Bodo Ramelow mit klarer Haltung zu Corona-Politik: „Haben die ganze Zeit das Gegenteil gemacht“

Bodo Ramelow verrät das weitere Vorgehen Thüringens in der Corona-Krise.
Bodo Ramelow verrät das weitere Vorgehen Thüringens in der Corona-Krise.
Foto: imago images/Karina Hessland

Suhl. Die Antwort von Bodo Ramelow verwundert beim ersten Hinhören: „Wir haben die ganze Zeit das Gegenteil gemacht."

Worum geht's? Thüringens Ministerpräsident war am Montagabend zu Gast bei Daniel Ebert im Format Fernsehzimmer. Live konnte Zuschauer die Sendung, unter anderem bei Facebook, verfolgen und Fragen stellen.

Als Interviewer Erbert fragt, ob denn wieder Corona-Verschärfungen in Thüringen geplant seien, reagiert Bodo Ramelow eindeutig.

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Aktuelle Corona-Zahlen in Thüringen (29. September):

  • Gesamtzahl der Infizierten: 4.054
  • 190 Tote
  • 3.710 Genesene

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Bodo Ramelow beschwört Thüringen-Weg

Bodo Ramelow zeichnet in dem Gespräch nach, welchen Weg Thüringen bisher eingeschlagen hat: „Wir haben am Anfang bei der Schließung der Bau- und Gartenmärkte bewusst nicht mitgemacht. Am Ende hat uns der Ablauf in Thüringen recht gegeben. Die Gartenmärkte, die offen waren, haben dazu geführt, dass die älteren Herrschaften in ihre Kleingartenanlagen gegangen sind und haben damit einen hohen Schutzfaktor gehabt, weil sie genügend Abstand hatten.“

„Jetzt im Moment ist es so, dass wir im Regelbetrieb der Schulen sind“, ein Ampelsysteme gibt vor, wie die aktuelle Corona-Situation an den einzelnen Schulen und Kitas ist. Auf der Internetseite des Bildungsministerium kann der aktuelle Ampelstand jeder Einrichtung beobachtet werden.

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Dann tritt in Thüringen wieder der Lockdown ein

Der Bund plant, die Zahl für öffentliche Feiern auf 50 und in geschlossenen Räumen auf 25 Personen herunterzusetzen. „Davon sind wir nicht überzeugt", stellt Ramelow klar. Die aktuelle Zahl von 75 Personen bei privat Feiern soll beibehalten werden. Die Corona-Zahlen in Thüringen sind vergleichsweise gering im gesamtdeutschen Vergleich.

„Wir sind mit unseren Regeln in Thüringen bisher gut gefahren“, so der Linken-Politiker. Er beobachte den leichten Anstieg der Corona-Zahlen in seinem Bundesland. „Ich will wissen, ob der Anstieg standhält, weil die Menschen in der Winterzeit mehr nach drinnen gehen.“ Die Wahrscheinlichkeit steige, dass sich dadurch das Virus stärker verbreite.

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„Was wir uns nicht erlauben können, sind 35 Infektionen innerhalb von sieben Tagen auf 100.000 Einwohner. Das wäre der Alarmwert. Bei 50 Infektionen in diesem Index würde es dazu führen, dass wir wieder zum Lockdown in dem lokalen Bereich kommen müssten.“ Der aktuelle Wert liegt bei 5 Neuinfizierten auf 100.000 Einwohner. (mb)