Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl: Kinder zu laut – ging der Sicherheitsdienst auf eine Mutter los?

In Suhl sollen Sicherheits-Männer eine Mutter attackiert haben. (Symbolbild)
In Suhl sollen Sicherheits-Männer eine Mutter attackiert haben. (Symbolbild)
Foto: imago images / Noah Wedel; Bodo Schackowdpa-Zentralbilddpa +++ dpa-Bildfunk +++(Montage: Thüringen24)

Suhl. In Suhl sollen Kinder zu laut gewesen sein, deswegen gingen mutmaßlich drei Sicherheitsbeamte auf die Mutter los.

Der Thüringer Flüchtlingsrat hat schwere Vorwürfe gegen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Landes-Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Suhl erhoben. Sie sollen versucht haben, einer Frau des Heims mit Gewalt ihr Handy zu entreißen. Danach sollen sie sie geschlagen und auf den Boden gedrückt haben.

Die Polizei ermittelt nun in dem Fall. Zugetragen hat sich der Vorfall am Dienstag. Die Beamten seien wegen einer mutmaßlichen Körperverletzung in die Erstaufnahmeeinrichtung gerufen worden.

Suhl: Sicherheitsmänner dürfen dort nicht mehr arbeiten

Grund dafür war, dass der Sicherheitsdienst in Suhl versucht habe, das Hausrecht durchzusetzen, weil die Kinder einer Frau zu laut waren. Außerdem gibt es Berichte, dass eine Kochplatte unerlaubt verwendet wurde.

Ein Sprecher des Landesverwaltungsamtes sagte, das Land habe das für die Einrichtung beauftragte private Sicherheitsunternehmen aufgefordert, die Männer dort zunächst nicht mehr einzusetzen. Die drei mutmaßlich an dem Vorfall beteiligten Wachmänner sollten auch zu ihrem eigenen Schutz nicht mehr in dem Heim arbeiten, bis die Vorwürfe geklärt seien.

Nach ersten Erkenntnissen habe es in dem Zimmer in Suhl „eine Rangelei“ gegeben. Laut dem Migrationsministerium wurde dabei ein Mitarbeiter des Wachschutzes durch zwei Bewohner der Flüchtlingsunterkunft leicht verletzt. Außerdem sollen zwei Frauen und ein Mann des Heims verletzt worden sein.

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Suhl: Verletzte Frau verlor ihr Baby

Eine der beiden verletzten Frauen soll außerdem erst vor wenigen Wochen während der Schwangerschaft ihr Kind verloren haben. Dabei soll es sich aber nicht um die Frau gehandelt haben, die zu Boden gedrückt worden sein soll.

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Sie soll laut Flüchtlingsrat tagelang vergeblich um medizinische Betreuung gebeten haben, bis im Klinikum Suhl nur noch der Tod des ungeborenen Kindes festgestellt werden konnte. Dieser Vorfall wurde bereits angezeigt.

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Der Sprecher des Landesverwaltungsamtes sagte, es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass der Frau während ihrer Schwangerschaft medizinische Hilfe verwehrt worden sei. Auch dazu laufen die Ermittlungen

Die Frau wird in Suhl inzwischen psychologisch betreut. (ldi/dpa)