Bodo Ramelow will Weihnachtsmärkte erlauben – aber keinen „Ballermann“ in Thüringen

Bodo Ramelow will, dass Weihnachtsmärkte trotz Corona stattfinden.
Bodo Ramelow will, dass Weihnachtsmärkte trotz Corona stattfinden.
Foto: imago images / Rüdiger Wölk / Future Image (Montage: Thüringen24)

Erfurt. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will trotz des weiteren Verbots von Großveranstaltungen Weihnachtsmärkte in Thüringen ermöglichen. „Wir wollen sie vorbereiten“, sagte er am Freitag im Sommer-Interview von MDR Thüringen in Erfurt. „Was wir nicht wollen, ist der Ballermann auf dem Weihnachtsmarkt“, so Bodo Ramelow.

Die Organisation der traditionellen Märkte in der Adventszeit müsse so erfolgen, dass es keine „alkoholisierten Zusammenkünfte“ gebe und dass die Zahl der Menschen, die sich dort gleichzeitig aufhalten, reguliert werde, erklärte Bodo Ramelow.

Bodo Ramelow: Weimarer Zwiebelmarkt wird umfunktioniert

Bund und Länder hatten sich am Donnerstag in einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf verständigt, dass Großveranstaltungen in Deutschland bis mindestens Ende Dezember grundsätzlich untersagt bleiben. Das gelte für solche Veranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und das Einhalten von Hygieneregelungen nicht möglich sind.

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Das ist Bodo Ramelow:

  • am 16. Februar 1956 in Osterholz-Scharmbek in Niedersachsen geboren
  • zum dritten Mal verheiratet, seit 2006 mit Germana Alberti vom Hofe
  • hat zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe
  • deutscher Politiker und gehört zu den Linken
  • seit dem 4. März 2020 der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
  • war bereits von Dezember 2014 bis 5. Februar 2020 Ministerpräsident
  • der erste Ministerpräsident eines Bundeslandes, der den Linken angehört

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Bodo Ramelow hatte bereits in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass es bei Volksfesten auf die Umstände und Dimension ankomme. So sei es richtig, dass der Weimarer Zwiebelmarkt, zu dem eigentlich ein dichtes Gedränge in der Innenstadt gehöre, in diesem Jahr als eine Art Wochenmarkt organisiert werde, bei dem vor allem die Zwiebelbauern aus Heldrungen ihre Produkte anbieten könnten.

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Der Regierungschef verwies erneut auf die geringen Corona-Infektionszahlen in Thüringen, die neben Infektionsschutz-Konzepten eine Voraussetzung für Volksfeste in modifizierter Form seien.

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Derzeit seien etwa 120 Menschen im Freistaat nachweislich infiziert, die meisten zeigten keine Krankheitssymptome. Die Wahrscheinlichkeit, in Thüringen auf einen Infizierten zu treffen, seien damit gering, so Bodo Ramelow.

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Land und Kommunen würden aber jederzeit handeln, wenn die Infektionszahlen stiegen, versicherte Bodo Ramelow. Als eine Messlatte nannte er 15 Infizierte pro 100 000 Einwohner. Er mahnte, Masken zu tragen, wenn sich viele Menschen auf engem Raum aufhielten. (dpa)