Thüringen: Fabian Kahl verrät – DAS passiert, wenn mir ein „Bares für Rares“-Händler den Deal wegschnappt

Antiquitäten und Kunst liebt Fabian Kahl nicht erst, seitdem er als Händler bei „Bares für Rares“ (ZDF) eingestiegen ist. Die Liebe zu den historischen Stücken wurde ihm quasi in die Wiege gelegt: Sein Vater Holger verkauft Münzen und Antiquitäten, aufgewachsen ist er zunächst auf einem alten Fachwerkhof, später auf Schloss Brandenstein in Thüringen.

Und genau dorthin hat es den „Bares für Rares“-Händler nach Zwischenstationen wieder zurückgezogen. Im Interview mit Thüringen24 verrät der 28-Jährige, was er an der neuen alten Heimat schätzt, wie es bei „Bares für Rares“ hinter den Kulissen wirklich zugeht und welche verrückten Einrichtungsvorlieben er in seinen eigenen vier Wänden in Thüringen umsetzt.

Du hast kürzlich erwähnt, dass du bald wieder in das elterliche Schloss zurückkehren möchtest – genauer gesagt nach Thüringen, wo du auch geboren wurdest. Was zieht dich in die Heimat?

Seit wenigen Wochen lebe ich offiziell wieder in Thüringen, in Ranis genauer gesagt. Hier wohnen 30 Menschen, das ist schon was anderes als Berlin, Leipzig oder Köln, wo ich vorher gewohnt habe. Aber hier gefällt es mir sehr gut. Die Umgebung ist super zum Wandern, man ist sofort im Grünen. Die Aussicht vom Schloss ist hervorragend: Bäume, Wiesen und Wälder, wohin man auch schaut.

Und es ist gar nicht so luxuriös, in einem Schloss zu wohnen, wie man sich das vorstellt. Im Winter ist es sehr kalt, man muss jeden Raum befeuern. Das Holz dafür schlagen wir zum Teil sogar selbst, also wenn zum Beispiel ein Baum in unserem Wald umgefallen ist. Das mit dem Hacken übernimmt dann aber meist mein Bruder, er ist der sportlichere von uns beiden.

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Wie ist deine Wohnung im Schloss denn eingerichtet? Gibt es auch moderne Stücke?

Modern eingerichtet ist bei mir eigentlich tatsächlich nur die Küche. Und das Badezimmer! Ich habe eine neue Badewanne, aber die Schränke sind antik. Ich habe auch ein modernes Sofa. Die Modelle aus früheren Zeiten waren nicht dafür ausgelegt, dass man es sich darauf bequem macht, sie waren eher zum aufrechten Sitzen gedacht. Das ist auf Dauer eben nicht gemütlich, wenn man mal einen Film ansehen will. Da lege ich schon Wert drauf. Die restlichen Möbel sind dann aber doch meist antik.

Ich kaufe bei „Bares für Rares“ auch immer wieder Teile, die ich dann auch selbst behalte. Aber wenn ich sie dann in meiner Wohnung ausstelle und ein Kunde Interesse daran hat, dann verkaufe ich sie auch weiter. In meiner Wohnung ist das ein Kommen und Gehen, ich stelle immer wieder neue besondere Stücke auf, die mir gut gefallen. Es fällt mir dann auch nicht schwer, alte dafür abzugeben.

Nur von einer Sache kann ich mich nicht trennen, das ist meine Fossiliensammlung. Als Kind habe ich eine Leidenschaft dafür entwickelt, als mein Vater mir das erste Stück geschenkt hat, wollte sogar Archäologe werden. Und seitdem werden es immer mehr. Irgendwann möchte ich sie gern in einer Ausstellung hier im Schloss zeigen, aber dafür muss ich erst noch mehr sammeln.

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Gibt es ein solches Stück aus „Bares für Rares“, das du nicht bekommen hast und noch nachtrauerst?

Es gibt immer mal Stücke, die man gerne gehabt hätte, die dann allerdings am Ende bei den Kollegen gelandet sind. Wie gehen uns dann aber nicht an die Gurgel, den Triumph muss man ihnen dann auch mal zugestehen. Ich freue mich dann auch für sie. Wir arbeiten gern zusammen, sind auch untereinander befreundet und besuchen uns gegenseitig in unseren Geschäften.

Manchmal kaufe ich bei ihnen auch Stücke ein, die mir gut gefallen oder von denen ich weiß, dass ein Kunde von mir daran interessiert wäre. Und wenn ich woanders ein Stück sehe, das für einen Kollegen interessant ist, dann stelle ich da auch mal einen Kontakt her.

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Welchen Einfluss hat die Corona-Krise auf „Bares für Rares“ und deine Arbeit als Händler?

Die Dreharbeiten von „Bares für Rares“ hat die Krise natürlich beeinflusst, wir mussten eine Drehpause einlegen. Man sieht das sehr gut in den neuen Folgen. Wir begutachten die Stücke nur noch mit Handschuhen, die Händler sitzen weiter auseinander. Den traditionellen Handschlag nach einem Deal gibt es auch nicht mehr.

Auch meine Arbeit als Antiquitätenhändler hat sich verändert. Ich habe kurzfristig einen Account bei Ebay Kleinanzeigen angelegt und darüber verkauft, was dann auch eigentlich gut funktioniert hat.

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Jetzt ganz persönlich: Dein Style ist immer sehr auffällig. Was steckt dahinter?

Dahinter steckt eigentlich gar nichts. Ich mache das so, weil es mir gefällt. Ich mag es, immer wieder Dinge zu verändern, das merkt man ja auch an meiner Einrichtung. Vor zwei Jahren hatte ich die Haare noch lang, dann hatte ich Lust, sie kürzer zu tragen.

Worauf können sich deine Fans in der Zukunft noch freuen?

Ich stelle seit kurzem auch Schmuck her. Ich nehme dafür alte Stücke, die ich teilweise auch bei „Bares für Rares“ ersteigere, und arbeite sie dann auf oder um. Es sind alles Einzelstücke, die ich selber herstelle. Eines davon trage ich auch selber oft in der Sendung. Es ist aus Muschelkalk und war zuerst ganz furchtbar in Messing gefasst. Sonst war aber sehr hochwertig gearbeitet, ich habe es dann herausgelöst und in 750er Weißgold eingefasst.

Das Stück ist jetzt der Grundstein für meine Schmucklinie „Redesigned by Fabian Kahl“. Ich will sie über den Onlineshop auf meiner Website verkaufen, aber wegen der Coronakrise verzögert sich alles noch ein wenig. (vh)