Freibäder in Thüringen: Bittere Bilanz trotz Hitze-Welle – „haben mittlerweile keine Hoffnung mehr“

Die Hitze-Welle hat Thüringen im Griff! Doch reicht das auch für eine gute Bilanz bei den Freibädern? (Symbolbild)
Die Hitze-Welle hat Thüringen im Griff! Doch reicht das auch für eine gute Bilanz bei den Freibädern? (Symbolbild)
Foto: imago images/photothek

Endlich ist der Sommer auch in Deutschland und damit auch in Thüringen angekommen! Temperaturen über 30 Grad, Sonne satt – Grund genug, die Freibäder und Badeseen in Thüringen aufzusuchen, um sich abzukühlen.

Doch reichen die Hitze-Tage aus, um den Freibädern in Thüringen eine gute Freibadsaison zu bescheren? Wohl kaum. „Wir haben mittlerweile keine Hoffnung mehr, dass das noch eine normale Saison wird“, sagt beispielsweise Susann Müller vom Freibad in Friedrichroda.

Freibäder in Thüringen: Bittere Bilanz!

Urlaub zu Hause in Corona-Zeiten hat bisher keine positiven Effekte auf den Freibadbetrieb in Thüringen. Durch das wechselhafte Wetter und Unsicherheiten wegen der Corona-Auflagen fällt die Badesaison in Thüringen bisher mau aus, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt.

„Wir haben mittlerweile keine Hoffnung mehr, dass das noch eine normale Saison wird“, sagt Susann Müller vom Freibad in Friedrichroda (Kreis Gotha). In diesem Jahr habe es bis Anfang August nur an etwa zehn Tagen gutes Badewetter gegeben. Wegen der Coronakrise hatte das Freibad zudem mit einem Monat Verspätung seine Pforten geöffnet. Auch die für dieses Jahr geplante 85-Jahr-Feier des Bads ist buchstäblich ins Wasser gefallen.

Baden in Thüringen:

  • in Thüringen gibt es 165 Freibäder
  • und 31 natürliche Badegewässer mit 41 Badestellen

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Freibäder in Thüringen erreichen selten die Besucherlimits

Bestenfalls durchwachsene Zahlen verzeichnen sowohl die großen kommunalen Bäder in Erfurt, Jena und Weimar als auch eher kleine Einrichtungen wie in Leutenberg (Kreis Saalfeld-Rudolstadt) oder Ilfeld (Kreis Nordhausen). Wetterbedingt wurden die in Hygieneauflagen verordneten Besucherlimits selten erreicht.

So dürfen sich etwa im Alexandrabad in Leutenberg statt sonst 1000 nur 400 Gäste gleichzeitig aufhalten. In Erfurt wurde für das Strandbad Stotternheim die Besucherzahl auf 3750 limitiert, davon dürfen maximal 1250 gleichzeitig im Wasser sein. Und während im Weimarer Schwanseebad normalerweise bis zu 3000 Gästen Platz finden, sind es aktuell nur maximal 700.

Corona-Regeln im Freibad: So läuft's in Thüringen

Doch was, wenn das Limit erreicht wird? „Bisher mussten wir noch niemanden zurückweisen“, erklärt Tino Schneider vom Waldbad Ilfeld. „In der Gemeinde Harztor gibt es drei Freibäder, daher verteilen sich die Besucher ganz gut.“ In Friedrichroda wurde die Höchstgrenze bisher nur am vergangenen Samstag erreicht. „Die Gäste mussten dann leider entweder warten oder wieder nach Hause gehen“, so Müller.

Auch in den vier Erfurter Freibädern musste Stadtwerke-Sprecher Ivo Dierbach zufolge bisher noch niemand nach Hause geschickt werden. Gäste könnten sich vor dem Badbesuch auf der Internetseite über die aktuelle Auslastung informieren.

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Jena und Weimar verkaufen Tickets fast nur online

Einen Schritt weiter gehen die Stadtwerke in Jena und Weimar. Hier erfolgt der Ticketverkauf fast ausschließlich online. Im Schwanseebad wurden zudem Zeitfenster eingeführt: Gebadet werden darf von 10 bis 14 Uhr und von 15 bis 19 Uhr. Dazwischen wird das Bad zur Grundreinigung für eine Stunde geschlossen.

„Alles in allem sind die Auflagen für die Besucher aber recht moderat, deswegen muss keiner Zuhause bleiben“, findet Schneider. Masken müssten in Ilfeld nur am Imbiss getragen werden, besonders enge Umkleidekabinen seien gesperrt. Grundsätzlich gilt in allen Freibädern ein Mindestabstand, auch werden die Kontaktdaten beim Betreten des Bades erfasst. Hinzu kommen lokale Regelungen. Die Akzeptanz für die Maßnahmen sei bis auf wenige Ausnahmen gut, heißt es übereinstimmend.

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Freibäder in Thüringen hoffen auf gutes Wetter

Trotz der finanziellen Einbußen ist der Badebetrieb aktuell nirgends gefährdet. „Monetär lohnt sich dieser Aufwand natürlich nicht“, erklärt Dierbach. Denn aufgrund der Hygiene-Auflagen sei insgesamt mehr Personal für weniger Gäste notwendig.

Gerade im Corona-Sommer seien Freibäder zum Entspannen und Erholen aber wichtig für Einwohner und Gäste. Eine Einschätzung, die auch von den anderen befragten Kommunen geteilt wird. Alle hoffen nun auf ein paar Tage schönes Badewetter, um die Saison zumindest einigermaßen positiv abzuschließen. (dpa)