Thüringen: Diebe treiben ihr Unwesen und stehlen ausgerechnet DAS!

Die Polizei Thüringen steht vor einem Rätsel. (Symbolbild)
Die Polizei Thüringen steht vor einem Rätsel. (Symbolbild)
Foto: dpa

Grammetal. Im Weimarer Land in Thüringen steht die Polizei vor einem Rätsel.

Denn in Grammetal in Thüringen ist es zu mehreren ähnlichen Vorfällen in nur wenigen Monaten gekommen, deren Motive für die Beamten unbegreiflich sind.

Kuriose Vorfälle in mehreren Orten in Thüringen

Begonnen hatte alles im Oktober 2019, die jüngste Tat geschah erst vor wenigen Wochen.

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Im Oktober 2019 war auf einmal das Schild des Ortes Mönchenholzhausen weg. Das erste von insgesamt zwölf Ortsschildern, die geklaut wurden. Warum? Der Grund ist bisher unbekannt, die Polizei geht von Nostalgie aus.

Nostalgie könnte ein Grund sein

In Isserdoa, Nohra und Hayn wurden die Schilder ebenfalls gestohlen. All diese Orte wurden zu einer neuen Landgemeinde zusammengefasst, der Landgemeinde Grammetal.

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Isserodas Oberbürgermeister Ralf Lober sagte gegenüber dem MDR: „Viele können sich mit der neuen Struktur nicht anfreunden - es ist eine große Herausforderung, aus 16 Orten eine Gemeinde zu machen.“

Lange sei darüber debattiert worden, ob die Orte zur neuen Landgemeinde gehören sollen – oder zu Erfurt. Entschieden wurde per Bürgerentscheid. Aber das dürfte nicht jedem gefallen haben.

Schäden kosten Gemeinde viel Geld

Wehmut und Nostalgie ist der wahrscheinlichste Grund für den Schilderklau, vermutet die Polizei. Für die Gemeinden wird die Sache richtig teuer, denn pro Schild, das neu aufgestellt werden muss, zahlt sie 400 Euro. Bei zwölf Schildern sind das ganze 4.800 Euro!

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Bisher wurden die Schilder nicht wiedergefunden. Dass sie weiterverkauft werden, daran glaubt auch kaum jemand. Eher werden Sammler hinter der Aktion vermutet.

Letzter Schilder-Klau könnte rechtsextremen Hintergrund haben

Das zuletzt geklaute Schild hat aber nach Vermutung der Polizei einen anderen Hintergrund als Nostalgie. Das dortige Ortseingangsschild soll eher von Menschen mit rechtsradikalem Hintergrund geklaut worden sein.

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Das war das Konzentrationslager Buchenwald

  • von 1937 bis 1945 zur Zwangsarbeit genutzt
  • eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden
  • rund 266.000 Menschen inhaftiert
  • Schätzung: 56.000 Tote in Buchenwald
  • Häftlinge hatten Deportierung verhindert und US-Armee per Funk um Hilfe gerufen
  • Sowjets nutzten es später als Speziallager, 7000 Menschen starben darin
  • seit 1958 ist es eine Mahn- und Gedenkstätte

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Es handelt sich um das Schild des Ortes Buchenwald, welches in Kreisen von Neonazis wie eine Art Trophäe angesehen wird. (fb)