Gera: Hooligans aus Erfurt vor Gericht – ihre Taten sind einfach brutal

Fußballfans aus Erfurt sollen andere Fan-Gruppen brutal attackiert haben. Jetzt stehen sie in Gera vor Gericht. (Symbolbild)
Fußballfans aus Erfurt sollen andere Fan-Gruppen brutal attackiert haben. Jetzt stehen sie in Gera vor Gericht. (Symbolbild)
Foto: imago images / Reichwein

Gera.  Nach brutalen Überfällen auf andere Fußball-Fans soll im November in Gera der Prozess gegen vier Mitglieder des „Jungsturm“ beginnen. Ihnen wird Bildung einer kriminellen Vereinigung, Raub sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, wie ein Sprecher des Landgerichts am Montag mitteilte.

Darunter sind den Angaben zufolge die beiden führenden Köpfe der Organisation im Alter von 26 und 28 Jahren. Verhandelt wird der Fall vom 12. November an vor der Staatsschutzkammer, es sind zunächst Verhandlungstermine bis in den März 2021 hinein vorgesehen.

Gera: Hooligans aus Erfurt vor Gericht

Der „Jungsturm“ gehört den Angaben nach zur Fanszene des Vereins Rot-Weiß Erfurt. Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Thüringen stuft die Gruppe als rechtsextrem ein. Ziel waren laut Anklage verabredete Schlägereien mit anderen Fußball-Hooligans sowie Überfälle auf Fans anderer Vereine wie den FC Carl Zeiss Jena. Dazu sollen sie auch Kampfsporttrainings organisiert haben.

So sollen zwei der Angeklagten im Dezember 2018 mit etwa 40 Kumpanen in der Nähe des Saalfelder Bahnhofes Jenaer Fußball-Fans angegriffen haben. Dabei sei eine Person bewusstlos geschlagen worden, heißt es. Im Februar 2019 soll eine „Jungsturm“-Gruppe in eine Bowlingbahn in Saalfeld eingedrungen und dort Jenaer Fans mit Faustschlägen und Tritten gegen den Kopf attackiert haben.

Mehrere brutale Überfälle

Ein weiterer Überfall ist auf Juli 2019 auf dem Bahnhof in Gotha datiert. Dabei sollen mehrere Opfer unter anderem Prellungen und Knochenbrüche erlitten haben.

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Zudem listet die Anklage mehrere Schlägereien mit anderen Hooligans unter anderem in Hessisch-Lichtenau in den Jahren 2018 und 2019 auf. Dabei sollen die Angeklagten etwa gegen die Köpfe von Gegnern getreten haben, auch als diese schon am Boden lagen. (dpa)