Corona in Thüringen: „Corona-Disziplin“ auf Baustellen bemängelt ++ Goldstrand-Reisegruppe bringt Virus mit

Die „Corona-Disziplin“ auf Baustellen wird immer stärker bemängelt.
Die „Corona-Disziplin“ auf Baustellen wird immer stärker bemängelt.
Foto: Patrick Seeger/dpa

Thüringen. Die Corona-Pandemie hatte Thüringen wochenlang im Griff. Schulen, Kitas, Restaurants mussten schließen, das öffentliche Leben stand still. Thüringen war dann aber eines der ersten Bundesländer, das die Corona-Verordnung später deutlich gelockert hat.

Doch weiterhin stecken sich Menschen im Freistaat mit dem lebensbedrohlichen Coronavirus an. Die Neuinfektionsraten sinken zwar, doch das Virus scheint erst dann besiegt, wenn ein Impfstoff entwickelt worden ist. Und das soll Experten zufolge erst im Jahr 2021 der Fall sein.

Bundesregierung hebt Reisewarnung für Teile der Türkei auf
Bundesregierung hebt Reisewarnung für Teile der Türkei auf

--------------------

Alles, was du zum Coronavirus wissen musst:

--------------------

Die aktuellen Fallzahlen hast du mit unser Corona-Karte immer im Blick:

Corona aktuell in Thüringen: Alle Infos hier im Newsblog:

Damit du immer den Überblick behältst über die aktuelle Corona-Entwicklung, erfährst du hier die wichtigsten Infos im Newsblog.

+++ Hier den Newsblog aktualisieren und die aktuellsten Meldungen erhalten +++

Donnerstag, 6. August

09.59 Uhr: Auf immer mehr Baustellen in Erfurt wird gegen Abstands- und Hygieneregeln verstoßen, das kritisiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Viele Firmen nähmen die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus nicht ernst genug, so die Gewerkschaft.

Die Probleme reichten von fehlenden Desinfektionsmitteln bis zu Sammeltransporten im Firmenauto. Bauunternehmen dürften jedoch nicht am Arbeitsschutz ihrer Beschäftigten sparen, betont IG BAU-Bezirksvorsitzender Ralf Eckardt.

Mittwoch, 5. August

16.27 Uhr: In Erfurt hat die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen am Abend eine Abstrichsstelle für heimkehrende Urlauber eröffnet. Vier Reiserückkehrer hätten sich bereits angemeldet, so die Stadtverwaltung Erfurt.

Um größere Menschengruppen und Warteschlagen zu vermeiden, erfolgten die Tests ausschließlich nach vorheriger Terminvergabe. Sie seien für Reiserückkehrer kostenfrei.

Falls Thüringen noch festlege, dass Schüler- und Lehrer vor Schulbeginn zu testen seien, habe man mit dem Stützpunkt auch die Möglichkeiten dazu, erklärt Erfurts Bürgermeisterin Anke Hofmann-Domke. So könnten die niedergelassenen Ärzte entlastet und auch außerhalb von deren Sprechzeiten Tests durchgeführt werden.

In Thüringen hatte es in den vergangenen Tagen mehrere Fälle infizierter Reiserückkehrer gegeben, sie kamen etwa aus Spanien und dem Kosovo. Landesweit stieg die Zahl der Corona-Infizierten von Dienstag auf Mittwoch um fünf an.

Seit Pandemiebeginn im März haben sich nach Zahlen der Staatskanzlei 3.389 Thüringer mit dem Virus infiziert, die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronainfektion beziffert die Staatskanzlei seit längerer Zeit mit 182.

Bislang nicht darin enthalten ist ein am Dienstag bekannt gewordener Todesfall aus dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Dort war ein 78-Jähriger aus dem Raum Meiningen gestorben. Er sei aufgrund schwerer Vorerkrankungen im Krankenhaus behandelt worden, hatte das Landratsamt mitgeteilt.

16.20 Uhr: Flughafen Erfurt bereitet sich auf Corona-Tests vor

Am Flughafen Erfurt starten und landen wieder die Ferienflieger von und nach Rhodos, Kreta, Bulgarien und Mallorca. Bald sollen auch Ziele in der Türkei wieder angeflogen werden, sagt Pressesprecher Hans-Holm Bühl.

Bisher habe es unter den Passagieren keinen Corona-Fall gegeben. Der Flughafen führe aber derzeit Gespräche mit den Behörden, um Testkapazitäten am Flughafen Erfurt einzuführen.

15.05 Uhr: Weitere Corona-Infektionen in Bulgarien-Reisegruppe

Zwei weitere junge Leute aus einer achtköpfigen Reisegruppe aus dem Orlatal sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Die Gruppe war am Goldstrand in Bulgarien im Urlaub. Bereits vor Ort klagten einige über Beschwerden. Jetzt liegen die Ergebnisse aller Teilnehmer der Reise vor: drei von ihnen haben sich infiziert. Davon zwei Frauen und ein Mann.

Für die Bevölkerung der Region besteht und bestand jedoch keine Ansteckungsgefahr, betont das Gesundheitsamt, „da sich die ganze Reisegruppe unmittelbar nach der Rückkehr in Quarantäne begeben hat“. Eine zweite Testreihe für die Teilnehmer der Gruppe, entsprechend der Vorgaben des Robert-Koch-Instituts, sei in Planung.

Im Falle der Kindergärtnerin aus dem Orlatal, die an Covid-19 erkrankt ist, seien alle Kontaktpersonen der ersten Kategorie einmalig negativ getestet worden; eine weitere Testreihe soll Ende der Woche folgen.

Bei allen rund 40 Kindern der Kindertagesstätte im Kreis Saalfeld-Rudolstadt wurde das Virus bisher nicht nachgewiesen. Die Infektionsquelle der Kindergärtnerin, die beispielsweise nicht verreist war, bleibt unklar. Die Frau und die ermittelten Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Quarantäne.

8.02 Uhr: Ramelow mit eindeutiger Kritik an Söder

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) Schwächen in seiner derzeitigen Funktion als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz bei der Bekämpfung der Corona-Krise vorgehalten. „Er hat seine bayerische Rolle nicht verlassen und seine Rolle als der Ministerpräsident für alle Ministerpräsidenten nicht ausfüllen können“, sagte Ramelow der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwoch).

Söder habe für Bayern, das zehn Mal so viele Infektionen wie Thüringen habe, die richtigen Maßnahmen ergriffen. „Die sind aber nicht identisch mit den Notwendigkeiten anderer Bundesländer.“ Der CSU-Chef habe es nicht geschafft, „sich einen Moment hineinzudenken, in welcher Situation die anderen sind“.

Der Konflikt mit Armin Laschet um die Kanzlerkandidatur der Union spiele da eine Rolle. „Das schleicht sich die ganze Zeit durch die Corona-Krise.“ Laschet und andere CDU-Ministerpräsidenten hätten offene Auseinandersetzungen in der Runde mit Söder gescheut und ihre eigene Entscheidungen dann einfach nach den gemeinsamen Ministerpräsidentenkonferenzen mitgeteilt, sagte Ramelow.

Dienstag, 4. August

17.38 Uhr: Neues Corona-Todesopfer

Die Corona-Pandemie hat ein weiteres Todesopfer in Thüringen gefordert. Und die Zahl der Neuinfektionen ist wieder leicht gestiegen – mit einer ziemlich klar ersichtlichen Ursache.

Wie der Landkreis Schmalkalden-Meiningen am Dienstag mitteilte, starb ein 78-Jähriger aus dem Raum Meiningen. Er sei aufgrund schwerer Vorerkrankungen im Krankenhaus behandelt worden, hieß es. Damit sind in Thüringen bislang 183 Menschen mit Covid-19 gestorben.

Die Zahl der Corona-Fälle war zuletzt – auch aufgrund von Reiserückkehrern – wieder leicht gestiegen. Von Montag auf Dienstag gab es laut dem Bulletin der Staatskanzlei 14 Neuinfektionen im Freistaat. Damit wurden seit Beginn der Pandemie 3384 Infizierte verzeichnet.

13.35 Uhr: Urlauber kehren nach Thüringen zurück – jetzt müssen sie in Quarantäne

Im Ilm-Kreis sind neue Corona-Fälle aufgetreten. So sei ein Geschwisterpaar nach seiner Rückkehr aus dem Kosovo am Flughafen positiv getestet worden, teilte das Landratsamt in Arnstadt am Dienstag mit. Die beiden seien in häuslicher Quarantäne, es gebe keine weiteren Kontaktpersonen. Beim dritten Fall, handele es sich um eine Person die zwar im Ilm-Kreis gemeldet sei, aber in Nordrhein-Westfalen lebe und sich dort auch in Quarantäne befinde, hieß es.

Zuvor waren in Thüringen bereits bei Reiserückkehrern aus Bulgarien zwei Fälle nachgewiesen worden. Ein Urlauber stammt aus dem nördlichen Landkreis Greiz, eine andere Bulgarien-Urlauberin aus dem Saale-Orla-Kreis. Insgesamt 16 Kontaktpersonen wurden daraufhin in beiden Kreisen in Quarantäne genommen.

12.30 Uhr: Shoppen zu Corona-Zeiten – das fordert die CDU

Angesichts der Corona-Pandemie hat die CDU-Landtagsfraktion eine vereinfachte Regelung für die verkaufsoffenen Sonntage in Thüringen gefordert. Händler und Kommunen sollten in diesem Jahr auch abseits der im Gesetz geforderten Anlässe Termine für die vier möglichen sonntäglichen Ladenöffnungen festlegen können, verlangte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Martin Henkel, am Dienstag in Erfurt.

Das Thüringer Ladenöffnungsgesetz erlaubt an höchstens vier Sonn- und Feiertagen im Jahr, Geschäfte „aus besonderem Anlass“ zu öffnen. Weitere Einschränkungen gibt es etwa im Advent. Weil in diesem Jahr viele Stadtfeste und Großveranstaltungen abgesagt worden seien, könne es daher de facto keine verkaufsoffene Sonntag geben, sagte Henkel.

Die Händler in den Innenstädten und die Gastronomie seien aber dringend darauf angewiesen. Die Geschäfte seien teilweise monatelang geschlossen gewesen und klar gegenüber dem konkurrierenden Online-Handel als Gewinner der Pandemie-Zeit benachteiligt.

9.06 Uhr: Bienen-Stich als Corona-Mittel?

Eine Studie aus China sorgte unter Imkern für Aufruhr: Weil Bienen-Stiche angeblich vor Corona schützen sollen, würden Imker kein Corona bekommen. Jetzt äußert sich Professorin Jutta Hübner aus Jena beim MDR dazu. Demnach habe sie „massive Zweifel“ an der chinesischen Studie.

„Gibt's denn irgendeine Erklärung? Haben wir eine Hypothese, wie es funktioniert? Wir wissen, dass in Bienenprodukten Substanzen drin sind, die gegen Viren wirken können und gegen Bakterien. Aber die Frage ist natürlich, ob das jetzt vor Corona schützt? Und da würde ich die Behauptung 'kein Imker erkrankt' schon mal mit wirklich mehreren Fragezeichen versehen. Das klingt nicht nur zu schön, dafür gibt es keine gute Erklärung. Es gibt nie 100 Prozent in der Medizin.“

Deswegen haben die Forscher aus Jena „massive Zweifel an sehr vielen Studienergebnissen, die aus China kommen.“ Im Frühjahr 2020 hatte eine chinesische Studie behauptet, dass von 723 befragten Imkern kein einziger am Coronavirus erkrankt sei.

Montag, 3. August

22 Uhr: Neue Corona-Fälle in Thüringen – Reiserückkehrer aus Bulgarien

Wird Bulgarien zum neuen Corona-Hotspot? Zwei Thüringer sind von dort aus dem Urlaub zurückgekehrt und positiv getestet worden. Mehrere Menschen mussten in Quarantäne.

In Thüringen sind bei Reiserückkehrern aus Bulgarien bislang zwei neue Corona-Fälle nachgewiesen worden. So sei ein Bulgarien-Urlauber aus dem nördlichen Landkreis Greiz, der nach seiner Heimkehr Symptome aufwies, positiv getestet worden, teilte das Landratsamt mit. Damit gebe es im Kreis Greiz - einst ein Corona-Hotspot in Thüringen - nach mehr als einem Monat wieder eine Neuinfektion. Für sechs Kontaktpersonen sei häusliche Isolation angeordnet worden.

Auch bei einer Bulgarien-Urlauberin aus dem Saale-Orla-Kreis wurde das Virus nachgewiesen. Die Frau habe zu einer achtköpfigen jugendlichen Reisegruppe gehört, die am Goldstrand ihren Urlaub verbrachte, wie das Landratsamt in Schleiz mitteilte.

17.26 Uhr: Erzieherin und Heimbewohnerin positiv getestet

Aus einem Saalfelder Kindergarten und einem Meininger Pflegeheim sind zwei neue Corona-Fälle gemeldet worden. So sei bei einer Kita-Erzieherin das Coronavirus nachgewiesen worden. Die Frau stamme aus dem Saale-Orla-Kreis, teilte das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt am Montag mit. Für sieben Kinder und drei Erzieher der Kita, die direkten Kontakt hatten, sei Quarantäne angeordnet worden.

Insgesamt seien rund 48 Kinder sowie Erzieher getestet worden. Die Ergebnisse werden am Dienstag erwartet. Der Kindergarten sei mit Einschränkungen weiter geöffnet, hieß es.

In einem Pflegeheim der AWO in Meiningen sei eine zweite Bewohnerin positiv getestet worden. Die 83-Jährige sei aufgrund anderer Beschwerden ins Krankenhaus gekommen. Sieben Kontaktpersonen seien bereits in Quarantäne. Sie würden derzeit getestet. Bereits am 30. Juli war ein positiv auf das Coronavirus getesteter Bewohner der Einrichtung gemeldet worden.

Laut dem Corona-Bulletin der Landesregierung von Montag gab es innerhalb der vorhergegangenen 24 Stunden im Freistaat eine Neuinfektion. Damit wurden in Thüringen seit Beginn der Pandemie 3370 Infizierte verzeichnet. 3170 Menschen sind inzwischen wieder genesen. 182 mit dem Coronavirus infizierte Menschen starben.

10.36 Uhr: Ramelow gegen Nutzung von Gästedaten durch Polizei

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich gegen die Nutzung von Corona-Gästelisten, die in Restaurants und Cafés ausliegen, durch die Polizei ausgesprochen. „Diese Datenerhebung zum Besuch in einem Lokal, einer Gaststätte, einer Veranstaltung sind nur für eine Nachverfolgung bei Corona Infektionen angeordnet worden“, schrieb Ramelow am Sonntag auf Twitter. „Alles andere ist Missbrauch und kontraproduktiv. Die Bürger müssen sich auf Anordnungen verlassen können!“

In Bayern, Hamburg und Rheinland-Pfalz gab es solche Zugriffe bereits, in anderen Bundesländern sind solche Fälle bisher nicht bekannt oder gar nicht zulässig, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Angaben des Innenministeriums hat die Thüringer Polizei bei strafrechtlichen Ermittlungen bislang nicht auf Kontaktdaten von Corona-Gästelisten zugegriffen. Möglich sei ein solcher Zugriff ohnehin nur in begründeten Ausnahmefällen, äußerte eine Sprecherin auf Anfrage. Die Polizei müsste in einem solchen Fall frühzeitig die Staatsanwaltschaft einbinden.

Auch der Landesdatenschutzbeauftragte Lutz Hasse betonte die Verhältnismäßigkeit bei einem solchen Schritt. „Bei einem Bagatelldelikt wäre das unverhältnismäßig.“

6.13 Uhr: Touristen bleiben länger in Thüringen

Viele Touristen verbringen in diesem Jahr einen größeren Teil ihrer Ferien in Thüringen als das bei Gästen in der Vergangenheit der Fall war. Vor allem Vermieter von Ferienwohnungen und -häusern sowie Pensionen profitierten von der längeren Aufenthaltsdauer, sagte die Sprecherin der Thüringer Tourismusgesellschaft, Theresa Wolff, der Deutschen Presse-Agentur. „Weg von der Kurzreise von ein bis drei Tagen hin zur Urlaubsreise von sieben bis zehn Tagen“, so beschrieb sie den Trend.

Vor allem Wander- und Aktivurlaub seien beliebt. Grund dafür sei die Corona-Krise. Davon dass viele deutsche Urlauber in diesem Jahr in Deutschland Urlaub machten, profitiere der Freistaat.

Auch die Präsidentin des Thüringer Wanderverbandes, Christine Lieberknecht, sagte, bekannte Wanderwege wie etwa der Rennsteig seien in diesem Jahr stärker frequentiert als in der Vergangenheit. Zudem seien unter anderem auch im Grünen Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze mehr Wanderer unterwegs als zuletzt.

Sonntag, 2. August

8.13 Uhr: Diskussion im Testkosten für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Thüringens CDU-Fraktionschef Mario Voigt hat sich für kostenlose Corona-Tests bei Reisen in Risikogebiete ausgesprochen. „Wenn der Staat Risikogebiete festlegt, ist doch niemandem zu erklären, warum Thüringer Urlauber dann dafür bezahlen sollen. Das macht immerhin 250 bis 500 Euro Kosten für eine durchschnittliche Familie aus“, erklärte Voigt am Samstag in Erfurt. Er widersprach damit Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

Thüringens Regierungschef hatte dafür plädiert, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten selbst für die Testkosten aufkommen. „Da gilt das Verursacherprinzip“, sagte Ramelow am Freitag. Wer sich für ihn erkennbar in eine Region begebe, die als Corona-Risikogebiet eingestuft sei, könne nicht erwarten, dass die Allgemeinheit für seine Tests bezahle. Ramelow plädierte für eine bundeseinheitliche Regelung.

Voigt stellte sich hinter den Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der verpflichtende Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten will. Die Kosten solle der Staat tragen. Oft könnten Urlauber bei der Buchung nicht ahnen, dass ausgerechnet ihr Urlaubsziel Monate später ein Risikogebiet sei, begründete Voigt seine Haltung.

Nach Angaben von Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) kostet ein Coronatest zwischen etwa 70 und 120 Euro.

Samstag, 1. August

16.11 Uhr: Corona-Entwicklung in Thüringen

Nach Angaben der Landesregierung gibt es in Thüringen aktuell 3.368 bestätigte Corona-Infektionen. Das sind acht mehr als am Vortag. 3.160 Menschen gelten bereits als genesen, 182 Menschen sind verstorben.

8.30 Uhr: Chor-Szene im Ausnahmezustand

Die Chorszene in Thüringen steht aufgrund der Coronakrise unter massivem Druck. Nach Angaben des Thüringer Chorverbandes hat sich zwar keiner der rund 280 hier organisierten Chöre coronabedingt aufgelöst.

Doch fehle es an einheitlichen Rahmenbedingungen für Auftritte und Proben, sagte Vizepräsident Maximilian Lörzer der Deutschen Presse-Agentur. „Im Normalbetrieb ist niemand“, sagte der Landessingwart der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM), Mathias Gauer, auf Anfrage. Gesang im Chor gilt als Ansteckungsrisiko. Studien haben gezeigt, dass sich das Virus beim Singen verbreiten kann.

Obwohl das gemeinsame Proben unter Hygieneauflagen seit dem 1. Juni in Thüringen eigentlich wieder erlaubt ist, hätten einige Chöre das Proben noch nicht wieder aufgenommen - etwa, weil viele Mitglieder zur Risikogruppe gehören oder die räumlichen Möglichkeiten fehlten, sagte Maximilian Lörzer, Vizepräsident des Chorverbands Thüringen.

Auch die katholischen Chöre schränken sich ein: „In Gottesdiensten des Bistums Erfurt singen während der Coronazeit keine Kirchenchöre“, erklärt Sprecher Peter Weidemann. Proben seien faktisch kaum möglich, weil vielerorts die Räumlichkeiten fehlten. Aktuell übe nur der Kinder- und Jugendchor des Erfurter Doms in Einzelstimmen im Lichthof des Kreuzgangs.

Die Chöre der EKM seien teilweise ebenfalls auf getrennte Stimmproben zu unterschiedlichen Terminen unter der Woche umgestiegen, andere böten Online-Proben an oder übten in den Kirchengebäuden, so Gauer. Unter anderem ist für das gemeinsame Singen ein Mindestabstand vorgeschrieben, hinzu kommen zum Beispiel Belüftungsregeln. Dass der Chorgesang trotz der Vorgaben und Ausweichpläne am Ende noch gut klinge, sei unter diesen Voraussetzungen sehr schwierig, fürchten die Experten.

Weil seit März keine Auftritte absolviert wurden, sei auch die Zukunftsperspektive völlig unklar. „Das zehrt vielerorts an den Nerven, denn Chöre leben selbstredend auch davon, ihr Können einem Publikum zu präsentieren.“

Freitag, 31. Juli

21.35 Uhr: Nordhausen ist coronafrei

Der Landkreis Nordhausen ist aktuell coronafrei. Die zuletzt festgestellte Neuinfektion gilt inzwischen als genesen. Seitdem hat das Gesundheitsamt keine weiteren Covid-19-Fälle mehr registriert, teilt das Landratsamt mit.

Landrat Matthias Jendricke (SPD) wünscht sich, dass sich Urlaubsrückkehrer auch bei schwächeren Symptomen testen lassen: „Jeder Einzelne kann somit dazu beitragen, dass sich auch nach der Urlaubszeit wieder ein annähernd normaler Betrieb in Schulen und im Leben unseres Landkreises abzeichnet. “

16.55 Uhr: Bodo Ramelow richtet deutliche Worte an Reiserückkehrer

Wer in der Coronakrise in ein Risikogebiet reist, soll nach Ansicht von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) nach seiner Rückkehr selbst für die Coronatests zahlen. „Da gilt das Verursacherprinzip“, sagte Ramelow am Freitag in Erfurt. Wer sich für ihn erkennbar in eine Region begebe, die als Corona-Risikogebiet eingestuft sei, könne nicht erwarten, dass die Allgemeinheit für seine Tests bezahle.

Wer etwa nach Afrika reise, komme auch selbst für Schutzimpfungen auf. „An den Stellen, wo der Staat etwas will, muss der Staat bezahlen“, sagte Ramelow. Dort, wo jemand aus privatem Interesse handele, müsse dagegen auch privat bezahlt werden. Das müsse inzwischen auch in der Coronakrise gelten. „Da bin ich hartnäckig“, sagte er.

Gleichzeitig plädierte Ramelow erneut für eine Meldepflicht von Rückkehrern aus Risikogebieten. Sie sollten verpflichtet werden, sich beim zuständigen Gesundheitsamt registrieren zu lassen und sich dann für etwa sechs Tage in Quarantäne begeben. Anschließend könnten sie einen Coronatest machen – oder freiwillig weiter für insgesamt 14 Tage in Quarantäne bleiben. Bei negativem Testergebnis solle die Pflicht zur weiteren Quarantäne entfallen.

16 Uhr: So steht es um die Corona-Schutzausrüstung in Thüringen

Die Corona-Schutzausrüstung für medizinisches und pflegerisches Personal in Thüringen ist jetzt fast vollständig aufgebaut. Unter anderem lagert der Freistaat so viele zweilagige Schutzmasken und Schutzbrillen ein, dass der Bedarf für bis zu sechs Wochen komplett abgedeckt sei, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Link) am Freitag.

Nur der Vorrat an Schutzmasken der Kategorie FFP3 müsse noch aufgestockt werden, deren Bestellung sei bereits erfolgt. Bislang hat Thüringen rund 23 Millionen Euro in Schutzausrüstung investiert, bis zu 36 Millionen Euro standen für diesen Zweck im Landeshaushalt zur Verfügung.

8.38 Uhr: Massive Probleme bei Corona-Warn-App in Thüringen

Auch rund sechs Wochen nach Veröffentlichung der Corona-Warn-App kann diese noch immer nicht ohne Probleme genutzt werden. Laut MDR Thüringen fehlt einigen Gesundheitsämtern ein Formular. Die Ursache ist kurios. Angeblich kommen die Druckereien nicht hinterher, dieses Formular zu drucken. Dieses soll eigentlich ein positiv getesteter Patient erhalten. Der Patient scannt es mit seiner Corona-Warn-App ein und Kontaktpersonen erhalten umgehend eine Nachricht auf ihr Handy. Doch diese Theorie funktioniert in der Praxis nicht. Das Dokument fehlt vielen Gesundheitsämtern und Laboren.

Die Druck-Aufträge für die wichtigen Formulare seien ausgelöst, nur kommen die zuständigen Druckereien nicht hinterher. Man arbeite mit Hochdruck, hieß es von dort. Das Thüringer Gesundheitsministerium teilte auf Anfrage vom Sender dazu mit, dass aktuell keine Beschwerden der Gesundheitsämter zur Funktionsfähigkeit der App vorliegen. Das Ministerium will den Sachverhalt nun prüfen, hieß es.

Donnerstag, 30. Juli

15.07 Uhr: Corona-Fall im Pflegeheim

Ein Bewohner des AWO Pflegeheims in Meiningen ist im Klinikum positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Der Mann wurde am Dienstag aufgrund anderer Ursache in das Klinikum eingeliefert. Er wies jedoch keine Corona-Symptome auf.

Das Gesundheitsamt konnte bereits alle Kontaktpersonen im Pflegeheim ermitteln. Zwei Pflegekräfte und drei weitere Bewohner des Pflegeheims befinden sich aktuell in Quarantäne.

Die Kontaktnachverfolgung weiterer Personen im Klinikum wird durch das Gesundheitsamt ermittelt. Die Abstriche der Kontaktpersonen werden vor Ort im Pflegeheim und durch das Gesundheitsamt vorgenommen.

14.45 Uhr: Mundschutz an Thüringer Schulen – aber nicht im Unterricht

Eine Corona-Maske wird auch beim Schulstart Ende August in den Schulrucksack in Thüringen gehören, auch wenn die Schulen dann wieder in den Normalbetrieb gehen. „Die Mund-Nase-Bedeckung ist in der anhaltenden Pandemiesituation ein wichtiger Bestandteil des vorbeugenden Infektionsschutzes, den wir auch im kommenden Schuljahr praktizieren wollen“, sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Donnerstag in Erfurt der Deutschen Presse-Agentur.

Sie müsse bei dem Ampelsystem, das dann gelten soll, auch ohne hohe Infektionszahlen in den Schulgebäuden überall dort getragen werden, wo die nötigen Abstände zwischen den Schülern nicht immer eingehalten werden könnten. „Ich stelle aber ausdrücklich klar: Im Unterricht ist eine Mund-Nase-Bedeckung wie auch bisher nicht erforderlich“, sagte Holter.

Zu den weiteren Hygieneregeln, die nach den Sommerferien in Thüringer Schulen anzuwenden sind, gehören nach Angaben Holters das regelmäßige Händewaschen und das Stoßlüften in Räumen.

Das Land will die Schulen im Freistaat im neuen Schuljahr grundsätzlich in den Regelbetrieb zurückschicken – und dabei mit einem dreistufigen Ampelsystem lokal begrenzt auf mögliche Corona-Ausbrüche in den Einrichtungen reagieren.

Mittwoch, 29. Juli

16.41 Uhr: Spanien-Rückkehrer aus Saale-Orla-Kreis infiziert

Im Saale-Orla-Kreis hat sich ein Mann im Spanien-Urlaub mit dem Coronavirus infiziert. Das Virus sei am Tag nach seiner Rückkehr per Test nachgewiesen worden, teilt die Kreisverwaltung mit. Nach Angaben einer Sprecherin hatte er schon im Urlaub erste Symptome gezeigt.

Der Mann war am Sonntag mit dem Flugzeug aus Spanien zurückgekehrt und hatte sich am Montag bei seiner Hausärztin testen lassen. Er befindet sich in häuslicher Quarantäne, ebenso wie mehrere Kontaktpersonen.

In Hümpfershausen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen ist unterdessen eine Kindergarten-Erzieherin positiv auf das Coronavirus getestet worden. Mehr als 20 Kontaktpersonen seien ermittelt worden, so das Landratsamt. Darunter sind 17 Kinder und eine weitere Erzieherin der betroffenen Gruppe.

Sie befinden sich in Quarantäne. Morgen will das Gesundheitsamt mit Corona-Tests beginnen. Der Kita-Betrieb in der zweiten Gruppe der Einrichtung laufe weiter, hieß es.

In Thüringen wurden nach Zahlen der Landesregierung fünf neue Coronafälle gemeldet. Die Zahl der seit Pandemiebeginn nachgewiesenen Infektionen erhöhte sich damit auf 3.356. Im Zusammenhang mit dem Virus starben bislang 182 Menschen in Thüringen.

15.46 Uhr: Weimar erlässt strengere Corona-Verfügung

Nach einem deutlichen Anstieg bei nachgewiesenen Infektionen verschärft die Stadt Weimar ihre Corona-Verfügung. Sie trete ab dem 31. Juli in Kraft, teilt die Stadtverwaltung mit.

Die neue Verordnung sieht etwa eine Verschärfung der Maskenpflicht für Personal in Geschäften vor. Zudem müssen Restaurants wieder Kontaktdaten von Gästen zur Nachverfolgung im Infektionsfall erfassen.

Seit etwa einer Woche steigen in Weimar die Zahlen nachgewiesener Corona-Fälle deutlich an. Aktuell seien 19 aktive Fälle bekannt, hieß es am Dienstagabend. In Quarantäne befanden sich am Dienstag 211 Menschen, dabei standen weitere Testergebnisse noch aus.

Die Stadtverwaltung führt den Anstieg vor allem auf zwei Familien zurück, die durch Besuche in und durch Besucher aus anderen Bundesländern infiziert worden waren. Zahlreiche Kontaktpersonen seien in diesem Zusammenhang ermittelt worden.

14.00 Uhr: Streit um Kostenübernahme für Reiserückkehrer

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) erhält für ihre Skepsis gegenüber verpflichtenden Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten Gegenwind von der CDU. „Nur, weil wir nicht alle Corona-Infektionen auf diese Weise entdecken, ist das noch lange kein Grund, komplett auf solche Tests zu verzichten“, erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Christoph Zippel am Mittwoch. Er forderte die Landesregierung auf, die entsprechenden Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit aller Kraft zu unterstützen.“

Auch der Verband der Wirtschaft Thüringens (VWT) unterstützt die Pflichttests. Aus Sicht von Werner vermitteln die Tests für Reiserückkehrer eine trügerische Sicherheit, da sie zu Beginn einer Infektion fälschlicherweise negativ ausfallen können. Für VWT-Hauptgeschäftsführer Stephan Fauth können sie hingegen verhindern, dass sich das Coronavirus in Betrieben ausbreitet und diese im Extremfall geschlossen werden müssten. Derzeit komme die Wirtschaft gerade wieder allmählich in Gang, erklärte er in einer Mitteilung. „Es wäre verheerend, wenn durch neue Lockdowns die Lieferketten erneut unterbrochen werden.“ Tests seien „ein gerechtfertigter Eingriff, da es weiter darum geht, das Infektionsgeschehen einzudämmen.“

Werner hatte sich zunächst gegen die Kostenübernahme der Corona-Tests ausgesprochen und damit auch gegen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) argumentiert.

13.00 Uhr: Fußball-Saison in Thüringen muss doch nachgeholt werden!

Dem Thüringer Amateur-Fußball droht eine lange Hängepartie um den Abbruch oder die Fortsetzung der Saison. Am Dienstagabend kippte das Sportgericht des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) den Beschluss, die Spielzeit abzubrechen und zu annullieren. Dieser war erst vor gut zwei Wochen auf einem außerordentlichen Verbandstag gefasst worden. Dagegen legten 19 Vereine Einspruch ein. Darunter befand sich der FC Gebesee, der nun Recht bekam.

Der TFV ist nun aufgefordert, die Saison neu zu werten oder vor das Verbandsgericht zu ziehen. Bei einer neuen Wertung wäre die andernorts angewandte Quotientenregel eine Möglichkeit. So könnte es auch Auf- und Absteiger geben.

7.45 Uhr: Kostenlose Corona-Tests am Flughafen Leipzig ab Samstags

Bislang war es ein regelrechtes Hick-Hack mit den Corona-Tests am Flughafen Leipzig/Halle. Zuerst hatte die Stadt Halle kostenpflichtig Corona-Tests für alle Bürger und Bürgerinnen aus Halle angeboten. Das Angebot wurde jedoch eher sporadisch angenommen, der Preis von 150 Euro pro Test hatte die Hallenser wohl abgeschreckt.

Wie die das Sozialministerium in Sachsen mitteilte, soll damit jetzt Schluss sein. Ab Samstag soll es am Airport kostenlose Corona-Tests geben. Rückkehrer können sich innerhalb von drei Tagen nach Einreise testen lassen. Das Angebot gilt dabei nicht nur für Rückkehrer aus Risiko-Gebieten, sondern für alle Reisenden. Die Kosten für die Tests übernehmen das Land und die Krankenkassen.

Dienstag, 28. Juli

19.32 Uhr: Weiterer Corona-Fall in Weimar

Soeben wird ein weiterer positiver Fall in Weimar bekannt. Bei der infizierten Person handelt es sich um einen Einreisenden aus Südamerika, der sich nach seiner Ankunft in Weimar weitgehend selbst isoliert hat und nähere Kontakte vermied.

Der neue Fall stehe in keinem Zusammenhang mit den bereits bekannten Fällen, heißt es von der Stadt. Da eine Person inzwischen wieder als genesen gilt, geht die Stadtverwaltung derzeit von 19 aktiven Fällen aus.

Insgesamt wurden heute 35 Testergebnisse durch das Gesundheitsamt übermittelt, von denen 34 negativ waren.

19.15 Uhr: Kommt das Sonntags-Shopping?

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt fordert als Reaktion auf drastische Umsatzeinbrüche in Folge der Corona-Pandemie eine Lockerung des Ladenöffnungsgesetzes in Thüringen.

Den Geschäften in Thüringen müsse die Öffnung an Sonntagen erlaubt werden, erklärte die Kammer am Dienstag in Erfurt. >> Den gesamten Artikel findest du hier!

18.07 Uhr: Werner kritisiert Corona-Pflichttests für Reiserückkehrer

Als trügerisch hat Heike Werner die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu verpflichtenden Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten bewertet.

„Die geplante Pflicht bringt keinen wirklichen Mehrwert“, sagte Thüringens Gesundheitsministerin (Linke) am Dienstag in Erfurt der Deutschen Presse-Agentur. Gerade am Anfang einer Corona-Infektion würden die Tests nicht selten fälschlicherweise negativ ausfallen.

Sie seien dann „falsch negativ“ obwohl jemand das Virus tatsächlich in sich trage. Deshalb müssten die Tests nach drei Tagen wiederholt werden, wenn sie wirklich aussagekräftig sein sollten, erklärte Werner. Das ist nach den bisherigen Plänen Spahns aber nicht vorgesehen.

17.03 Uhr: Weimar plant Verschärfung von Corona-Verfügung nach neuen Fällen

Wegen zuletzt deutlich gestiegener nachgewiesener Infektionen mit Sars-Cov-2 hat die Stadt Weimar angekündigt, voraussichtlich ihre Corona-Verfügung zu verschärfen. Die aktuelle Allgemeinverfügung laufe zum Monatsende aus, so eine Sprecherin der Stadtverwaltung. Mit der darauffolgenden Verordnung werde vermutlich die Maskenpflicht wieder erweitert.

„Aktuell muss das Verkaufspersonal in Geschäften keine Maske tragen“, sagte Sprecherin Sofia Orfanidis. Mit dem neuen Papier werde es wohl auch für diese Gruppe wieder eine Pflicht werden, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Zudem sei angedacht, dass etwa in Restaurants wieder Kontaktdaten von Gästen zur Nachverfolgung im Infektionsfall erfasst werden. Dabei solle es keine Rolle spielen, ob die Gäste drinnen oder im Außenbereich sitzen.

Seit etwa einer Woche steigen in Weimar die Zahlen nachgewiesener Corona-Fälle deutlich an. Aktuell seien 18 aktive Fälle bekannt, hieß es. In Quarantäne befanden sich am Dienstag 207 Menschen, dabei standen 105 Testergebnisse noch aus. „Bei über 100 ausstehenden Tests ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich darunter weitere positive Tests befinden“, sagte der Leiter des städtischen Krisenstabs Ralf Kirsten.

Der Anstieg sei vor allem auf zwei Familien zurückzuführen, die durch Besuche in und durch Besucher aus anderen Bundesländern infiziert worden waren. Zahlreiche Kontaktpersonen seien in diesem Zusammenhang ermittelt worden.

„Wenn wir aber einen Anstieg der Zahlen bemerken, ist es unsere Pflicht dagegenzusteuern, um die Bürgerinnen und Bürger Weimars sowie zahlreiche Touristinnen und Touristen zu schützen“, sagte Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos). Dazu gehöre auch die erhöhte Vorsicht aller.

15.32 Uhr: Busfahrer angegriffen, weil er auf die Maskenpflicht verwies

Im Ilm-Kreis ist ein Busfahrer von einem Fahrgast (23) angegriffen worden, der sich weigerte, einen Mundschutz zu tragen.

Der 23-jährige Fahrgast fuhr am Montagabend gegen 18.10 Uhr mit dem Linienbus von Erfurt nach Arnstadt. Auf der Fahrt soll der Mann seinen Mund-Nasen-Schutz abgenommen haben, berichtet die Polizei.

Der Busfahrer habe ihn daraufhin mehrfach – aber erfolglos – auf die bestehenden Hygienevorschriften aufmerksam gemacht. Der 23-Jährige soll daraufhin verbal ausfällig geworden sein, weshalb ihn der Busfahrer an der Haltestelle Eischleben des Busses verwies.

Dem sei der junge Mann aber nicht nachgekommen, stattdessen schlug er zu. Der Busfahrer wurde leicht verletzt. Ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung wurde eingeleitet.

Der Vorfall erinnert an einen schlimmen Fall aus Frankreich: In Bayonne im Südwesten Frankreichs war ein Busfahrer von Fahrgästen, die er auf das Tragen des Mundschutzes verwiesen hatte, so heftig geschlagen und getreten worden, dass er an den Folgen starb. >>> Frankreich: Busfahrer nach Maskengegner-Angriff gestorben – „Fühle mich wie in einem Albtraum“

10.15 Uhr: Vorsitzender des Ärzteverbandes kritisiert Bundesregierung scharf

Der Vorsitzender des Ärzteverbandes Hartmannbund aus Thüringen hat scharfe Kritik am Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung geübt. Der im Zusammenhang mit Covid-19 zutage getretene Umgang mit Bedrohungslagen für die Bevölkerung sei „ein Sammelsurium an Fehlern, Versagen Verantwortlicher und weiteren Peinlichkeiten“, resümiert Jörg Müller, der als Augenarzt in Gera tätig ist und für die AfD im Stadtrat sitzt.

>> Alle vorherigen Entwicklungen kannst du hier nachlesen!

(dpa mit Thüringen24)