Wetter in Thüringen: Kommt der nächste Hitzesommer? Experte mit überraschender Prognose

Wetter: Was kommt auf Thüringen zu? Steht die nächste Hitze-Welle schon in den Startlöchern?
Wetter: Was kommt auf Thüringen zu? Steht die nächste Hitze-Welle schon in den Startlöchern?
Foto: imago images / Gottfried Czepluch / Patrick Scheiber

Leipzig. Das Wetter in Thüringen ist aktuell nicht gerade sommerlich. Ventilatoren und Klimaanlagen verstauben. Doch rollt die nächste Hitzewelle bald auf Thüringen zu? Der Deutsche Wetter-Dienst (DWD) hat eine überraschende Prognose parat.

Falk Böttcher vom DWD in Leipzig sagt im Gespräch mit Thüringen24, dass es aktuell nicht danach aussieht. Aufatmen bedeute das aber nicht. Thüringen habe mit viel größeren Problemen zu kämpfen.

Wetter in Thüringen: „Wir schleppen aber noch Dinge aus der Vergangenheit mit“

„Im Moment sehen wir keine Hitzewelle für Thüringen. Die Temperaturen in den nächsten Tagen sind ein klein wenig über dem Strich, aber im Bereich des Normalen“, so Böttcher.

Etwa 20 bis 25 Grad seien lediglich drin. An wenigen Stellen auch Mal bis zu 27 Grad.

„Es ist ein normaler mitteleuropäischer Sommer, wie man ihn sich wünscht. Nicht zu heiß, nicht zu kalt. In der nächsten Zeit erwarten wir keine großen Extreme“, so Böttcher.

Mitte Juli gebe es eher einen kleinen Dämpfer, da sei aber noch Vorsicht geboten. Denn Wetter-Experten könnten nur für die kommenden 14 Tage eine genauere Prognose aufstellen. Das Wetter könne sich immer noch ändern.

Doch wie wird der Sommer 2020? Wenn die Hitzewelle von 2018 und 2019 nicht auf Thüringen trifft? „Es sieht nicht nach einem verregneten Sommer aus, aber auch nicht nach einem Hitze-Sommer. Wir schleppen aber noch Dinge aus der Vergangenheit mit“, sagt der DWD-Experte.

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Das war der Hitze-Sommer 2018:

  • 2018 fiel wenig Regen, gleichzeitig war es extrem warm
  • In Europa kam es zu Waldbränden, Hitzeschäden und Ernteausfällen
  • Wegen der warmen Flüsse wurden sogar Kraftwerke abgeschaltet
  • In Deutschland war der Sommer 3,8 Grad °C wärmer als in den letzten Jahrzehnten
  • Selbst im Oktober herrschten sommerliche Werte: 28,6 °C wurden am 13. Oktober in Tönisvorst gemessen

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Denn der Hitze-Sommer 2018 hat enorme Trockenheit nach Thüringen gebracht. Auch Niederschlags-Defizite schleppen wir mit.

Am 13. und 14. Juni gab es aber in einigen Regionen viel Regen, der gut für den Boden war. „Von den Kollegen aus dem Forst hört man aber, dass dadurch nicht wieder alle Dinge im Lot sind. Das ist ganz und gar nicht der Fall. Wenn man durch Thüringen fährt und die Wälder beobachtet, sieht man, dass noch Schädigungen da sind“, so Böttcher.

Wetter in Thüringen: „Eklatante und katastrophale Situation“

Der Juni-Niederschlag sei dabei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Im wahrsten Sinne. „Zu Beginn des Sommers deuten die Anzeichen nicht darauf hin, dass es so eine eklatante und so eine katastrophale Situation wird – meteorologisch.“

Laut dem Wetter-Experten gibt es in Thüringen ein Niederschlags-Defizit. In Erfurt zum Beispiel fehlen ihm zufolge immer noch etwa 320 Liter Regen pro Quadratmeter, damit das Defizit von 2018 und 2019 wieder ausgeglichen ist. „Das ist etwa die Hälfte der Jahressumme.“

Die größte Differenz habe es Ende Mai 2020 gegeben, fast 400 Liter fehlten in Erfurt. Der Juni minimierte die Zahl etwas, dennoch fehlt eine große Menge. Insbesondere die Böden sind noch lange nicht wieder aufgefüllt in vielen Teilen des Landes.

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Im Jahr 2020 war es bislang noch nicht so warm, wie in den letzten beiden Jahren, dennoch haben wir aktuell einen Wärme-Überhang im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten. „Es ist nicht zu warm, aber auch bei weitem nicht zu halt. Dennoch war der Juni 1,5 bis 2 Grad zu warm“, sagt Böttcher.

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Das heißt für das Wetter in Thüringen: Bei 40 Grad im Büro schwitzen, danach sieht es aktuell nicht aus. (ldi)