Thüringen: Passanten niedergestochen – ER kann gerade noch Schlimmeres verhindern!

Das Messer habe er nicht gesehen, aber das Ausholen, so der Held aus Thüringen. (Symbolbild)
Das Messer habe er nicht gesehen, aber das Ausholen, so der Held aus Thüringen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Agentur 54 Grad

Gera. Als im Februar dieses Jahres ein 15-Jähriger in Gera (Thüringen) mit seinen beiden Freunden auf eine Gruppe Männer mit einem Messer einsticht, sehen viele Anwohner weg. Aber nicht Stephan. Er eilt den Opfern zur Hilfe – und kann die Polizei zu den mutmaßlichen Tätern führen.

Gegenüber „Focus online“ erzählt er seine Geschichte. Der Mann aus Thüringen will nicht als Held gesehen werden. Für ihn sei es selbstverständlich gewesen zu helfen und nicht wegzusehen – so wie viele seiner Nachbarn.

36-Jähriger aus Thüringen wird zum Held bei Messerangriff

Gerade mal 15 Jahre alt ist der jüngste Angreifer der Gruppe gewesen. Gegen ihn und die beiden anderen Männer (19/21) wird ab dem 22. Juli der Prozess am Landgericht Gera beginnen. Der Jüngste gilt auch als Hauptaggressor. Stephan ist einer derjenigen, die als Zeugen aussagen werden.

Für den 36-Jährigen ist die Nacht der Tat bis heute bedrückend, er sagt gegenüber „Focus online“, dass er immer noch die Bilder der Opfer im Kopf hat. „Die beiden Opfer hatten tiefe Schnittwunden im Gesicht und taumelten. Sie standen unter Schock. Ich habe sie angesprochen, aber es kam keine Reaktion.“

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Mit einer Softballkeule bewaffnet war der Mann aus Gera den Opfern zur Hilfe geeilt. „Der Hilfeschrei ging durch Mark und Bein. Ich hatte keine Wahl. Ich musste dort runter.“

Helfer bekommt Szene und blutende Opfer nicht aus seinem Kopf

Er beschreibt die Szene, er hat bis heute im Kopf, wie die Opfer auf dem Boden lagen und die Angreifer immer wieder ausholten und auf sie einprügelten und einstachen.

Das Messer habe er nicht gesehen, die Ausholbewegungen sehr wohl. Ihn beschäftige vor allem die Tatsache, dass die Angreifer nicht aufgehört hätten, obwohl die Opfer bereits schwer verletzt am Boden lagen.

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Er sei mit seiner Keule auf die Männer zu gerannt, diese hätten kurz von ihren Opfern abgelassen, so dass diese Schutz bei ihm hätten suchen können. Gemeinsam seien sie in seinen Hauseingang geflüchtet. Seine Freundin habe in der Zeit die Polizei gerufen.

Stephan führt die Polizei zu den mutmaßlichen Tätern

Als die Beamten eingetroffen seien, habe er die Polizisten zu den mutmaßlichen Tätern führen können.

Diese schlenderten gerade mal 100 Meter vom Tatort entfernt entlang. Der 15-Jährige war danach in Untersuchungshaft gekommen.

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Trotz dieser Tat möchte Stephan eines klarstellen: Auch wenn die Tatverdächtigen syrischer, afghanischer und iranischer Herkunft sind, wolle er keine pauschalen Urteile fällen

Er selbst habe bereits einen jungen Syrer in der Lehre im Restaurant gehabt. Der habe sehr wohl verstanden, was richtig und was falsch ist – und was man in Deutschland darf und was nicht. Für ihn würde er seine Hand ins Feuer legen.

Er hoffe für die drei Angreifer auf eine angemessene Strafe. „Die gehören hinter Schloss und Riegel“. (fb)