Thüringen: Ungewöhnliche Flagge vor Landtag geplant – diese Premiere steckt dahinter

Das Hochhaus des Landtages in Thüringen wird bald komplett verändert aussehen. (Archivfoto)
Das Hochhaus des Landtages in Thüringen wird bald komplett verändert aussehen. (Archivfoto)
Foto: imago images / Schöning

Erfurt. Was vor dem Landtag in Thüringen vielleicht bei einigen für verwunderte Blicke sorgen wird, ist ein besonderes Zeichen.

Denn: Thüringen wird bunt! Im ganzen Freistaat wehen ab kommenden Montag bis Samstag ganz besondere Flaggen – darunter auch das Hochhaus des Landtags in Thüringen.

Grund ist die Aktionswoche in Thüringen zum „Christopher Street Day“ vom 12. bis zum 18. Oktober. In ganz Thüringen finden Veranstaltungen statt, mit dem Ziel, die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender-Menschen zu stärken.

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Das Hochhaus des Thüringer Landtags wird in den Farben der Regenbogenflagge leuchten. Zudem wird erstmals eine Regenbogenflagge vor dem Parlament wehen.

Thüringen: Landtagspräsidentin Keller spielt tragende Rolle

Am kommenden Montag wird Landtagspräsidentin Birgit Keller selbst den symbolischen Knopf drücken, der das Landtagshochhaus zum Leuchten bringt. Die öffentliche Veranstaltung vor dem Landtagsgebäude beginnt um 19 Uhr.

„Thüringen ist bunt. Und es kann noch bunter sein. Mit unserer Aktion wollen wir ein weithin sichtbares Zeichen für Toleranz und für die Gleichstellung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender-Menschen setzen“, so Landtagspräsidentin Birgit Keller. „Deshalb hissen wir erstmals die Regenbogenfahne vor dem Landtag. Und das Landtagshochhaus wird eine Woche lang in Regenbogenfarben erleuchten.

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Das ist Thüringen:

  • der Freistaat Thüringen hat 2,1 Millionen Einwohner und ist 16.000 Quadratkilometer groß
  • Landeshauptstadt und größte Stadt: Erfurt
  • weitere wichtige Städte sind Jena, Gera und Weimar
  • liegt im Zentrum von Deutschland
  • 2.133.378 Einwohner
  • Ministerpräsident ist Bodo Ramelow (Die Linke)
  • Regierungsparteien sind Die Linke, SPD und Die Grünen

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Dieses Symbol ist gleichzeitig eine Mahnung: Wir dürfen nicht müde werden, uns zu wehren – gegen Ausgrenzung, gegen Anfeindungen und dafür, dass jede*r selbst entscheiden kann, wen man liebt und das von allen anderen akzeptiert wird.

Gleichzeitig erinnern wir an das schreckliche Schicksal der ,Rosa-Winkel-Insassen‘ deutscher Konzentrationslager, die auf Grund ihrer Homosexualität dorthin verschleppt wurden. Erst vor 30 Jahren wurde die Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel für Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation gestrichen. Auch daran gilt es zu erinnern“, so Landtagspräsidentin Keller weiter.

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Thüringen: Letzte Rosa-Winkel-Überlebende verstarb 2009

Hintergrund: Als letzter Überlebender der Rosa-Winkel-Insassen galt der 2009 verstorbene Rudolf Brazda, der das KZ Buchenwald überlebte.

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Der „Christopher Street Day“, kurz CSD, hat seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten und fand 1969 das erste Mal in New York statt. Er erinnert an den ersten bekanntgewordenen Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street. 1979 wurde in Berlin und Bremen zum ersten Mal der CSD gefeiert.

Und nun das Zeichen aus Thüringen.(red)