West-Nil-Virus in Thüringen angekommen: Besonders diese Tierhalter werden gewarnt

In Thüringen ist ein Fall von West-Nil-Virus aufgetreten.
In Thüringen ist ein Fall von West-Nil-Virus aufgetreten.
Foto: imago images / Panthermedia

Gera. Anfang September hat das Friedrich-Loeffler-Institut bei einer Blaumeise aus Thüringen eine Infektion mit dem West-Nil-Virus festgestellt.

Der Vogel war zuvor im Stadtgebiet Gera tot aufgefunden worden.

West-Nil-Virus in Thüringen: So gefährlich ist es für Menschen

Bei dem West-Nil-Virus handelt es sich um einen Erreger, der durch blutsaugende Stechmücken übertragen wird. Das eigentliche Virusreservoir stellen hierbei Vögel dar, wobei die Infektion häufig symptomlos verläuft. Insbesondere bei Tieren, die zu den Gattungen der Sperlings-, Raben- und Greifvögel gehören, treten jedoch auch schwere Erkrankungsverläufe auf, informiert die Stadt Gera.

In Thüringen wurde das West-Nil-Virus erst im Juli und August dieses Jahres auch in Erfurt bei Eulen sowie Anfang Oktober 2019 erstmals auch bei einem Pferd im Unstrut-Hainich-Kreis nachgewiesen. Derzeit treten weitere Fälle ebenfalls in Sachsen, Berlin sowie Brandenburg auf.

Übertragung auf Menschen eher selten

Eine Übertragung auf den Menschen ist eher selten. Denn bei ihnen handelt es sich um sogenannte „Fehlwirte“, in deren Organismus sich das Virus nicht so stark vermehrt, dass sich Stechmücken beim Blutsaugen vom Mensch erneut infizieren könnten. Daher geht lediglich von infizierten Stechmücken eine Ansteckungsgefahr aus.

---------------------------

Das ist das West-Nil-Virus:

  • wissenschaftlich WNV (englisch: West Nile virus)
  • gehört zur Familie der Flaviviridae, das sowohl in tropischen als auch in gemäßigten Gebieten vorkommt
  • erstmals 1937 beim Menschen in Uganda (Afrika) entdeckt
  • infiziert hauptsächlich Vögel, kann aber auch auf Menschen, Pferde und andere Säugetiere übergreifen
  • Infektion erfolgt in der Regel über Stiche von Stechmücken

---------------------------

Bei einer Infektion des Menschen können grippeähnliche Symptome auftreten. Deshalb sollte bei längerem Aufenthalt im Freien ebenfalls ein Mückenschutz aufgetragen werden.

Vor allem DIESE Tierhalter werden gewarnt

Die Mehrzahl infizierter Pferde zeige, ähnlich dem Großteil infizierter Menschen, keine klinische Symptomatik. In einigen Fällen kann es aber bei den Tieren zu deutlichen zentralnervösen Störungen (z.B. Stolpern, Nachhandlähmungen, Bewegungsstörungen, allgemeine Schwäche, Muskelzittern, Lähmungen, bis hin zum Festliegen) aufgrund von Hirn- und Hirnhautentzündungen kommen.

+++ Corona in Thüringen: Zahlen schnellen in die Höhe ++ Polterabend im Saale-Orla-Kreis Superspreader-Event? +++

Deshalb sollten Pferdehalter über eine prophylaktische Impfung ihrer Pferde nachdenken, sowie, wenn nötig, eine Insektenschutz-Behandlung der Pferde, die nächtliche Unterbringung in Ställen sowie eine Beseitigung von Mückenbrutstätten (Wasserstellen) in Betracht ziehen. Die Halter werden gebeten, bezüglich einer Impfung ihren betreuenden Tierarzt zu kontaktieren.

+++ Warntag 2020 in Thüringen: Deswegen blieben viele Sirenen still! +++

Veterinäramt bittet: Tote Vögel melden!

Es wird derzeit darum gebeten, das Auffinden von toten Wildvögeln im Veterinäramt anzuzeigen (0365-8383571).

--------------------

Mehr Themen:

Krokodil in der Unstrut: Spaziergänger will das Tier HIER erneut gesehen haben!

Markus Lanz treibt Bodo Ramelow in die Enge: Zuschauer reagieren eindeutig – „Sie haben...“

Weimarer Land: Ekel-Tat! Fuchs liegt tot am Straßenrand, dann machen Unbekannte DAS

--------------------

Die Tiere sollten dabei nur mit Handschuhen angefasst werden.