AfD-Thüringen: Pikantes Detail – AfD-Mann soll in der DDR...

AfD-Thüringen-Abgeordneter Dieter Laudenbach soll als Spitzel für die Stasi gearbeitet haben.
AfD-Thüringen-Abgeordneter Dieter Laudenbach soll als Spitzel für die Stasi gearbeitet haben.
Foto: imago images / Karina Hessland / snapshot

Erfurt. Der Landtagsabgeordnete Dieter Laudenbach aus der AfD Thüringen steht im Verdacht, in der ehemaligen DDR für den Staatssicherheitsdienst (Stasi) gespitzelt zu haben.

Zumindest werde der Name des AfD-Abgeordneten in einer Akte als inoffizieller Mitarbeiter geführt. Das nun ausgerechnet ein Politiker der Partei, die bei jeder Gelegenheit auf mögliche SED-Verbindungen Politiker anderer Parteien hinweist, unter Stasi-Verdacht steht, entbehrt nicht einer gewissen Zynik.

AfD-Thüringen: Abgeordneter taucht in Stasi-Unterlagen auf

Unterlagen zufolge warb die Bezirksverwaltung Gera Ende 1986 Laudenbach unter dem Decknamen „Klaus“ als Inoffiziellen Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit an. Das gehe aus einer Akte hervor, die dem MDR Thüringen vorliegt.

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Das war die DDR:

  • Abkürzung für Deutsche Demokratische Republik
  • existierte von 1949 bis 1990
  • Hauptstadt: Berlin
  • entstand aus der Teilung Deutschlands nach 1945 aus der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone
  • Regierungspartei war die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands), offizielle Staatsideologie der Marxismus-Leninismus
  • der Mauerfall (9. November 1989) und die friedliche Revolution sorgten unter anderem für das Ende der DDR

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Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD Torben Braga erklärte, Laudenbach habe ihm persönlich versichert, dass er sich trotz seiner herausgehobenen Position im Interhotel Gera Ende der 1980er Jahre dem Druck, der SED beizutreten, widersetzt und „nie wissentlich für die DDR-Staatssicherheit“ gearbeitet habe.

Braga sprach von einem traurigen Beispiel „für Täter-Opfer-Umkehr im Umgang mit DDR-Biografien“.

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Grüne: „AfD hat nicht nur Neonazis sondern auch Stasispitzeln Tür geöffnet“

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Astrid Rothe-Beinlich, äußerte, der Fall zeige, wie wichtig Aufarbeitung auch 30 Jahre nach der friedlichen Revolution sei. „An diesem Beispiel zeigt sich einmal mehr, wie substanzlos der Populismus der AfD ist. Offenbar hat die AfD nicht nur Neonazis sondern auch Stasispitzeln Tür und Tor geöffnet.“

Der CDU-Abgeordnete Jörg Kellner erklärte, es sei spannend zu beobachten, „wie gründlich die AfD vor der eigenen Haustür kehrt“. „Nach außen hin inszeniert sich die AfD gerne als Anti-Stasi-Partei. Spätestens bei der Ausschussberatung unseres Gesetzentwurfs wird die AfD Farbe bekennen müssen, wie ernst sie es mit der Aufarbeitung auch mit Blick auf die eigenen Mitglieder meint“, erklärte Kellner.

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Der Landtag berät derzeit Gesetzentwürfe, die die weitere Überprüfung der Thüringer Landtagsabgeordneten auf eine mögliche frühere Zusammenarbeit mit der DDR-Staatssicherheit regeln. (fno mit dpa)