Fridays For Future rudert nach dieser Demo zurück – „Das war ein schwerer Fehler“

Die Fridays-For-Future-Ortsgruppe in Frankfurt bekommt mächtig Gegenwind. Grund ist eine Demo vom vergangenen Wochenende. (Symbolbild)
Die Fridays-For-Future-Ortsgruppe in Frankfurt bekommt mächtig Gegenwind. Grund ist eine Demo vom vergangenen Wochenende. (Symbolbild)
Foto: imago images / Christian Grube

Die Umweltschützer von Fridays for Future in Frankfurt bekommen aktuell heftige Kritik. Und sogar von Menschen, die sich eigentlich mit linken und umweltrelevanten Themen identifizieren können. Doch die Teilnahme an einer Demonstration wird ihnen nun zum Verhängnis.

Vermutlich wäre die Demonstration, die am 3. September stattfand, wohl als eine von vielen untergegangen. Unter dem Motto: „Moria befreien jetzt“ protestierten verschiedene antirassistische Initiativen, darunter Black Power Frankfurt, Migrantifa, Seebrücke und auch Fridays for Future. Genau bei dieser Demonstration kam es offenbar zu Sprechchören, gegen die Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker nun sogar Strafanzeige gestellt hat. Auch Fridays for Future hat sich geäußert.

Fridays for Future ruft mit zu Demo auf – dort kommt es zu unschönen Szenen

Fridays for Future ist vor allem als Umweltschutzorganisation bekannt. Das Bündnis positioniert sich jedoch in anderen Themenbereichen. Mit dem Engagement gegen Sexismus und Rassismus gibt es große Schnittmengen.

Dass Fridays for Future der Einladung zur „Moria befreien jetzt“-Demonstration in Frankfurt gefolgt ist, ist also wenig verwunderlich. Im Nachgang erscheint die Teilnahme jedoch in einem unschönen Licht. Auch die Organisation selbst dürfte sich im Nachhinein darüber ärgern.

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So kam es auf der Demonstration zu Rufen wie „Yalla Intifada“ oder „From the river to sea, Palestine will be free“. Übersetzt bedeutet das „Vom Fluss bis zum Meer wird Palästina frei sein“. Folgt man diesem Verständnis würde sich Palästina zwischen Jordan und Mittelmeer erstrecken – für den Staat Israel wäre in dieser Konstellation kein Platz mehr. Als Intifada werden die gewaltsamen und bewaffneten Aufstände von Palästinensern gegen Israel bezeichnet.

Oberbürgermeister stellt Strafanzeige: „Blanker, israelbezogener Antisemitismus“

Auch auf dem Rednerpult soll es zu antisemitischen Äußerungen gekommen sein. Frankfurts Oberbürgermeister Uwe Becker zog nun die Reißleine. Becker: „Wer ein freies Palästina vom Fluss bis zur See fordert, der propagiert die Zerstörung Israels und die Vernichtung jüdischen Lebens. Dies ist blanker, israelbezogener Antisemitismus und diesen darf es in Deutschlands nicht geben. Ich habe Strafanzeige gestellt.“

Auch Fridays for Future Frankfurt und Seebrücke Frankfurt machten inzwischen einen Rückzieher. Von der Seebrücke heißt es, man bedauere, dazu beigetragen zu haben, „antisemitischen Reden in Frankfurt eine Bühne zu geben.“

Fridays for Future: „Das war ein schwerer Fehler“

Fridays for Future veröffentlichte ein ganz ähnliches Statement: „Auf der Demo ist es zu Reden und Parolen mit antisemitischen Inhalten gekommen, was wir aufs Schärfste kritisieren und ablehnen. […] Wir haben uns als Ortsgruppe fahrlässigerweise nicht über die beteiligten Organisationen informiert und haben daher in dem Aufruf von Black Power und Migrantifa kein Hindernis für unsere Beteiligung gesehen. Das war ein schwerer Fehler.“

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Trotz der deutlichen Worte hat Fridays for Future durch die hat die Teilnahme an der Demonstration bei einigen sicherlich Sympathien eingebüßt. (dav)