Wetter in Thüringen: Perfekte Bedingungen für Mücken – gefährliche Art verbreitet sich rasant

Das Wetter in Thüringen schafft perfekte Bedingungen für Mücken in diesem Sommer.
Das Wetter in Thüringen schafft perfekte Bedingungen für Mücken in diesem Sommer.
Foto: imago/Andreas Gora

Nicht wenige Menschen werden es schon gespürt haben - das Wetter in Deutschland und auch in Thüringen bietet perfekte Bedingungen für mehr Mücken als die vergangenen Sommer. Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg bei Berlin bestätigt das.

Nach zwei trockenen Sommern in Folge mit deutlich weniger Mücken sei der Wechsel von Feuchte und Wärme in diesem Jahr auch in Thüringen sehr mückenfreundlich, sagte die Biologin der Deutschen Presse-Agentur.

Mücken-Plage in Thüringen und ganz Deutschland?

„Die Belästigung ist regional aber sehr unterschiedlich.“ Wo starke Niederschläge die Pegelstände von Gewässern steigen ließen, spricht die Forscherin von einer Mückenplage.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Erfurt: Betrunkener Autofahrer übersieht rote Ampel – mit dramatischen Folgen

Erfurt: Senior sackt bewusstlos zusammen – Erfurterin reagiert heldenhaft!

Erfurt: Tunnel gesperrt! Autofahrer müssen HIER jetzt ausweichen

-------------------------------------

In Deutschland sind der Expertin zufolge über 50 Arten von Stechmücken beheimatet. In den vergangenen beiden Jahren waren es überwiegend Hausmücken, die etwa in Regentonnen oder Pfützen ihre Eier ablegten. In diesem Sommer haben laut Werner die sogenannten Überschwemmungsmücken Hochkonjunktur. In Überflutungsflächen etwa der Oder registrierte die Biologin pro Minute einen Anflug von mehr als 100 Überschwemmungsmücken zur Aufnahme einer Blutmahlzeit. Von einer Plage spreche man ab etwa 20 Mücken pro Minute. Die Oder führte in den vergangenen Wochen Hochwasser durch viel Regen vor allem in Südpolen und Tschechien.

+++ Hund „Rocky“ nach 10 Jahren wieder bei Frauchen – Erfurterin plagen Vorwürfe: „Wieso habe ich damals nicht...“ +++

Hohe Mückenaufkommen wird für Forschung genutzt

Die Biologin nutzt das hohe Mückenaufkommen für ihre Forschung. So will sie vergleichend untersuchen, ob einheimische Mücken in gleichem Maße wie eingewanderte Mücken - etwa die Asiatische Tigermücke - Krankheitserreger übertragen. Weitere Studien dazu würden am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, durchgeführt.

-------------------

Das ist die Asiatische Tigermücke

  • stammt ursprünglich aus süd- und südostasiatischen Tropen
  • seit 90er Jahren verbreitet sie sich in Europa
  • gestreifte Hinterbeine sind charakteristisch
  • kann gefährliche Krankheiten wie Dengue-Fieber oder Zika-Fieber übertragen
  • verdrängt heimische Mückenarten

-------------------

Populationen der Asiatischen Tigermücke gibt es bereits in den Bundesländern Bayern, Baden Württemberg, Thüringen und Hessen. Zu invasiven Mücken wie etwa der Tigermücke oder der Asiatischen Buschmücke, die in Deutschland relativ weit verbreitet ist, wisse man gut, welche Krankheitserreger sie übertragen könnten, sagt Helge Kampen vom Friedrich-Loeffler-Institut.

+++ Corona in Thüringen: Saale-Holzland-Kreis meldet Premiere ++ Neuer Hotspot in Weimar! +++

Asiatische Tigermücken verbreiten sich rasant

Asiatische Tigermücken gelten als Überträger von tropischen Erregern wie Zika-, Chikungunya- und Dengue-Virus. „Solche Kenntnisse fehlen uns eigentlich noch weitgehend bei den einheimischen Mücken“, erläutert der Wissenschaftler. Das liege zum einen daran, dass das Thema bislang vernachlässigt worden sei. Zum anderen könnten viele einheimische Mücken nicht gezüchtet werden. Jetzt sei die Chance da, mit der Vielzahl an Überschwemmungsmücken im Labor Infektionsversuche durchzuführen. (dpa/fb)