AfD in Thüringen: Stasi-Vorwürfe gegen Politiker – ER kommt ihm zu Hilfe

Der Thüringer AfD-Abgeordnete Dieter Laudenbach steht im Verdacht, für die Stasi gespitzelt zu haben. Doch jetzt könnte der Fall eine Wendung nehmen.
Der Thüringer AfD-Abgeordnete Dieter Laudenbach steht im Verdacht, für die Stasi gespitzelt zu haben. Doch jetzt könnte der Fall eine Wendung nehmen.

Hat ein Thüringer AfD-Landtagsabgeordneter aus Thüringen mit der Stasi zusammengearbeitet?

In der Debatte um mögliche Stasi-Kontakte hat der AfD-Abgeordnete Dieter Laudenbach nun Unterstützung erhalten.

Thüringens Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Peter Wurschi, glaubt nicht an eine simple Antwort. Eine Art Gutachten zu dem Fall hält er für wenig aussagekräftig.

AfD Thüringen: Spitzel-Affäre – jetzt meldet er sich zu Wort

Der Fall zeige, dass es ein neues Gesetz zur Überprüfung von Abgeordneten auf eine mögliche Stasi-Tätigkeit brauche, sagte Wurschi der Deutschen Presse-Agentur. Nur so sei es möglich, auch die Graubereiche auszuleuchten, „die es beim Zusammenwirken zwischen Menschen und der Stasi oft gab“. Wurschi betonte, dass es dabei oft „unterschiedliche Wahrnehmungen und Perspektiven“ gab.

+++ AfD-Thüringen: Pikantes Detail – AfD-Mann soll in der DDR... +++

Stasi-Akten zufolge war Laudenbach Ende der 1980er-Jahre als Spitzel für die Stasi registriert worden, wie verschiedene Medien berichteten. Auf dem Deckblatt der entsprechenden Akte, das der MDR im Internet veröffentlichte, heißt es, Laudenbach sei am 17. Dezember 1986 als Quelle geworben worden. Allerdings ist bislang keine Verpflichtungserklärung Laudenbachs als Inoffizieller Mitarbeiter gefunden worden.

------------------

Das war die Stasi:

  • Kurzformel für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in der ehemaligen DDR
  • wurde unter direkter Anleitung des sowjetischen Geheimdienstes im Zuge der Gründung der DDR aufgebaut
  • innenpolitische Geheimpolizei, Ermittlungsbehörde und Auslandsnachrichtendienst
  • unterlag ausschließlich der Kontrolle durch die Parteiführung der SED
  • agierte als „Schild und Schwert der Partei“. Unter diesem Blickwinkel wurden Vorstellungen und Haltungen von Menschen in der DDR, die von der SED-Norm abwichen, als kritisch gesehen und oft als „staatsfeindliche Bestrebungen“ verfolgt

------------------

Der AfD-Abgeordnete selbst bestreitet, jemals wissentlich mit der Stasi zusammengearbeitet zu haben; seine Fraktion stellte sich hinter ihn. Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion, Torben Braga, sagte nach dem Auffinden der Akten: „Wie mir Dieter Laudenbach persönlich versicherte, widersetzte er sich trotz seiner herausgehobenen Position im Interhotel Gera Ende der 1980er-Jahre dem Druck, der SED beizutreten und arbeitete nie wissentlich für die DDR-Staatssicherheit.“

------------------

Mehr Themen:

Erfurt: Standort für brisantes DDR-Material? DAS soll jetzt in die Stadt kommen

Markus Lanz treibt Bodo Ramelow in die Enge: Zuschauer reagieren eindeutig – „Sie haben...“

Corona in Thüringen: Corona-Ausbruch in Jugendknast ++ Polterabend-Gäste positiv getestet

------------------

War Gutachten „Meinungsäußerung“?

Der ehemalige Thüringer Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Jürgen Haschke, kam vor einigen Tagen in einer von ihm sogenannten „Begutachtung“ von Unterlagen zu dem Schluss, dass Laudenbach kein inoffizieller Mitarbeiter der Stasi war. Wurschi nannte dies „die Meinungsäußerung einer Privatperson“. Dabei sei versucht worden, mit dem Verweis auf das ehemalige Amt von Haschke die Seriosität seiner Aussage zu erhöhen. Er selbst erlaube sich in dieser Sache derzeit kein abschließendes Urteil, da er die Akten zu dem Fall nicht gesehen habe, sagte Wurschi.

+++ AfD Thüringen: War ein Abgeordneter ein Stasi-Spitzel? Gutachten aufgetaucht +++

Der Thüringer Landtag berät derzeit über zwei Gesetzesentwürfe, die die weitere Überprüfung der Thüringer Landtagsabgeordneten auf eine frühere Zusammenarbeit mit der DDR-Staatssicherheit regeln sollen. Einer stammt von Rot-Rot-Grün, einer von der CDU. Das Gesetz, auf dessen Rechtsgrundlage diese Überprüfungen bisher stattfanden, ist ausgelaufen. (dpa)