Thüringen: Kritik an drohenden Motorrad-Fahrverboten – allein 100.000 Biker im Freistaat betroffen

Die CDU-Fraktion in Thüringen kritisiert den Entschluss des Bundesrates, offensiver gegen Lärmbelästigung durch Motorräder vorzugehen. (Symbolbild)
Die CDU-Fraktion in Thüringen kritisiert den Entschluss des Bundesrates, offensiver gegen Lärmbelästigung durch Motorräder vorzugehen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Andreas Vitting

Erfurt. Müssen Biker in Thüringen bald an Sonn- und Feiertagen ihre Motorräder in der Garage lassen?

Vor rund einem Monat hat der Bundesrat einen Entschluss „zur wirksamen Minderung und Kontrolle von Motorradlärm“ formuliert. Darin werden unter anderem härtere Strafen gegen Biker gefordert, die ihr Fahrzeug auftunen, um es zusätzlich lauter zu machen. Aber auch zeitlich beschränkte Verkehrsverbote für Motorräder an Sonn- und Feiertagen gehören zu den Vorschlägen.

Die CDU-Fraktion in Thüringen hat nun mitgeteilt, diese möglichen Einschränkungen zu einem Thema bei der nächsten Landtagssitzung zu machen.

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Thüringen: CDU-Fraktion kritisiert Motorrad-Fahrverbote scharf

Die Position der Fraktion ist dabei klar. „Wir wollen damit erreichen, dass die Bundesregierung einem entsprechenden Antrag des Bundesrats nicht zustimmt“, so der Verkehrsexperte der Union, Marcus Malsch.

Er finde die Kritikpunkte, die als Grundlage für die Einschränkungen dienen, nicht angemessen. So werde beispielsweise bei weitem nicht jedes Motorrad hochtourig durch die Thüringer Ortschaften gefahren.

„Hier wird aus einem Problem einiger weniger unvernünftiger Fahrer ein generelles Verbot für 100.000 Motorradbesitzer allein in Thüringen angestrebt“, meint Malsch.

Zudem sei das Motorrad im ländlichen Raum ein wichtiger Ersatz für Busse und Bahnen – und zwar gerade eben an Wochenenden und Feiertagen, wenn der öffentliche Nahverkehr nur eingeschränkt angeboten wird. Ein Verbot, wie es im Bundesrat-Entschluss formuliert ist, würde den Menschen auf dem Land an diesen Tagen die Mobilität nehmen.

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Auch aus touristischer Sicht lehnt Malsch den Entschluss ab: „Sonn- und Feiertage sind doch gerade die typischen Tage für Motorradausflüge. Ausgerechnet dann die Benutzung der Maschinen zu verbieten, schädige die Gastronomie und erschwere in Deutschland 4,4 Millionen Zweiradfahrern die Ausübung ihres Hobbys.“ (at)