Thüringen: Unbekannte verwüsten Gedenkort für NS-Überlebende – „gehen davon aus, dass es politisch motiviert war“

An der Gedenkstätte für Überlebende vom Konzentrationslager Mittelbau-Dora in Thüringen haben Unbekannte randaliert!
An der Gedenkstätte für Überlebende vom Konzentrationslager Mittelbau-Dora in Thüringen haben Unbekannte randaliert!
Foto: imago images / opokupix

Nordhausen. Unbekannte haben in Thüringen einen Gedenkort für die Überlebenden des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora verwüstet. Höchstwahrscheinlich hat die Tat einen politisch motivierten Hintergrund.

Thüringen: Gedenkort für Überlebende von Konzentrationslager verwüstet

Die Täter haben im Ehrenhain in Nordhausen nach Angaben der Stadt Bäume und Gedenksteine beschädigt, die Überlebenden des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora gewidmet sind.

An den Bäumen wurden Äste abgebrochen, Namensschilder der Überlebenden wurden zerkratzt, abgebrochen und entfernt, wie die Stadtverwaltung und die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora am Freitag mitteilten. Die Stadt werde die Schäden beheben und Anzeige erstatten.

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„gehen davon aus, dass es politisch motiviert war“

„Das Mindeste, was wir den Opfern von Krieg und Gewalt entgegenbringen können sind ehrenvolle Orte des Gedenkens“, sagte Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos). Solcher Vandalismus mache ihn daher wütend.

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Die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora verurteilte die Tat als einen Anschlag auf die Würde der NS-Opfer. „Sicher ist es noch nicht, aber wir gehen davon aus, dass es politisch motiviert war“, sagte ein Stiftungssprecher auf Anfrage.

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Seit 2011 erinnert der Ehrenhain an die Toten und Überlebenden des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora. Zwischen 1943 und 1945 zwangen die Nationalsozialisten dort mehr als 60 000 Menschen zur Arbeit für die Rüstungsindustrie. Jeder dritte von ihnen starb. (dpa)