Bodo Ramelow zofft sich mit Maybrit Illner: „Sind nicht 16 Dödel“

Bodo Ramelow reagierte wütend auf die Worte von Maybrit Illner.
Bodo Ramelow reagierte wütend auf die Worte von Maybrit Illner.
Foto: ZDF / Svea Pietschmann

Nach dem Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Merkel und den Regierungschefs der Länder am Mittwoch ist es am Donnerstag in der Talkshow von Maybrit Illner zu einer hitzigen Diskussion gekommen.

Unter dem Thema „Corona-Chaos – gerät die Pandemie außer Kontrolle?“ lieferten sich Ministerpräsidenten, ein Virologe, eine Pandemie-Beauftragte der Bundesärztekammer, der Chef des Frankfurter Gesundheitsamts und eine Hotelchefin einen Schalgabtausch.

Schließlich platzte Bodo Ramelow die Hutschnur. Thüringens Ministerpräsident wollte sich keine Anschuldigungen gefallen lassen und zoffte sich mit Maybrit Illner: „Sind nicht 16 Dödel.“

Bodo Ramelow bei Maybrit Illner: „Wir haben große Schritte nach vorne getan“

Die Sendung von Maybrit Illner begann mit einem Einspieler, der den Corona-Gipfel zwischen Bundeskanzlerin Merkel und den Regierungschefs der Länder zusammenfasste. „Bundeseinheitlich, verständlich, gar historisch sollte es werden“, heißt es dort.

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Doch dann: „Was folgt, ist historisch ernüchternd: Zwei Schwellenwerte statt einem und weiter so mit der Kleinstaaterei. Beim Beherbergungsverbot bleibt alles anders von Land zu Land.“

Schuld daran seien zu große Unterschiede im Infektionsgeschehen in den einzelnen Bundesländern und „zu viel Nabelschau mal wieder bei den Landesfürsten“, so der Einspieler des ZDF.

Bodo Ramelow zeigt Erfolge des Krisengipfels auf

Bodo Ramelow zeigte sich daraufhin aufgebracht. Er sprach sich für den Vorschlag von Manuela Schwesig, der Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommern, aus. Heißt: „Die Amtsärzte und die Gesundheitsämter in den abgebenden Stationen, also da, wo der Hotspot ist, in die Lage versetzen, dass sie das mit in die Bewertung nehmen, und die Maßnahmen dort getroffen werden.“

„Diesen einen Teil“ hätten Merkel und die Ministerpräsidenten bei dem Corona-Gipfel am Mittwoch nicht geregelt. Jedoch sei das Ampel-System geregelt worden, wie Ramelow klarstellte. „Und damit haben wir große Schritte nach vorne getan“, so der Ministerpräsident.

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„Die haben Corona-Tupperpartys gefeiert!“

Maybrit Illner wandte sich schließlich mit der Frage an Bodo Ramelow, wie groß die Schäden seien, die das Beherbungsverbot seien. Der Thüringer Ministerpräsident stellte klar, dass er sich „von Anfang an anders positioniert“ habe und er habe auch „deutlich darauf hingewiesen“, die Infektion zu bekämpfen.

Reisen sei grundsätzlich ein Problem, wobei es in Thüringer Hotels keine Infektionen gegeben habe. Die größten Ausbrüche in seinem Bundesland habe es nach einem Junggesellenabschied in Budapest und einer Rentnerbusreise nach Franzensbad in Tschechien gegeben: „Die haben Corona-Tupperpartys gefeiert!“

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Das ist Bodo Ramelow:

  • Bodo Ramelow wurde am 16. Februar 1956 in Osterholz-Scharmbek in Niedersachsen geboren
  • Als er acht war, starb sein Vater wegen einer Kriegsverletzung
  • Er ist zum dritten Mal verheiratet, seit 2006 mit Germana Alberti vom Hofe
  • Er hat zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe
  • Er ist ein deutscher Politiker und gehört zu den Linken
  • Er ist seit dem 4. März 2020 der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
  • Bodo Ramelow war bereits von Dezember 2014 bis 5. Februar 2020 Ministerpräsident
  • Er ist der erste Ministerpräsident eines Bundeslandes, er den Linken angehört

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„Wir sind nicht 16 Dödel“

Das letzte, was übrig bleibe, sei nach den Herbstferien das Thema Hotels abzuräumen und anschließend den öffentlichen Gesundheitsdienst zu stärken. „Und wie schaffen wir es, dass auch Journalismus sich vielleicht auch darauf konzentriert, dass wir nicht 16 Dödel sind, die alle nur durcheinander reden. Sondern, dass da gestern 16 Leute acht Stunden lang hart gearbeitet haben, um ein gemeinsames System für ganz Deutschland zu durchzuhalten.“

„Das haben Sie jetzt schon zwei Mal gesagt“, ätzt Illner schließlich. „Niemand stellt das grundsätzlich in Frage!“ Doch dann reagiert Ramelow genervt: „Wissen Sie, was ich heute den ganzen Tag gehört habe? Und an welchen Stellen ich Interviews geben durfte, weil jeder sagt, ihr seid euch ja nicht einig?“ Eine Antwort erhält er nicht.