeit in der Corona-Pandemie kritisiert. Mit dem Erlass werde den Landräten ein „Maulkorb“ verpasst, hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten Mitteilung nach einer Sitzung des Präsidiums.

In der Passage heißt es: „Die Pressearbeit leisten die Landkreise und kreisfreien Städte bei rein örtlichen oder regional bedeutsamen Infektionsvorkommnissen, aber auch dann stets in Abstimmung mit der Landesebene.“ Für das Präsidium des kommunalen Spitzenverbandes ist das ein „unerträglicher Eingriff in die Landkreise vor Ort und die konstruktive Zusammenarbeit mit der Presse, die frei sein muss von staatlichen Vorgaben“.

Bürger und Medien hätten einen Anspruch auf zeitnahe und unmittelbare Informationen – „ohne staatliche Abstimmung oder gar Zensur“, hieß es. Das Präsidium des Landkreistages vermutet, dass Kritik an der Regierung unterdrückt werden solle.

Das Gesundheitsministerium in Erfurt zeigte sich über die Interpretation des Landkreistages verwundert. „Die Abstimmung zur Pressearbeit mit den Landkreisen funktioniert seit Beginn der Pandemie im März sehr gut. Als Pressestellen sprechen wir uns bei Bedarf zu fachlichen Fragen untereinander ab, politische Bewertungen bleiben außen vor“, schrieb die Pressestelle des Ministeriums im Kurznachrichtendienst Twitter.

16.13 Uhr: Saale-Orla-Kreis schlägt Alarm

Der Saale-Orla-Kreis schlägt Alarm. Allein in den letzten 24 Stunden habe es dort 80 bestätigte neue Fälle gegeben. Der Kreis habe damit eine Inzidenz von 194,2 und liege damit knapp unter dem Risikowert von 200.

„Wir beobachten mehrere schlimme Ausbruchsgeschehen, die uns zunehmend entgleiten. Ob 20 Fälle mehr oder weniger spielt keine Rolle. Wir sind ein Brennpunkt“, wird Amtsarzt Dr. Torsten Bossert in einer Pressemeldung des Kreises zitiert.

Große Probleme würden vor allem Ausbrüche in Gemeinschaftseinrichtungen bereiten, die sich durch deren nahezu flächendeckendes Auftreten kaum noch bändigen ließen. „Positivbefunde bei Beschäftigten und Quarantänemaßnahmen führen teilweise zu erheblichem Personalmangel. Mindestens drei Heime im Landkreis sind von der Schließung bedroht“, verdeutlicht Dr. Torsten Bossert den Ernst der Lage.

Besonders betroffen seien Behinderteneinrichtungen in Gefell und Stelzen. Mehr als 30 Neuinfektionen habe es allein dort gegeben.

Der Saale-Orla-Kreis hat erneut Hilfe von der Bundeswehr angefordert. Auch eine Verschärfung der Corona-Regeln über die Vorgaben des Landes Thüringen hinaus stünden im Raum.

9.57 Uhr: Querdenker könnten Verdachtsfall werden

Nach Aussage von Stephan Kramer, dem Präsidenten des Amtes für Verfassungsschutz in Thüringen, liegen inzwischen „hinreichende Anhaltspunkte dafür vor, dass die bundesweite “Querdenken„-Bewegung als Verdachtsfall eingestuft werden könnte. Die Einstufung als Verdachtsfall ermöglicht es dem Verfassungsschutz, nachrichtendienstliche Mittel bei der Beobachtung und Informationsgewinnung einzusetzen. Eine abschließende Bewertung soll im Verbund mit den anderen Landesämtern in Kürze erfolgen.

Nach Aussage von Kramer seien zunehmende Radikalisierungstendenzen bei Organisatoren der Querdenken-Demonstrationen zu beobachten. Dazu gehöre auch ein Treffen zwischen Angehörigen der sogenannten „Reichsbürgerszene“ und führenden Organisatoren der Querdenken-Bewegung. Nach Einschätzung von Kramer habe es sich dabei um ein Vernetzungstreffen gehandelt, an dem über 100 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet teilgenommen hätten.

Laut Kramer beobachten die Verfassungsschutzämter inzwischen bundesweit, dass „Rechtsextremisten, Reichsbürger, Impfgegner und Verschwörungsphantasten“ in der Querdenken-Bewegung „das Regiment übernehmen“ würden. Kramer spricht von einem „Schulterschluss“ zwischen Querdenkern, Corona-Leugnern und Reichsbürgern.

Mittwoch, 2. Dezember:

21.51 Uhr: „Spaziergang“ zieht nicht mehr

Auch heute Abend hatten sich ein paar wenige Personen in Hildburghausen getroffen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. Etwa 25 Personen liefen in kleineren Gruppen durch den Stadtpark. Die Polizei war mit zahlreichen Beamten vor Ort, musste aber nicht eingreifen.

Abseits kam es zu teils aggressiven verbalen Äußerungen einiger Teilnehmer, die sich durch die Presse gestört fühlte. Zu besonderen Vorkommnissen kam es nicht.

18.46 Uhr: Acht Corona-Tote in Hildburghausen

Im Corona-Hotspot Hildburghausen hat sich die Zahl der Corona-Toten fast verdoppelt – an nur einem Tag! Das Robert-Koch-Institut und der Landkreis melden acht weitere Todesfälle. Damit gibt es jetzt 19 Menschen, die im Landkreis Hildburghausen nach einer Covid-19-Infektion verstorben sind (Stand 2. Dezember, 0 Uhr).

Zu Alter, Geschlecht und Wohnort der Verstorbenen machen die Behörden in Hildburghausen keine Angaben.

Der Südthüringer Kreis an der Landesgrenze zu Bayern war tagelang die Region in Deutschland mit der höchsten Inzidenz mit bis zu 630 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Am Mittwoch ging der Wert weiter zurück und lag laut Gesundheitsministerium bei rund 459 – nach 519 am Vortag.

17.32 Uhr: Ein weiterer Todesfall in Weimar

In Weimar ist ein weiterer Todesfall in Zusammenhang mit einer Covid-19 Infektion zu beklagen. Die Person ist in einem Weimarer Pflegeheim verstorben, teilt die Stadt mit.

Seit gestern Nachmittag hat das Weimarer Gesundheitsamt zudem fünf neue Corona-Infektionen registriert. Ein Mal ist die Infektion auf das familiäre Umfeld zurückzuführen, in vier Fällen ist der Infektionsweg bisher unbekannt.

Die aktuellen Weimarer Zahlen (Stand 16 Uhr):

Zahl der seit Beginn der Pandemie positiv Getesteten: 464 (Veränderung zum Vortag: +5)

  • Zahl der Genesenen: 405 (0)
  • Zahl der aktuell Infizierten: 57 (+4)
  • Zahl der stationär in Kliniken Behandelten: 0 (0)
  • Zahl der Verstorbenen: 2 (+1)
  • Personen in Quarantäne: 300 (+24)
  • 7-Tage-Inzidenz: 46,09/100.000 Einwohner (Vortag: 52,24)

17.02 Uhr: Publikumsränge in Thüringer Theatern bleiben bis Ende Januar leer

Trübe Aussichten für Theater- und Konzertgänger in Thüringen: Orchester- und Theaterhäuser dürfen nicht damit rechnen, vor dem 31. Januar kommenden Jahres ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen zu können. Das teilte die Staatskanzlei in Erfurt am Mittwoch mit. Grund sei die Entwicklung in der Corona-Pandemie. Mit Beginn des neuen Jahres solle die Lage erneut beurteilt werden.

Für die Planungssicherheit der Häuser sei es ihm wichtig gewesen, „einen festen Zeitpunkt zu nennen, statt eine Hängepartie nach dem Prinzip Hoffnung vorzusehen“, sagte Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff. Der Linken-Politiker sprach den Angaben nach am Dienstagabend in einer Telefonschalte unter anderem mit den Intendanten der Thüringer Theater und Orchester sowie mit Verbänden und Trägern über die Entscheidung.

„Die Intendantinnen und Intendanten ebenso wie die Träger haben deutlich gemacht, dass sie diese Herangehensweise verstehen und gleichzeitig betont, dass sie jederzeit spielbereit sind, wenn die Infektionslage es hergibt“, sagte Hoff. Das sei wichtig zu wissen.

16.45 Uhr: Neuer Erlass gibt Kreisen und Kommunen Empfehlungen

Ein neuer Erlass der Landesregierung gibt den Kreisen und Kommunen konkrete Handlungsempfehlungen bei steigenden Corona-Infektionszahlen. In Abstufungen werden dabei Maßnahmen genannt, die ab einer Zahl von 35, 50, 100 und 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen zu erfolgen haben, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Komplett neu eingeführt wurde die höchste Stufe, die ab 200 Neuinfektionen innerhalb einer Woche gilt.

Der Erlass sieht für diesen Fall noch strengere Kontaktbeschränkungen vor als die ohnehin schon geltenden. So sollen sich dann nur noch Angehörige eines Haushalt in der Öffentlichkeit gemeinsam aufhalten dürfen. Zudem soll jeder Aufenthalt in der Öffentlichkeit auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden. Bei Trauerfeiern dürfen nur noch Angehörige ersten Grades des oder der Verstorbenen teilnehmen, an standesamtlichen Trauungen nur die Eheleute und deren Kinder sowie Angehörige des Haushalts, hinzu kommen der Standesbeamte und die Trauzeugen.

Bolz- und Spielplätze sollen geschlossen werden, ebenso zoologische und botanische Gärten sowie Tierparks, auch Fahr- und Flugschulen. Betriebe werden aufgefordert, für ihr Personal ein Wechselmodell für Heim- beziehungsweise Telearbeit anzuordnen, so dass sich immer nur dieselben Gruppen am Arbeitsplatz- oder in Heim- oder Telearbeit befinden. Zudem kann ein Verbot der Abgabe von Alkohol und des Alkoholkonsums auf bestimmten öffentlichen Plätzen oder in bestimmten öffentlich zugänglichen Einrichtungen verhängt werden.

16.30 Uhr: Oberbürgermeister positiv auf Corona-Virus getestet

Mühlhausens Oberbürgermeister Johannes Bruns hat sich mit dem Corona-Virus infiziert. Das hat ein Test ergeben. Er befindet sich weiterhin in häuslicher Quarantäne und führt die Amtsgeschäfte von hier aus weiter, teilt die Stadt mit.

Auf den Rathaus-Betrieb hat das Ergebnis demnach keine weiteren Auswirkungen, da keiner der Mitarbeitenden als Kontaktperson ermittelt wurde.

16.13 Uhr: Inzidenzwert in Erfurt sechs Tage in Folge unter 100

Mit aktuell 77,6 liegt die Sieben-Tage-Inzidenz für Erfurt den sechsten Tag in Folge unter 100. „Der Wert zeigt, dass wir in den letzten Wochen vieles richtig gemacht haben, auch wenn viele Entscheidungen nicht auf Zustimmung trafen“, schätzt Oberbürgermeister Andreas Bausewein die Situation ein. Die Regeln müssten nun konsequent weiter verfolgt werden, um einen Inzidenzwert von unter 50 zu erreichen.

Aktuell sind in Erfurt 27 Gemeinschaftseinrichtungen von Corona-Infektionen betroffen, davon 16 Schulen. Eine Häufung gibt es mit derzeit fünf bestätigten Corona-Fällen an der Freien Waldorfschule. Hier laufen zurzeit die Testungen und Umgebungsuntersuchungen.

Vom Infektionsgeschehen betroffen sind auch fünf Pflegeheime: das Helios Residenz am Wiesenhügel, das Caritas Altenpflegezentrum Carolinenstift, der Pflegewohnpark der Generationen, das Awo-Seniorenpflegeheim „Am Park“ in Vieselbach und das Deutschordens-Seniorenhaus im Rieth. Hier wird aktuell die dritte Testreihe durchgeführt. „Wir hoffen, dass wir die Maßnahmen nicht weiter verlängern müssen“, so Melzer.

Die Lage in den beiden Krankenhäusern ist weiterhin stabil, berichten Roland Göb für das Katholische Krankenhaus und Dr. Thomas Steiner für das Helios-Klinikum. „Die Zahl der Patienten mit gesicherter Covid-19-Erkrankung, die wir aktuell auf der Normalstation behandeln, ist mit 30 ungefähr konstant“, so Steiner, Ärztlicher Direktor im Helios. „Im intensivmedizinischen Bereich beobachten wir eine langsame, aber stetige Zunahme.“ Der reguläre Betrieb läuft in beiden Krankenhäusern ohne Einschränkungen weiter.

„Auf Hochtouren“ laufen aktuell die Vorbereitungen für die beiden Impfzentren, sagt Michael Sakriß als Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT). Sie wird die beiden Impfstellen – eine in der alten Mensa des Helios-Klinikums, eine in einem Hörsaal des Katholischen Krankenhauses – betreiben.

Etwa 80 bis 90 Mediziner, teilweise Ärzte im Ruhestand, haben sich für den Einsatz vor Ort gemeldet. Sie werden von Montag bis Freitag, bei Bedarf auch am Wochenende, zwölf Stunden im Schichtsystem Impfungen durchführen.

Zusätzlich sind für ganz Thüringen zehn Impfmobile geplant, die vor allem in Seniorenpflegeeinrichtungen vor Ort impfen. „Einsatzbereit sind die Impfzentren voraussichtlich ab Mitte Dezember. Wir teilen also die Hoffnung des Bundesgesundheitsministers, ab Januar impfen zu können – sofern Impfstoff vorhanden ist“, so Sakriß.

15.44 Uhr: Lagebild des Landkreises Schmalkalden-Meiningen

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen beklagt zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Ein 76-Jähriger und eine 72-Jährige aus dem Raum Meiningen seien verstorben, heißt es.

Weitere Updates:

  • An der Grundschule Haseltal ist eine weitere Erzieherin positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Die Kontaktpersonennachverfolgung läuft derzeit.
  • Ein positives Testergebnis liegt dem Gesundheitsamt von einem weiteren Schüler der Regelschule Breitungen vor. Dieser befand sich jedoch bereits in Quarantäne.
  • Auch ein in Quarantäne versetzter Schüler des Philipp-Melanchthon Gymnasiums Schmalkalden wurde nun positiv auf SARS-CoV-2 getestet.
  • Das Gesundheitsamt meldete einen Fall einer positiv getesteten Schülerin des Gewerblich-Technischen Berufsbildungszentrums in Zella-Mehlis. Die Kontaktpersonen stammen alle aus anderen Landkreisen. Die Übermittlung der Daten an die zuständigen Gesundheitsämter erfolgt derzeit.
  • Am BCS Bildungs-Center Südthüringen e.V. in Zella-Mehlis hat sich eine Schülerin aus einem anderen Landkreis mit SARS-CoV-2 infiziert. Die betroffenen Schüler wurden in häusliche Quarantäne versetzt.

15.04 Uhr: Bisher etwa 3.000 Freiwillige für Schnelltest im Corona-Hotspot

Im Thüringer Corona-Hotspot Hildburghausen wollen sich bisher rund 3.000 Kinder, Lehrer und Erzieher an freiwilligen Corona-Schnelltests beteiligen. Das seien etwa ein Drittel der Anspruchsberechtigten, sagte Landrat Thomas Müller (CDU) am Mittwoch in Hildburghausen. Die Bereitschaft, das Testangebot zu nutzen, steige spürbar nach anfänglicher Zurückhaltung.

Der Kreis im Süden Thüringens will damit erreichen, dass die seit 25. November wegen explodierter Infektionszahlen geschlossenen Kitas und Schulen schrittweise wieder geöffnet werden können.

Nach Angaben von Müller wurden beim gestrigen Start der laut Gesundheitsministerium bundesweit einmaligen Testaktion von Kindergarten- und Schulkindern und ihren Betreuern rund 900 Untersuchungen vorgenommen. Es habe insgesamt acht positive Ergebnisse unter Kinder, Jugendlichen und Pädagogen gegeben. Wer negativ getestet sei, könne in Kita oder Schule zurückkehren - noch vor der geplanten generellen Wiedereröffnung am 14. Dezember. Weitere 800 bis 1.000 Tests sollten heute folgen. Die Aktion laufe noch bis Freitag und würde bei Bedarf bis Montag verlängert.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bekräftigte, dass die Kosten vom Land getragen würden. Es ständen insgesamt rund 11.000 Antigen-Tests zur Verfügung.

14.22 Uhr: Kita in Jena geschlossen


Die Kita Bertolla in Winzerla musste nach einem positiven Corona-Fall geschlossen werden. Kinder und Erzieher befinden sich in Quarantäne.

Die Jenaer Statistik am Mittwoch

  • Anzahl aktiver Fälle: 198
  • davon in den letzten 24 Stunden: 21
  • stationäre Fälle: 13
  • davon schwere Verläufe: 6
  • Infizierungen der letzten sieben Tage: 113
  • Sieben-Tage-Inzidenz für Jena: 104,3
  • Infizierte insgesamt seit dem 14.03.2020: 800
  • Gestorbene insgesamt: 9
  • Genesene insgesamt: 593
  • davon in den letzten 24 Stunden: 12
  • in Quarantäne (Stand 26.11.2020): 1770

14.02 Uhr: Mehrheit in Thüringen würde sich gegen Corona impfen lassen

Etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung Thüringens (53 Prozent) ist bereit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Das geht aus einer Umfrage der Barmer hervor. Rund 2.000 Menschen ab 16 Jahren wurden befragt. „An der Impfung führt kein Weg vorbei, um die Corona-Pandemie zu überwinden.

Deshalb ist es ein wichtiges Signal, dass sich die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger impfen lassen möchte. Je höher die Bereitschaft, desto besser. Mit der Impfung schützt man nicht nur sich selbst, sondern auch diejenigen, die sich nicht immunisieren lassen können“, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer Thüringen.

Für 22 Prozent kommt eine Impfung nicht in Frage. Zwölf Prozent sind sich unsicher.

10.05 Uhr: Die aktuellen Zahlen für Thüringen

Innerhalb von 24 Stunden wurden 471 Menschen positiv auf Covid-19 getestet. Insgesamt sind oder waren 17.858 Menschen infiziert. 12.390 gelten als genesen. 378 Menschen sind in Thüringen an Corona gestorben. Der Inzidenzwert liegt bei 137,8. Er ist leicht gesunken, gestern lag der Wert bei 142,7.

9.24 Uhr: Weitere Tests in Hildburghausen

Im Corona-Hotspot Hildburghausen gehen am Mittwoch die freiwilligen Corona-Schnelltests für Kinder, Lehrer und Erzieher weiter. Der Kreis will damit erreichen, dass die seit 25. November wegen hoher Infektionszahlen geschlossenen Kitas und Schulen schrittweise wieder geöffnet werden können. Bis Freitag gilt das freiwillige Testangebot. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) und Landrat Thomas Müller (CDU) wollen sich ein Bild von der Organisation und der Nutzung der Tests machen und sich am Mittag dazu äußern.

Dienstag, 1. Dezember:

18.04 Uhr: Liftbetreiber im Thüringer Wald mit Existenzsorgen

Die Liftbetreiber in den Thüringer Skigebieten plagen nach Angaben des Regionalverbunds Thüringer Wald derzeit große Existenzsorgen. Dies sei am Dienstag bei der coronabedingt virtuell abgehaltenen Winterauftaktveranstaltung mit Vertretern der 34 Wintersportorte deutlich geworden, teilte der Regionalverbund in Suhl mit.

Die derzeit im Raum stehenden Corona-Hilfen würden sich in der Kompensation auf die Umsätze aus dem Vorjahr beziehen. In der sehr schlechten Wintersaison 2019/2020 hätten viele Betreiber in den Monaten November und Dezember des letzten Jahres aber keine relevanten Umsätze erzielen können und würden jetzt möglicherweise leer ausgehen.

Wegen der Corona-Pandemie müssen Freizeiteinrichtungen bis zum 20. Dezember geschlossen bleiben. Dazu zählen auch Liftbetriebe, Eishallen und Skigebiete. Wie es anschließend weitergehen kann, ist derzeit noch unklar. Dennoch habe man sich darauf verständigt, bei einer Naturschneeauflage von mindestens 25 Zentimetern die Langlaufloipen zu präparieren. Aber auch hier werde die individuelle Einhaltung der Hygieneregeln eine Grundvoraussetzung dafür sein, dass sich das Infektionsrisiko nicht erhöht.

Mit Blick auf den verzögerten Saisonstart wollen sich die Vertreter der Wintersportorte im Thüringer Wald auch in den nächsten Wochen regelmäßig austauschen. Eine nächste Abstimmung in größerer Runde ist dem Regionalverbund zufolge für Ende Dezember geplant.

17.30 Uhr: Drei Neuinfektionen in Weimar

Seit gestern Nachmittag hat das Gesundheitsamt in Weimar drei neue Corona-Infektionen registriert. In zwei Fällen seien die Ansteckungen im familiären Umfeld erfolgt, einmal im beruflichen Kontext einer medizinischen Einrichtung, teilt die Stadt mit.

Die aktuellen Weimarer Zahlen (Stand: 17 Uhr):

Zahl der seit Beginn der Pandemie positiv Getesteten: 459 (Veränderung zum Vortag: +3)

  • Zahl der Genesenen: 405 (+4)
  • Zahl der aktuell Infizierten: 53 (-1)
  • Zahl der stationär in Kliniken Behandelten: 0 (0)
  • Zahl der Verstorbenen: 1 (0)
  • Personen in Quarantäne: 276 (-39)
  • 7-Tage-Inzidenz: 52,24/100.000 Einwohner (Vortag: 61,45)

16.40 Uhr: Landkreis Gotha lässt private Treffen mit bis zu zehn Personen zu

Im Landkreis Gotha dürfen sich bei nichtöffentlichen Veranstaltungen sowie zu privaten und Familienfeiern bis zu zehn Personen treffen. Das sieht eine Allgemeinverfügung vor, die am Dienstag in Kraft getreten ist. Kinder unter 14 Jahren werden dabei nicht gezählt. Die Verfügung nennt als Beispiele Treffen in Wohnungen, in dazugehörigen Nebenräumen und -gebäuden, in Garten-, Wochenend- oder Vereinshäusern sowie unter freiem Himmel auf privaten Grundstücken.

Damit weicht der Landkreis von Thüringens Landesverordnung zum Schutz vor Corona ab. Diese sieht für private Zusammenkünfte in der eigenen Wohnung vor, dass diese sich auf die Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstands beschränken. Dabei soll die Gruppengröße höchstens fünf Personen betragen, wobei Kinder bis 14 Jahre bei der Bestimmung der Personenanzahl außer Betracht bleiben können.

Im Landkreis Gotha lag die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen sieben Tagen bei einem Wert von 78,6 je 100.000 Einwohner. Eigentlich gelten ab 50 neuen Corona-Fällen je 100.000 Einwohner verschärfte Regeln.

15.35 Uhr: Vorerst 125.000 Corona-Impfdosen für Thüringen

Für den Start der Corona-Impfung kann Thüringen nach Einschätzung von Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) zunächst mit etwa 125.000 Impfdosen rechnen, sobald ein Impfstoff auf dem Markt ist. Dies sei eine vorläufige Prognose, die sich jederzeit ändern könne, sagte Werner am Dienstag in Erfurt.

Damit könnten etwa 60.000 Menschen mit den zwei erforderlichen Einzelimpfungen versorgt werden. Angesichts des Impfbedarfs allein bei Beschäftigen in Krankenhäusern, Rehakliniken und Pflegeheimen sowie bei Pflegedürftigen zeigt sich Werner zufolge, dass die Festlegung einer Rangfolge bei Impfwilligen nötig sei.

Nach ihren Angaben arbeiten 33.000 Menschen in Thüringen in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken. 21.000 Menschen kümmern sich in Pflegeheimen um etwa 33.000 Bewohner. Diese Gruppen sind als vorrangig zu impfende Gruppen im Gespräch, eine endgültige Empfehlung der Ständigen Impfkommission dazu steht noch aus.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) geht von einem Impfstart für Thüringen im Januar aus, wie Geschäftsführer Sven Auerswald ergänzte. Die KV baut im Auftrag des Landes derzeit 29 Impfzentren flächendeckend für Thüringen auf, zudem sollen zehn mobile Teams für den Einsatz in Pflegeheimen gebildet werden. Sie sollen Mitte Dezember einsatzbereit sein.

Rund 500 Ärzte haben sich laut KV bislang zur Mitarbeit gemeldet. Die Kosten des Landes für Impfzubehör wie Kanülen und Spritzen, Kühlmöglichkeiten und Impfstellen bezifferte Werner auf 25 Millionen Euro, die Impfstoff-Beschaffung laufe zentral über den Bund. Der US-Pharmakonzern Moderna und die Mainzer Firma Biontech gemeinsam mit der US-Firma Pfizer haben die Zulassung für die von ihnen entwickelten Impfstoffe in der EU beantragt.

15.15 Uhr: Beruhigung des Infektionsgeschehens nicht in Sicht

Die Corona-Situation im Saale-Orla-Kreis bleibt weiterhin angespannt. Dem Gesundheitsamt wurden innerhalb der letzten 24 Stunden 19 Neuinfektionen gemeldet. Angesichts der Dimensionen der vorangegangenen Tage bleibt diese Zahl zwar verhältnismäßig im Rahmen, von einer Beruhigung der Lage kann aber keine Rede sein.

Darauf machte Amtsarzt Torsten Bossert im Pandemiestab des Saale-Orla-Kreises aufmerksam. „Wir erleben die gleichen Probleme wie im Frühjahr, nur in einem viel schlimmeren Ausmaß. Besonders bedenklich ist, dass das Corona-Virus inzwischen auch in vielen Gemeinschaftseinrichtungen eingeschlagen ist“, so der Amtsarzt.

Nicht nur in Schulen und Kitas, wo für einzelne Klassen bzw. Gruppen Quarantäne angeordnet wurde, sorgt das verschärfte Infektionsgeschehen für Schwierigkeiten. Auch in mehreren Einrichtungen für behinderte bzw. pflegebedürftige Menschen im Landkreis wird die Situation – nicht zuletzt aufgrund von Mitarbeitermangel in Folge von Positivbefunden und Quarantänemaßnahmen – zunehmend kritisch.

Darüber hinaus bittet Torsten Bossert um Verständnis, dass das Gesundheitsamt aufgrund der immensen Arbeitslast nicht sämtliche Anfragen beantworten kann, die von Bürgerinnen und Bürgern eingehen. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir klare Prioritäten setzen müssen und die heißen – mit Blick auf die Gesundheit der Bevölkerung – Kontaktnachverfolgung und Quarantänisierung zur Pandemieeindämmung.“

Die personellen Kapazitäten, um auf jeden auftretenden Einzelfall einzugehen, sind schlicht nicht vorhanden. „Deshalb können wir derzeit auch keine Auskunft darüber geben, was man bedenken muss, wenn man an Weihnachten von der Schweiz nach Pößneck und zurück reisen möchte“, nennt der Amtsarzt ein Beispiel, das ohnehin eher in die Zuständigkeit des Auswärtigen Amts fällt. So verständlich der Wunsch nach Aufklärung bei jedem auftretenden, persönlichen Problem auch ist, hofft Torsten Bossert auf Einsicht, dass er und sein Team sich in der aktuellen Ausnahmesituation einzig auf ihre Kernarbeit konzentrieren können.

Räumlich verteilen sich die neuen Corona-Fälle einmal mehr quer über den Landkreis. Gleich mehrere Positivbefunde sind Schleiz (4), Pößneck (3), der Verwaltungsgemeinschaft Oppurg (3) und Saalburg-Ebersdorf (2) zuzuordnen. Jeweils eine Neuinfektion gibt es in Bad Lobenstein, Remptendorf, Rosenthal und Wurzbach sowie den Verwaltungsgemeinschaften Ranis-Ziegenrück, Seenplatte und Triptis.

13.45 Uhr: Alle Schulen und Kitas in Stufe „Gelb“

Um die weitere dynamische Ausbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen, hat das Thüringer Bildungsministerium alle Schulen und Kindertagesstätten in den eingeschränkten Regelbetrieb mit erhöhtem Infektionsschutz, also in die sogenannte „Stufe Gelb“, versetzt. Das gilt vom 1. Dezember bis 6. Februar 2021.

An Kindergärten und Schulen gilt damit das Prinzip der festen Gruppe mit festem Betreuungspersonal. Damit sind Präsenzunterricht und Betreuung in möglicherweise eingeschränktem Umfang weiter möglich. Ab dem 1. Dezember wird für Schulen auch im Landkreis, sobald eine Inzidenz von 200 überschritten wird, so verfahren verfahren:

  • Die Klassenstufen 1 bis 6 verbleiben im Präsenzunterricht bzw. in der Präsenzbetreuung in festen Gruppen
  • Für die Klassenstufen 7 und höher wird an den Schulen zusätzlich der Mindestabstand von 1,5 m auch im Unterricht angeordnet. Dadurch kommt es in der Regel zum Wechselbetrieb aus Präsenzunterricht und häuslichem Lernen.

Ab dem 1. Dezember 2020 wird für Schulen in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einer Inzidenz unter 200 Infektionsfällen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, die von nachgewiesenen Infektionsfällen betroffen sind, folgendes festgelegt:

  • Die Schulleitung erhält in der Schulorganisation weitgehende Handlungsfreiheit und kann je nach Lage vor Ort Maßnahmen aus dem „Instrumentenkasten“, der nach dem Thüringer Stufenplan für Stufe GELB zur Verfügung steht, ergreifen.
  • Als äußerste Maßnahme ist im Einzelfall auch die Einführung der Maskenpflicht im Unterricht möglich. In diesem Fall sind ausreichende Pausenzeiten von der Maskenpflicht im Tagesablauf vorzusehen.

9.58 Uhr: Aktuell 532 Corona-Infizierte in Erfurt

In Erfurt wurden insgesamt 1464 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Damit ist die Zahl innerhalb der letzten 24 Stunden um 42 gestiegen. Der Inzidentwert liegt bei 85,1. 34 Erfurter mit Corona-Infektion befinden sich in stationärer Behandlung. Die Zahl der als genesen Geltenden ist um 29 auf 904 gestiegen. 28 Personen sind verstorben. Damit gibt es in Erfurt aktuell 532 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus.

9.37 Uhr: Marke 17.000 geknackt

In Thüringen wurde die 17.000er Marke überschritten. An diesem Montag wurden 392 neue Infizierte gemeldet. Damit sind es aktuell 17.387 Covid-19-Fälle. 12.030 gelten als genesen. Der Inzidenzwert liegt im Freistaat bei 142,7. 360 Menschen sind bisher gestorben.

Spitzenreiter bleibt weiterhin Hildburghausen. Dort liegt der Inzidenzwert bei 579,1.

(dpa mit Thüringen24)