Thüringen: ÖPNV-Warnstreik! Jena, Gera, Erfurt – Schüler und Pendler erwartet Mega-Chaos

In Thüringen wird am Dienstag gestreikt – auch bei der EVAG.
In Thüringen wird am Dienstag gestreikt – auch bei der EVAG.
Foto: Karina Hessland

Verdi hat zum bundesweiten Warnstreik am heutigen Dienstag aufgerufen – und Thüringen zieht mit! Vor allem Pendler müssen am Dienstag zurückstecken.

Erfurt, Jena und Gera: In diesen Städten wollen sich die Beschäftigten im öffentliche Nahverkehr dem Warnstreik anschließen. In den Städten in Thüringen geht dann wohl nichts mehr.

Thüringen: Einschränkungen in mehreren Städten

Verdis Forderung: Einen Rahmentarifvertrag für bundesweit 87.000 Beschäftige im öffentlichen Nahverkehr. Der umfasst unter anderen auch die Regelung von Urlaubstagen, Sonderzahlungen und Nachwuchsförderung. Hier fehle es an zentralen Regelungen, wie beispielsweise 30 Urlaubstage für alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

„Der ÖPNV befindet sich bundesweit in einer schwierigen Situation. Nach 20 Jahren Sparkurs auf dem Rücken der Beschäftigten sind die Grenzen der Belastbarkeit erreicht“, so die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Auch in Thüringen werden die Menschen das zu spüren bekommen. Wir werfen einen Blick auf die Städte.

Erfurt: Alles steht still

In Erfurt wird es einen ganztägigen Streik im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) geben. Aktuell ist damit zu rechnen, dass zwischen Betriebsbeginn um 3.45 Uhr und dem Betriebsende um 0 Uhr weder Busse noch Stadtbahnen der EVAG fahren werden. Auch für den Schulverkehr gibt es keine Ausnahme.

Solidarität mit den Streikenden kommt dabei unter anderem aus der Politik. „Ursache für den Warnstreik ist die absolute Verweigerungshaltung der Arbeitgeber gegen die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Der ÖPNV braucht ganz dringend einheitliche Regelungen zur Entlastung der Beschäftigten“, heißt es von SPD-Arbeitsmarktpolitikerin Diana Lehmann aus Erfurt.

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Der Vorstand der EVAG zeigt sich wenig überraschend nicht sonderlich begeistert vom Streik der Beschäftigten. „Der Streik geht zu Lasten unserer Fahrgäste, was wir zutiefst bedauern. Die Maßnahmen sind aus unserer Sicht völlig unverhältnismäßig, da in Thüringen bisher noch kein Verhandlungstermin stattgefunden hat“, sagte Myriam Berg, Vorstand der EVAG. Das Unternehmen will über Facebook und Twitter darüber informieren, wann Busse und Bahnen wieder fahren.

Jena: Keine Busse und Bahnen, kein Schülerverkehr, aber Regionalbusse

Auch in Jena stehen am Dienstag die Busse und Bahnen still. Bei der Stadtführung geht man davon aus, dass in der Zeit des angekündigten Warnstreiks der ÖPNV nicht bedient wird. Es gibt einen kompletten Ausfall aller Linien sowie des Schülerverkehrs. Andreas Möller, Geschäftsführer des Jenaer Nahverkehrs, bezeichnete den 24-Stunden-Streik als „unverhältnismäßig“. Auch das Servicecenter des Nahverkehrs in der Holzmarktpassage wird am Dienstag geschlossen bleiben.

Sobald es die Umstände zulassen, wolle man den Betrieb wieder aufnehmen. Die Regionalbusse der JES Verkehrsgesellschaft sollen jedoch wie gewohnt fahren.

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Gera: Notfahrplan – wenn überhaupt

Auch in Gera werden die Beschäftigten am Dienstag ihre Arbeit niederlegen, wie Verdi in einer Pressemitteilung mitteilte. Gegenüber der „“ erklärte Thorsten Rühle, Geschäftsführer der GVB Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera, es werde wenn überhaupt nur einen Notfahrplan in Gera geben.

Im Berufs- und Schülerverkehr sei mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen. Vorrang hätten demnach die beiden Straßenbahnlinien 1 und 3 sowie die Buslinie 17 mit Anbindung zum Klinikum. Ob diese Versorgung jedoch nicht ebenfalls blockiert wird, sei laut „“ nicht auszuschließen. Auch in Gera werden Regionalbusse wie gewohnt fahren. (dav)