Thüringen-Experte verrät: Ein echter DDR-Klassiker entstand im Freistaat – „Einer der erfolgreichsten Filme“

Der Erfurter Autor Mirko Krüger hat sein neuestes Buch den Worten Pittiplatschs gewidmet: „Ach du meine Nase“! Er berichtet auch von einigen Filmen, die in Thüringen gedreht wurden.
Der Erfurter Autor Mirko Krüger hat sein neuestes Buch den Worten Pittiplatschs gewidmet: „Ach du meine Nase“! Er berichtet auch von einigen Filmen, die in Thüringen gedreht wurden.
Foto: Friederike Noske

Thüringen. Wenn du aufmerksam durch die Innenstadt von Erfurt spazierst, kannst du sie an der Gera sitzen sehen: Piittiplatsch, Schnatterinchen und Moppi. Die drei Figuren haben eines gemeinsam: Sie waren DIE Puppenfiguren des Deutschen Fernsehfunks in der ehemaligen DDR.

Der Erfurter Autor Mirko Krüger widmet sich in seinem neuesten Buch „Ach du meine Nase“ dem Fernsehprogramm in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR), zu der auch das Bundesland Thüringen gehörte, und verrät: Diese DDR-Klassiker wurden in Thüringen gedreht!

Thüringen: Diese DDR-Klassiker wurden im Freistaat gedreht!

„Ach du meine Nase“, das sagte der kleine Kobold Pittiplatsch stets im Abendgruß, seit 1962. Nach seinem Ausruf hat Autor Mirko Krüger sein neustes Buch über das Fernsehprogramm der DDR benannt, das er im Gespräch mit Thüringen24 vorstellt. Dabei verrät er auch, welche wichtigen Rollen etwa der Thüringer Wald, das Schloss Burgk im Saale-Orla-Kreis und eine einfache Litfaßsäule auf einem Marktplatz in Thüringen spielen.

„Thüringen war in der DDR nicht Haupt-Dreh- und Angelpunkt der Filmindustrie“, berichtet Krüger, der selbst einige Jahre beim DDR-Fernsehen gearbeitet hat. „Die Filmstudios waren hauptsächlich in Babelsberg, Potsdam, also in Brandenburg.“ Trotzdem entstanden einige der größten DDR-Film-Erfolge in Thüringen.

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Das war die DDR:

  • Abkürzung für Deutsche Demokratische Republik
  • existierte von 1949 bis 1990
  • Hauptstadt: Berlin
  • entstand aus der Teilung Deutschlands nach 1945 aus der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone
  • Regierungspartei war die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands), offizielle Staatsideologie der Marxismus-Leninismus
  • der Mauerfall (9. November 1989) und die friedliche Revolution sorgten unter anderem für das Ende der DDR

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Thüringer Wald statt Schwarzwald!

Zum Beispiel „Das kalte Herz“. Das berühmte Märchen von Wilhelm Hauff aus dem Jahr 1827 spielt eigentlich im Schwarzwald, Baden-Württemberg – „aber das ging natürlich nicht als Drehort“, erklärt Krüger. Deshalb musste eben der Thüringer Wald herhalten.

Das kalte Herz

Einige Szenen des Films spielen etwa im Lauchagrund, einem kleinen Tal im Thüringer Wald, und am Inselsberg. „Es ist einer der erfolgreichsten Filme der DDR“, berichtet Krüger.

„James Bond der DDR“

Ein weiterer DDR-Klassiker sei die Fernsehserie „Das unsichtbare Visier“ gewesen. „Das war der James Bond der DDR“, berichtet Krüger. Hauptdarsteller der Spionagereihe war zunächst der Schauspieler Armin Mueller-Stahl, später spielte Horst Schulze die Hauptrolle.

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Und gedreht wurden Teile der Serie nirgendwo anders als im Freistaat. Als „Wasserschloss“ zum Beispiel, in der Serie der Geheimtreff der Agenten, diente das Schloss Burgk im Thüringer Schiefergebirge. „Es liegt genau an einer Talsperre, das ist landschaftlich so schön“, schwärmt Krüger und fügt hinzu: „Das ist auch perfekte Werbung für Thüringen.“

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Kleine Stadt, große Rolle

Wer hätte es gedacht? Aber auch die thüringische Kleinstadt Pößneck spielte in einem DDR-Klassiker eine wichtige Rolle. Der mittelalterliche Stadtkern bot die Kulisse für „Moritz in der Litfaßsäule“ aus den 80er-Jahren.

Darin beschließt der neunjährige Moritz, von zu Hause auszureißen und Unterschlupf in einer Litfaßsäule zu suchen.

Das besondere: Die besagte Litfaßsäule, so Krüger, stand damals mitten auf dem Marktplatz von Pößneck – obwohl dieser extrem schräg liegt. Tatsächlich weist er eine Steigung von mehr als 10 Prozent auf.

Autor aus Erfurt beantwortet DDR-Fragen

444 Fragen und Antworten zum ehemaligen DDR-Fernsehprogramm beantwortet Mirko Krüger in „Ach du meine Nase“, das seit Ende Juni auf dem Markt ist.

Der Autor und Journalist, der viele Jahre auch bei der Thüringer Allgemeinen Zeitung arbeitete, befasst sich in seinen Büchern unter anderem auch mit Sagen und Mythen rund um und in Thüringen.