Saalfeld: Nach Axt-Angriff – Muslime fassungslos: „Ein eindeutig rassistischer Vorfall“

Suleman Malik fordert die Politik dazu auf, genauer hinzusehen und etwas gegen Anfeindungen gegen Muslime zu unternehmen.
Suleman Malik fordert die Politik dazu auf, genauer hinzusehen und etwas gegen Anfeindungen gegen Muslime zu unternehmen.
Foto: imago images / Steve Bauerschmidt

Saalfeld:. Das möchte sich wirklich niemand vorstellen: Plötzlich steht ein Fremder mit einer Axt da und bedroht einen auch noch!

Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen hat es allerdings genau solch einen Vorfall gegeben. Drei Männer standen plötzlich dem bewaffneten Angreifer gegenüber.

Die drei Männer sind Mitglieder der islamischen Ahmadiyya Gemeinde und hatten am vorletzten Sonntag Flyer in Fischersdorf verteilt, als es zu dem Angriff kam. Für Gemeindesprecher Suleman Malik ist damit eine Grenze überschritten: „Wir erleben immer wieder Fälle von Anfeindungen. Die Politik muss endlich ein Zeichen setzen.“

Saalfeld: Muslime nach Axt-Angriff fassungslos

Was genau ist am Sonntag, 13. September, im dem kleinen Ortsteil der Gemeinde Kaulsdorf passiert? Laut Polizeibericht waren die drei Gemeindemitglieder in Streit mit mehreren Bewohnern geraten. Daraufhin habe ein Mann eine Axt erhoben und sie aufgefordert, den Ort zu verlassen.

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Laut Malik hätten die Bewohner die drei Gemeindemitglieder zunächst beleidigt und dann bedroht. „Sie wurden aufgefordert, zu gehen. Das wollten sie dann auch tun, dann kamen die Leute hinterhergerannt. Einer ging mit einer Axt auf sie los.“

„Solche Vorfälle dürfen nicht länger runtergespielt werden“

Es wurde Anzeige bei der Polizei erstattet, der Axt-Täter sei im Nachgang auch identifiziert worden, so der Polizeibericht. Doch Malik sieht hier auch die Politik in der Verantwortung.

„Das war ein eindeutig rassistischer Vorfall“, sagt er im Gespräch mit Thüringen24. „Egal, ob anti-muslimische oder antisemitische Taten – solche Vorfälle dürfen nicht länger runtergespielt werden, sondern müssen spürbare Konsequenzen mit sich bringen.“

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Malik: „Stehen im Einklang mit Deutschland“

Die Ahmadiyya Gemeinde, die auch hinter dem Moschee-Bau in Erfurt steht, führe seit zwei Jahren eine Kampagne durch. Dabei besuchen Mitglieder der Gemeinde die Dörfer in Thüringen und wollen durch Infostände und Flyer ins Gespräch mit den Anwohnern kommen, um über den Islam aufzuklären, erklärt Malik.

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„Es herrschen so viele Vorurteile über den Islam“, sagt Malik, „deshalb wollen wir als Muslime auf die Menschen zugehen und vermitteln, dass wir im Einklang mit Deutschland stehen und uns für Frieden einsetzen“.

Die Ermittlungen zu dem Fall dauern an. (fno)