Thüringen: Massive Kritik an Bären-Haltung – „Ich musste weinen“

Braunbärin Sarah lebt im Tierpark Gotha in Thüringen. Doch es gibt heftige Kritik unter anderem am Gehege der Bärin.
Braunbärin Sarah lebt im Tierpark Gotha in Thüringen. Doch es gibt heftige Kritik unter anderem am Gehege der Bärin.
Foto: imago images / VIADATA

Gotha. Besucher des Tierparks Gotha erheben schwere Vorwürfe gegen den Zoo in Thüringen. Das Bären-Gehege steht massiv in der Kritik.

„Wie der Bär da leben muss ist grausam“, findet eine Frau, und teilt bei Facebook ihre Besuchs-Erfahrungen mit: „Ich musste weinen als ich den Bären gesehen habe.“

Auch ein Bärenpark in Thüringen hat sich bereits eingemischt und dem Tierpark ein Angebot gemacht. Doch dann...

Thüringen: Kritik an Bären-Haltung – „grausam“

Es geht um die syrische Braunbärin Sarah aus dem Tierpark Gotha. Ihr Gehege sei zu klein für den Bären, kritisieren unter anderem die Verantwortlichen des Bärenparks Worbis.

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Der Bärenbereich sei „karg, umringt von Beton, Mauern und Sicherheitsglas. Rückzugsmöglichkeiten sind mangelhaft“, schreibt der Bärenpark. Sarah zeige außerdem Verhaltensstörungen.

Auch Besucher sorgen sich um die Bärin:

  • „Es blutet einem das Herz. Die Bilder, wie der arme Bär dort vor sich hin vegetieren muss, sind schrecklich.“
  • „Das Bärengehege ist einfach nur traurig.“
  • „Die Bedürfnissen der Tiere sollte zumindest bestmöglich und weitestgehend ermöglicht werden.“
  • „Das darf so nicht weiter gehen. Diese arme alte Bärin verdient ein Leben mit Waldboden unter den Tatzen und Rückzugsmöglichkeiten.“
  • „Arme Sarah, hoffentlich kommt sie da raus. Ich mag den Tierpark an sich.“

Der Tierpark Gotha antwortete auf eine Beschwerde des Bärenparks, dass es bereits eine Erweiterung des Bären-Geheges gegeben habe. Sarah könne sich in den Innenraum, der für die Besucher nicht einsehbar ist, zurückziehen, sie „nutzt das Wasserbecken zum Planschen und den schattigen Durchgang zwischen den Außeneinheiten als Höhle“, so der Tierpark.

Tierpark: „angenehmen Lebensabend ermöglichen“

Das Angebot des Bärenparks, Sarah in Worbis aufzunehmen, wurde vom Tierpark zunächst abgelehnt. Unter anderem mit der Begründung: „Um einen Bären transportieren zu können, muss dieser in Narkose gelegt werden. Bei älteren Tieren, wie auch bei Menschen, birgt eine Narkose immer auch eine Gefahr. Zusätzlich stellt eine fremde Umgebung einen deutlichen Stressfaktor dar und kann unter Umständen auch zu Herzproblemen führen.“

Man möchte der 27-jährigen Bärin Sarah „in ihrem bekannten Umfeld, in dem sie groß geworden ist, einen angenehmen Lebensabend ermöglichen“.

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Bärenwald: „Armutszeugnis“

Die Verantwortlichen des Bärenwalds Worbis sind mit dieser Antwort ganz und gar nicht einverstanden. Auch wenn das Bärengehege von Sarah umgebaut wurde, „die Mindestanforderungen zu erfüllen ist kein Kompliment, sondern eher ein Armutszeugnis, wenn man das Verhalten der verschiedenen Tierarten genau betrachtet“.

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Mit guter Vorbereitung sei ein Transport innerhalb von Thüringen auch ohne eine Narkose möglich. Man biete nach wie vor an, „Sarah“ im Bärenwald einen „tiergerechten Lebensabend zu ermöglichen“. (fno)