Thüringen: Blick in den Sternenhimmel lohnt sich! Das kommt nur alle Tausend Jahre vor

Am Himmel ist ein seltenes Phänomen zu beobachten.
Am Himmel ist ein seltenes Phänomen zu beobachten.
Foto: dpa

Wer in den nächsten Tagen in Thüringen in der Morgendämmerung die Augen aufhält, kann ein Phänomen beobachten, das es nicht so oft gibt.

Denn über Thüringen und auch an anderen Orten in Deutschland und der Welt ist am Himmel etwas Seltenes zu entdecken.

Himmelsphänomen über Thüringen zu sehen

Der Komet „Neowise“ mit der nüchternen Bezeichnung C/2020 F3 ist bis etwa zum Monatsende am Himmel zu sehen - erst mit bloßem Auge und später per Feldstecher.

„Für ungeübte Beobachter liegt der beste Beobachtungszeitraum zwischen dem 15. und dem 25. Juli“, sagt Manfred Gaida, Astronom und wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Derzeit taucht der helle Schweifstern – bei optimalen Beobachtungsbedingungen – kurz vor der Morgendämmerung auf, ganz, ganz tief am Horizont im Sternbild Fuhrmann.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Wetter in Thüringen: Sommer? Fehlanzeige! Das kommt in den nächsten Tagen auf dich zu

Thüringen-Experte verrät: Dieser DDR-Klassiker entstand im Freistaat – „Einer der erfolgreichsten Filme“

Thüringen: Wie dreist! Kinder kehren zu ihrem Obstgarten zurück – doch dann sind sie tieftraurig

-------------------------------------

In den kommenden Wochen wird es dann aber viel leichter, ihn am Sternenhimmel zu entdecken: Der Schweifstern gewinnt an Höhe über dem Horizont und wandert in Richtung des Großen Wagens – wobei er allerdings zugleich an Leuchtkraft verliert. Dafür geht er immer früher auf, so dass aus dem Beobachtungsobjekt in der Dämmerung eines für die tiefe Nacht und später für den Abendhimmel wird.

+++ Thüringen: Angler steht am Ufer – und macht einen gefährlichen Fund +++

Komet wurde Ende März entdeckt

Entdeckt wurde der Komet erst am 27. März, und zwar vom Weltraumteleskop „Wise“. In den vergangenen Tagen durchlief der neue Schweifstern den sonnennächsten Punkt seiner Bahn - nun entfernt er sich wieder von unserem Zentralgestirn.

Zwar ziehen häufig Kometen an der Sonne vorbei, doch die meisten sind nur in Fernrohren zu sehen. Sehr selten sind dagegen die spektakulär hellen Schweifsterne wie zum Beispiel die prächtigen Kometen Hale-Bopp und Hyakutake aus den 1990er Jahren.

---------

Das ist ein Komet

  • Himmelskörper mit einigen Kilometern Durchmesser
  • wird meist durch Gase erzeugt
  • hat einen Schweif
  • Unterschied zu Asteroid nicht klar abgegrenzt
  • Asteroiden sind kaum zu sehen mit bloßen Auge, Kometen schon

---------

Kometen können sehr gefährlich werden

Kometen gelten als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Sie werden oft mit schmutzigen Riesen-Schneebällen aus Eis, Staub und Stein verglichen. Wenn diese Brocken sich auf ihrer Reise durchs All der Sonne nähern, bilden sie oft Gas- und Staubschweife aus.

Zu den alten Mythen gesellt sich eine zwar sehr unwahrscheinliche, aber dennoch reale Gefahr: Der Einschlag eines Kometen auf der Erde könnte tatsächlich eine globale Katastrophe auslösen. Aber von diesem Kometen geht keine Gefahr aus. (fb/AFP)