Sturmtief Kirsten ist überstanden – doch es bleibt ungemütlich

Sturmtief Kirsten hat Thüringen ordentlich durchgeschüttelt.
Sturmtief Kirsten hat Thüringen ordentlich durchgeschüttelt.
Foto: Sascha Fromm / Thueringer Allgemeine

Erfurt. Sturmtief Kirsten fegte am Mittwoch über Thüringen hinweg. Der erste Herbststurm oder Spät-Sommer-Sturm mischte den Freistaat mächtig auf. Größere Schäden blieben bei Sturmböen um die 90 km/h aus.

Damit du die aktuelle Wetter-Lage im Blick behältst, fassen wir alle Entwicklungen in unserem Blog zusammen.

Sturmtief Kirsten fegt über Thüringen: Hier alle News im Blog!

+++ Hier den Wetter-Blog aktualisieren +++

Donnerstag, 27. August

06.20 Uhr: Sturmtief „Kirsten“ ist überstanden - doch es bleibt ungemütlich

Nach dem Sturmtief „Kirsten“ ist zunächst wieder mit etwas freundlicherem Wetter zu rechnen. Am Donnerstagvormittag sei es zwar vor allem im Norden und Osten gebietsweise noch windig, danach lockere es aber auf, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Leipzig am Donnerstag mit. Die Höchsttemperaturen liegen im Norden bei 17 bis 21 Grad und sonst bei 20 bis 26 Grad mit den höchsten Werten am Oberrhein. Am Wochenende sei in Süddeutschland nun Dauerregen zu erwarten, im Norden könne es zu Gewittern kommen. Vor allem in den Bergen und an der See müsse man mit Windböen rechnen.

Sturmtief „Kirsten“ und seine Ausläufer hatten am Mittwoch für ungemütliches Wetter in großen Teilen Deutschlands gesorgt. Die Feuerwehr musste zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Teils mussten Straßen und Bahnstrecken gesperrt werden, Menschen wurden vereinzelt von herabfallenden Ästen und Bäumen verletzt. Auf dem Brocken in Sachsen-Anhalt wurden beim Wind zunächst Spitzenwerte von 131 Kilometern pro Stunde gemessen, wie Meteorologin Cathleen Hickmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig sagte. „Das ist volle Orkanstärke.“

Weil es in Süddeutschland teilweise warm und sonnig war, wirkten die Böen dort harmloser. Auf den Seen in Süddeutschland waren die Helfer daher im Großeinsatz und retteten mehrere Menschen vor dem Ertrinken. Im Bahnverkehr sorgten entwurzelte Bäume für Streckensperrungen, vor allem im Westen Deutschlands.

In der Nacht zu Donnerstag schien der Sturm jedoch überstanden: In den meisten Orten in Deutschland blieb es nach Aussage von Feuerwehr und Polizei ruhig.

Mittwoch, 26. August

22 Uhr: Sturm Kirsten wirbelt über Freistaat

Umgestürzte Bäume, beschädigte Autos, blockierte Straßen – Sturmtief Kirsten hat einiges im Freistaat durcheinandergewirbelt, größtenteils ist der Sturm am Mittwoch aber zum Glück glimpflich verlaufen.

Viele öffentliche Einrichtungen wurden sicherheitshalber geschlossen, auch die Eröffnung des Kunstfestes in Weimar wurde sicherheitshalber auf Donnerstag verschoben.

Besonders heftig fegte der Wind heute durch Erfurt: Eine Rekordböe von 96,5 Kilometer pro Stunde wurde laut Deutschen Wetterdienst gemessen. Auch im Harz hatte der Wind „Orkanstärke“ erreicht.

Die gute Nachricht: Am Donnerstag soll der Wind bereits nachlassen!

19.15 Uhr: Es bleibt stürmisch am Abend

Der Deutsche Wetterdienst warnt für heute Abend erneut vor teils schweren Sturmböen zwischen 55 und 100 km/h. Es bleibt stark bewölkt, örtlich können kurze Schauern runterkommen.

Die Temperatur sinken am Abend auf 15 bis 19 Grad. In der Nacht zum Donnerstag gibt es viele Wolken, es bleibt aber meist niederschlagsfrei. Die Tiefsttemperaturen liegen zwischen 14 und 12 Grad, im Bergland bei 8 Grad. Auch in der Nacht soll es windig bleiben.

16.22 Uhr: Parks und Gartenanlagen in Weimar nicht betreten

Die Klassik Stiftung Weimar bat darum, die historischen Park- und Gartenanlagen zu meiden und nicht zu betreten. Geschlossen blieben die Parkhöhle, das Schloss Belvedere, Goethes Gartenhaus und die Fürstengruft. Das Römische Haus, das Wielandgut Oßmannstedt, Schloss Tiefurt, Schloss Kochberg und das Liszt-Haus sind im Zuge der coronabedingt eingeschränkten Öffnungszeiten ohnehin nur an den Wochenenden geöffnet.

13.30 Uhr: Rekordböe in Thüringen gemessen

Thüringen wird bisher besonders heftig von Sturmtief Kirsten heimgesucht. Dies beweisen auch Messungen der Wetterstation. So fegte die Rekord-Böe in Deutschland über den Flughafen Erfurt/Weimar, berichtet Wetterkontor. Mit 97 km/h steht sie deutlich hinter dem Broken mit 122 km/h (entspricht Windstärke 10).

Auf den Plätzen drei und vier folgen der Fichtelberg (Erzgebirge) und Oschatz (Sachsen). Hier kannst du das komplett Ranking sehen:

12.30 Uhr: Baum stürzt auf Haus

Sturmtief Kirsten hält die Feuerwehr aktuell sehr gut auf Trab. Im Südkreis Weimar mussten die Freiwilligen Feuerwehren Troistedt und Bad Berka nach Troistedt ausrücken. Vor Ort krachte eine Weide auf das Dach eines Wohnhausanbaus. Mit der Drehleiter rückten die Beamten an und sägten Stück für Stück den Baum durch. Glück im Unglück: Nur ein Dachziegel ging zu Bruch. Etwa eine Stunde dauerte der Einsatz.

„Mit 80 Kilometern pro Stunde Windgeschwindigkeit haben wir unseren Einsatz begonnen, jetzt sind wir bereits bei 100 km/h“, so Einsatzleiter Florian Ersfeld von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Berka.

10.19 Uhr: Egapark und drei Freibäder schließen wegen des Sturms

Wie die Stadtwerke Erfurt informieren, bleibt aus Sicherheitsgründen der egapark heute geschlossen. Auch die Freibäder Möbisburg, Dreienbrunnenbad und das Nordbad bleiben erst einmal zu.

Bei den Bädern wird noch geprüft, ob eine Öffnung im Laufe des Tages wieder möglich ist. Das Strandbad Stotternheim hat stand jetzt geöffnet. Hier gibt es große Flächen und weniger Bäume.

10.01 Uhr: Bäder in Jena machen dicht

Wegen des Sturms bleiben die Bäder heute geschlossen. Auch die Strandbar Strandschleicher bleibt vorerst dicht. „Sobald der Wetterbericht Entwarnung gibt, können das Os- und das Südbad wieder öffnen“, teilen die Stadtwerke mit.

09.42 Uhr: Hauptfriedhof und Ortsteilfriedhöfe in Erfurt bleiben geschlossen

„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, aber die Sicherheit für unsere Besucher und Mitarbeiter geht vor. Das Risiko, dass jemand zu Schaden kommt, ist zu groß", so Jens Kratzing, Abteilungsleiter im Garten- und Friedhofsamt.

Ein Baum sei bereits abgebrochen. Die Bäume seien noch voll belaubt und durch die Trockenheit allgemein in einem schlechten Zustand. Es bestehe daher die Gefahr, dass Baumkronen oder Äste ausbrechen.

Morgen sollen alle Friedhöfe wieder geöffnet haben.

07.35 Uhr: Aktueller Wetter-Bericht für Thüringen

Eine aktuelle Wetterprognose des Deutschen Wetterdiensts: Schauartigen Regen, frischer bis starker Wind und Sturmböen, vereinzelt auch schwere Sturmböen sind für heute angekündigt. Auf dem Brocken und dem Fichtelberg im Erzgebirge können diese Orkanstärke erreichen.

Für den Kreis Harz hat der Deutsche Wetterdienst für Lagen über 1000 Metern deshalb eine Unwetterwarnung herausgegeben. In der Nacht und im Verlauf des Donnerstags lässt der Wind langsam nach.

Zwischen Altmark und Börde sowie im Harz gibt es schauerartigen Regen. Doch auch in Sachsen und Thüringen muss mit einzelnen Schauern gerechnet werden. Es ist bewölkt, die Temperaturen werde die Marke von 25 Grad kaum erreichen.

07.03 Uhr: Wetter-Experte nennt Gefahr von Sturmtief Kirsten

Quer über Deutschland verteilt, rast der Sturm mit 50 bis 100 km/h über das Land hinweg. Vor allem der Brocken soll orkanartige Böen abbekommen.

Das Fatale: Laut Wetter-Experte Lars Dahlstrom von Kachelmannwetter sind wir noch voll auf den Sommerbetrieb eingestellt und rechnen noch gar nicht mit so einem Sturmtief.

„Was wir noch gewohnt sind zu dieser Jahreszeit, das ist der Sturm in dieser Jahreszeit. Wo sich viel draußen abspielt, wo Leute auf den Campingplätzen sind und sich die Gastronomie noch draußen abspielt.“

Was jedoch die größte Gefahr darstellt: Die Bäume sind noch voller Belaubung. So kann es sein, dass sie sogar bei Böen um die 70 km/h umstürzen sowie Äste abbrechen können. Folge: Probleme im Straßenverkehr und bei Gleisen von Zügen.

Nicht selten gibt es Vorfälle, bei denen der Bahn-Verkehr lahmgelegt wurde, weil ein Baum wegen eines Sturmes auf die Gleise fiel.

-----------

Das war der Hitze-Sommer 2018:

  • 2018 fiel wenig Regen, gleichzeitig war es extrem warm
  • In Europa kam es zu Waldbränden, Hitzeschäden und Ernteausfällen
  • Wegen der warmen Flüsse wurden sogar Kraftwerke abgeschaltet
  • In Deutschland war der Sommer 3,8 Grad °C wärmer als in den letzten Jahrzehnten
  • Selbst im Oktober herrschten sommerliche Werte: 28,6 °C wurden am 13. Oktober in Tönisvorst gemessen

-----------

06.02 Uhr: Erleichterung am Donnerstag

-------------

Mehr News aus Thüringen:

-------------

„Natürlich gehört zum Sturmtief auch richtiges Usselswetter.“ Regen und kräftiger Wind kommen auf den Freistaat zu. Am Donnerstag soll es jedoch wieder freundlicher werden.

Eins kann man zum Wetter in Thüringen sagen: Der große Sommer ist wohl endgültig vorbei. (dpa/mb/ldi)