Bodo Ramelow platzt nach Demo in Berlin der Kragen – „Mahnwichtel, Coronaleugner!“

Am Wochenende kam es in Berlin zu einer riesigen Anti-Corona-Demo. Thüringens Ministerpräsident, Bodo Ramelow, platzt da der Kragen.
Am Wochenende kam es in Berlin zu einer riesigen Anti-Corona-Demo. Thüringens Ministerpräsident, Bodo Ramelow, platzt da der Kragen.
Foto: dpa / picture alliance & Thüringen24 (Montage)

Thüringen. Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen, kann nicht glauben, was sich am Samstag in Berlin abgespielt hat.

Denn in der Bundeshauptstadt kam es zu einer Anti-Corona-Demo im Großformat. Mehr als 15.000 Menschen versammelten sich, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. Sicherheitsabstände und Hygieneregeln wurden von dem Demonstranten größtenteils missachtet. Bodo Ramelow findet zu der Aktion vom Wochenende klare Worte.

Bodo Ramelow: Ministerpräsident platzt der Kragen

„Der demokratische Rechtsstaat lebt vom Recht auf freie Meinungsäußerung“, schreibt er auf Facebook. Dennoch kann er das Vorgehen der Demonstranten nicht gutheißen.

„Da muss man auch denen das Recht dazu ermöglichen, die paradoxen oder skurrilen Ansichten vertreten. Da wird angeblich das Freiheitsrecht und die Einhaltung der Grundrechte aus dem Grundgesetz eingefordert und Frau Dunja Hayali mit Sprechchören von Lügenpresse niedergeschrien“, schreibt er weiter.

Bodo Ramelow kann die Forderungen der Demonstranten nicht nachvollziehen

Vor allem eine Sache ist ihm ein Dorn im Auge: Die Abschaffung der geltenden Corona-Regeln. Denn die Forderungen der Demonstranten können nicht Widersprüchlicher sein. „Da wird verlangt, die Vorschriften zur Mund- und Nasenschutzbedeckung sofort abzuschaffen, um dann gleichzeitig ohne den notwendigen Abstand und ohne Mund-Nasenschutz herumzulaufen.“

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Das ist Bodo Ramelow:

  • wurde am 16. Februar 1956 in Osterholz-Scharmbek in Niedersachsen geboren
  • Er ist zum dritten Mal verheiratet, seit 2006 mit Germana Alberti vom Hofe
  • Er hat zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe
  • Er ist seit dem 4. März 2020 der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
  • Bodo Ramelow war bereits von Dezember 2014 bis 5. Februar 2020 Ministerpräsident
  • Er ist der erste Ministerpräsident eines Bundeslandes, er den Linken angehört

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Und fügt hinzu: „Zur allgemeinen Verbreitung von Aerosolen wird dann noch gemeinschaftlich laut geschrien und sollte ein Superspreader dabei gewesen sein, gibt es keine Kontaktdaten, um wenigstens die anderen Mahnwichtel, Impfgegner, Chemtrailjäger und Coronaleugner warnen zu können.“

Bodo Ramelow sorgt sich um die Bevölkerung

Ramelow sieht die Unversehrtheit und den Schutz der Bevölkerung ebenfalls gefährdet. „Wer mit Rechtsradikalen und Antisemiten zusammen marschiert, darf sich auch nicht beklagen, dass man dies nach der alten Volksweisheit: ‚mit gegangen, mit gefangen' einordnen muss“, lautet da seine Devise.

Seiner Meinung nach setzten sich Demo-Teilnehmer darüber hinaus einer großen Infektionsgefahr aus und könnten dazu beitragen, das Virus auch in der Gesellschaft weiter zu verbreiten.

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„Aber schlimmer finde ich, dass diese Menschen dann in Bussen zurückkehren und dann bei dieser Corona-Kaffeefahrt die Busfahrer der Infektionsgefahr aussetzen und beim Benutzen des ÖPNVs die anderen Mitfahrer“, schreibt er daher auf seiner Facebook-Seite.

Proteste gleichen für Bodo Ramelow dem Ballermann

Er zeigt kein Verständnis dafür, Demonstrationen unter infektioneller Ansteckungsgefahr als Freiheitskampf zu bezeichnen. Im Gegenteil. Er spricht sogar von einem „Paradoxon“. „Die Freiheit, sich selbst anzustecken kann ja jeder mit sich selbst ausmachen, aber andere Menschen in Gefahr zu bringen ist hochgradig unsolidarisch und inakzeptabel“, sagt er daher.

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Ramelow geht sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnet die Demonstrationen vom Samstag sogar als „Ballermann am Brandenburger Tor, nur ohne Strohhalme und Eimer voller Sangria.“

Viele Menschen teilen die Meinung von Bodo Ramelow

Doch nicht nur Thüringens Ministerpräsident ist dieser Meinung. Auch viele andere Menschen sind über die Demonstrationen ohne Mindestabstand, Hygienekonzept und Einhaltung des Kontaktverbotes entsetzt. „Es sollte doch möglich sein, Demonstrationen nicht zu genehmigen, wo vorher schon klar ist, dass Leib und Leben Dritter gefährdet wird“, kommentiert ein Mann das Posting von Ramelow.

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Und auch eine Frau schließt sich seinen Worten an. „Ich finde für diese Leute keine Worte mehr. Mich machen diese Bilder von so vielen Egoisten und Ignoranten einfach nur noch wütend und fassungslos!“, sagt sie. (kf)