Wald in Thüringen: Dramatische Entwicklung! Diese Plage wird dieses Jahr noch schlimmer

Der Wald in Thüringen leidet unter der Trockenheit. Und in diesem Sommer befürchten Experten eine noch schlimmere Plage.
Der Wald in Thüringen leidet unter der Trockenheit. Und in diesem Sommer befürchten Experten eine noch schlimmere Plage.
Foto: imago images / Steinach

Dem Wald in Thüringen geht es nicht gut. Seit Jahren leidet er unter anderem unter der extremen Trockenheit. Doch dieses Jahr könnte es sogar noch schlimmer werden.

Experten sehen eine dramatische Entwicklung.

Wald in Thüringen: Dramatische Entwicklung – „machen uns große Sorgen“

Aufgrund der Hitze im August erwarten Forst-Experten eine dramatische Verschlechterung des Zustands der Wälder in Thüringen. In Vergleich zu den vergangenen Hitzejahren sei der Sommer in diesem Jahr zwar bislang recht mild und nass – doch für den Wald nicht nass genug.

Und dazu kommt auch noch, dass der Befall der Bäume durch den Borkenkäfer wohl noch schlimmer geworden ist. „Der Borkenkäfer hat leider wieder einen perfekten Saisonstart 2020 hinlegen können“, sagte der Sprecher des Thüringer Forsts, Horst Sproßmann. Der Schädling habe sich in den vergangenen Monaten stark vermehrt und vor allem Fichten angegriffen.

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Das ist der Borkenkäfer:

  • weltweit verbreitet, komm an verschiedenen Baumarten vor
  • siedeln sich meist an beschädigten oder abgestorbenen Bäumen an
  • siedeln sie sich an gesunden Bäumen an, so können Wälder absterben
  • die Käfer bohren sich in die Rinde der Bäume und legen dort Gänge an

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Im ersten Halbjahr 2020 seien bereits mehr stehende Bäume in Thüringen vom Borkenkäfern befallen worden als im ersten Halbjahr 2019 – und die nächsten Wochen würden die Lage wohl noch einmal deutlich verschärfen. „Wir machen uns große Sorgen mit Blick auf das Gesamtjahr“, sagte Sproßmann.

Borkenkäferplage 2020 noch schlimmer als in Vorjahren

Nach Forstangaben waren 2019 etwa zwei Millionen Festmeter stehendes Holz in Thüringens Wäldern vom Borkenkäfer befallen worden. Sproßmann sagte nun, die Experten des Thüringer Forsts rechneten damit, dass am Ende dieses Jahres der Befall sogar doppelt so hoch sein werde.

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Für Waldbesitzer und den Forst gehe es deshalb derzeit vor allem darum, die Waldflächen so oft wie möglich zu kontrollieren und frisch vom Borkenkäfer befallenes Holz so schnell wie möglich herauszuholen, um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zumindest einzudämmen. „Natürlich hoffen wir, dass wir irgendwann einmal Licht am Ende des Tunnels sehen, aber im Moment ist das nicht der Fall, die Situation sehr besorgniserregend für Förster und Waldbesitzer.

„Thüringer Becken immer noch zu trocken“

Obwohl es in Thüringen im Juni und Juli verglichen mit den entsprechenden Monaten in den vergangenen Dürresommern relativ viel geregnet hat, hat dieser Niederschlag nach Angaben Sproßmanns nicht ausgereicht, um die Böden flächendeckend wieder so feucht zu machen, dass alle Bäume ausreichend mit Wasser versorgt und damit widerstandsfähiger gegen den Borkenkäfer sind.

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Es gebe eine gute Bodenwasserversorgung im Thüringer Wald, im Harz und im Schiefergebirge in Ostthüringen, sagte Sproßmann. „Aber vor allem im Thüringer Becken ist es immer noch zu trocken.“ Erfahrungsgemäß sei der August für die Ausbreitung des Borkenkäfers „sehr gefährlich“. (fno mit dpa)