Thüringen: Bald auch am Sonntag shoppen? IHK will Gesetze lockern

Thüringen: Shopping auch sonntags?
Thüringen: Shopping auch sonntags?
Foto: dpa

Erfurt. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt fordert als Reaktion auf drastische Umsatzeinbrüche in Folge der Corona-Pandemie eine Lockerung des Ladenöffnungsgesetzes in Thüringen.

Den Geschäften in Thüringen müsse die Öffnung an Sonntagen erlaubt werden, erklärte die Kammer am Dienstag in Erfurt. Dafür haben sich bereits einige Landespolitiker unter anderem von der FDP eingesetzt.

IHK Erfurt fordert Änderung der Ladenöffnungsgesetze

Mit Ausnahme des Lebensmittel- und Onlinehandels seien fast alle anderen Handelsbereiche vom Einbruch betroffen, erklärte die Kammer. Die Sonntagsregelung im Thüringer Ladenöffnungsgesetz sollte wenigstens bis Jahresende ausgesetzt werden.

----------------

Mehr Themen:

----------------

Nach dem Thüringer Gesetz können Läden nur zu bestimmten Anlässen an vier Sonntagen im Jahr öffnen. Angesichts eines florierenden Onlinehandels, dessen Angebote täglich rund um die Uhr zur Verfügung stehen, erscheine das zunehmend wie ein Relikt aus der Vergangenheit, erklärte IHK-Abteilungsleiter Steffen Schulze.

„Der Handel und der Kunde sollen entscheiden, wann und wo geöffnet wird. Eine Überarbeitung der Vorschriften ist längst überfällig.“

+++ Corona in Thüringen: Todesfall in Sonneberg ++ Neuer Hotspot in Weimar +++

Bis Jahresende die Einschränkungen aussetzen?

Wenn die Sonntagseinschränkungen bis zum Jahresende ausgesetzt würden, könnten Händler testen, an welchen Stellen in den Innenstädten eine Ladenöffnung am Sonntag lohnend sei. Die IHK rechne damit, dass bei einer nicht reglementierten Ladenöffnung vorrangig Läden an besonderen touristischen Punkten wie der Krämerbrücke in Erfurt sonntags öffnen würden.

+++ „In aller Freundschaft“: Episode reißt alte Wunden auf – „Wer einmal lügt...“ +++

Schulze: „Sicher löst das nicht die strukturellen Probleme des Handels, aber es ist eine Möglichkeit, die Innenstädte durch Deregulierung ohne zusätzliche Finanzspritzen des Staates zu unterstützen.“

Streit um Sonntagsöffnung von Läden - Werner dagegen

Thüringens Arbeitsministerin Heike Werner (Linke) hat Forderungen nach einer Lockerung des Ladenöffnungsgesetzes an Sonntagen zurückgewiesen. „Eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten kommt für mich nicht in Betracht“, erklärte Werner am Dienstag in Erfurt.

Es wäre falsch, den Handelsbeschäftigten nach den aufreibenden letzten Monaten jetzt auch noch den freien Sonntag wegzunehmen, sagte Werner. Eine Belebung der Innenstädte würde vor allem erreicht, wenn Sicherheit beim Einkaufen garantiert werde.

Mit der Gewöhnung an Mund-Nase-Bedeckungen und Abstandsregeln würden die Menschen auch wieder mehr einkaufen gehen - „aber nicht sonntags“, so die Ministerin. Auch die SPD-Landtagsfraktion lehnte ein Aussetzen des Ladenöffnungsgesetzes ab. Gerade Familien mit berufstätigen Eltern benötigen nach der anstrengenden Corona-Zeit den Sonntag als Ruhe- und Familientag, erklärte die Abgeordnete Diana Lehmann. (fb/ck/dpa)