Thüringen: Bauern wollen tödliches Gift spritzen – und stoßen damit auf Widerstand

Die Landwirte in Thüringen wollen mit Gift gegen die Mäuseplage vorgehen. Nicht nur die Mäuse haben etwas dagegen... (Symbolbild)
Die Landwirte in Thüringen wollen mit Gift gegen die Mäuseplage vorgehen. Nicht nur die Mäuse haben etwas dagegen... (Symbolbild)
Foto: imago images / Countrypixel

Erfurt. In Teilen von Thüringen grassiert eine Mäuseplage.

Daher drängt der Landesbauernverband Thüringen auf einen Gifteinsatz zur Bekämpfung der Nager auf den Feldern.

Landesbauernverband Thüringen will Mäuse töten

Ein Antrag auf Ausbringung von chemischen Mitteln zur Mäusebekämpfung (Rodentizide) bereits ab August sei beim zuständigen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gestellt worden, sagte ein Verbandssprecher am Mittwoch.

In diesem Jahr sei der Feldmausbefall auf den Äckern besonders massiv. Betroffen ist nach einer Verbandsmitteilung vor allem das Thüringer Becken und Nordthüringen, wo die Nager einen Großteil der Ernte wegfräßen.

Die dadurch verursachten Schäden bei den betroffenen Landwirten bezifferte der Verband auf bis zu 400 Euro je Hektar Anbaufläche. Deshalb fordert er die Verlängerung des Zeitraums, in dem der Einsatz der Pflanzenschutzmittel gegen Mäuse erlaubt ist.

Letzte Mäuseplage in Thüringen vor fünf Jahren

Dies sei bislang erst ab Ende Oktober möglich, sagte der Sprecher. Hintergrund für die Einschränkungen ist der Schutz von Feldhamstern und Greifvögeln. Mit der letzten großen Mäuseplage hatten die Bauern laut Verband 2015 zu kämpfen.

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Die Umweltverbände BUND und Nabu widersprachen der Verbandsforderung. Der Einsatz von Mäusegift auf Thüringer Feldern sei nicht zu verantworten, erklärte der BUND-Landesgeschäftsführer Burkhard Vogel. „Es kann nie verhindert werden, dass die Wirkstoffe nicht nur Feldmäuse, sondern auch geschützte Tierarten wie Feldhamster oder Greifvögel vergiften.“ Vogel verwies darauf, dass Landwirte staatliche Agrarförderung erhalten. Diese Subventionen dienten dazu, umweltbedingte Ernteausfälle abzufedern. (dpa/ck)