Bodo Ramelow empört über DIESE Pläne – „Wir sind nicht das Stromklo Deutschlands“

Bodo Ramelow ist sauer. Grund dafür ist ein Projekt, gegen das Thüringen bereits vor Gericht gezogen war. (Archivbild)
Bodo Ramelow ist sauer. Grund dafür ist ein Projekt, gegen das Thüringen bereits vor Gericht gezogen war. (Archivbild)
Foto: imago images/Jacob Schröter

Bodo Ramelow ist empört. Grund dafür ist ein Vorschlag von vier westdeutschen Bundesländern, der, wie Thüringens Ministerpräsident findet, auf dem Rücken eines Ost-Bundeslandes ausgetragen wird.

Gegenüber dem „Spiegel“ machte sich Bodo Ramelow Luft. Und sagt deutlich: „Wir sind nicht das Stromklo Deutschlands“.

Bodo Ramelow sauer: Grund dafür ist DIESER Vorschlag

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist empört über einen Vorschlag von vier westdeutschen Bundesländern, die umstrittene Suedlink-Trasse mit einer zusätzlichen Leitung zu versehen. „Das bedeutet, dass sich West-Bundesländer auf dem Rücken eines Ost-Bundeslandes aus der Affäre ziehen“, sagte Ramelow am Freitag bei seiner Thüringentour im Kreis Sonneberg. „Das finde ich schändlich.“

Hintergrund ist nach seinen Angaben ein Brief der Fachminister aus Baden-Württemberg, Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Darin werde vorgeschlagen, eine Leitung mit der Suedlink-Trasse zu verbinden, die auch durch Thüringen führen soll. Ramelow: „Es ist nie mit uns darüber gesprochen worden.“

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Das ist Bodo Ramelow:

  • wurde am 16. Februar 1956 in Osterholz-Scharmbek in Niedersachsen geboren
  • Er ist zum dritten Mal verheiratet, seit 2006 mit Germana Alberti vom Hofe
  • Er hat zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe
  • Er ist seit dem 4. März 2020 der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
  • Bodo Ramelow war bereits von Dezember 2014 bis 5. Februar 2020 Ministerpräsident
  • Er ist der erste Ministerpräsident eines Bundeslandes, er den Linken angehört

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Thüringen wehrte sich bereits vor Gericht gegen das Projekt

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ sagte Ramelow: „Wir sind nicht das Stromklo Deutschlands“. Gegen das Suedlink-Projekt, gegen das sich Thüringen im vergangenen Jahr vergeblich vor Gericht wehren wollte, machen auch Bürgerinitiativen Front.

Ein Sprecher von Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) sagte, im Widerstand gegen die Suedlink-Trasse und eine mögliche zusätzliche Leitung sei sich die Landesregierung einig. Thüringen habe seinen Beitrag zum Ausbau des Stromnetzes mit einer fertiggestellten neuen Trasse und dem geplanten Ostlink bereits geleistet, so der Ministeriumssprecher.

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Das steckt hinter der Suedlink-Trasse

Schleswig-Holstein verwies laut „Spiegel“ auf Anfrage darauf, dass der Trassenverlauf nicht endgültig festgelegt sei. Außerdem, so die West-Minister in ihrem Brief, sei eine erweiterte Trasse schneller und deutlich billiger zu realisieren als eine komplett neue in einem anderen Korridor.

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Die Suedlink-Trasse soll von Schleswig-Holstein bis Baden-Württemberg führen, durch Niedersachsen, Hessen, Thüringen und Bayern. Gegner fürchten, dass darüber nicht nur Windstrom von Nord- nach Süddeutschland, sondern auch ausländischer Atom- und Kohlestrom fließen könnte. Das Investitionsvolumen beträgt laut den Netzbetreibern Tennet und TransnetBW rund zehn Milliarden Euro. (dpa)