Thüringen: Frau tritt vor die Tür und traut ihren Augen nicht – „Wir haben ein Riesenglück gehabt“

Ute Schütze blickte vor zehn Jahren vor ihr Haus in Schmalkalden (Thüringen) und traute ihren Augen nicht!
Ute Schütze blickte vor zehn Jahren vor ihr Haus in Schmalkalden (Thüringen) und traute ihren Augen nicht!
Foto: Bodo Schackow/dpa

Schmalkalden. Diesen Tag wird eine Frau aus Thüringen wohl ihr Leben lang nicht mehr vergessen!

An einem scheinbar ganz normalen Tag trat die Frau in Schmalkalden (Thüringen) vor die Tür ihres Hauses – und blickte in einen riesigen Krater...

Thüringen: Frau tritt vor die Tür – und traut ihren Augen nicht

Es passierte vor zehn Jahren im Südwesten Thüringens. In Schmalkalden riss plötzlich die Erde auf. Ohne Vorwarnung bildete sich am frühen Morgen des 1. November 2010 in einem Wohngebiet mit Einfamilien- und Reihenhäusern ein Krater, der rasch auf rund 30 Meter Durchmesser anwuchs.

Der Krater verschluckte ein Auto, Garagenteile und ein Stück Garten. Was die 20.000-Einwohner-Stadt an jenem Tag erlebte, war ein Erdfall – ein Naturphänomen, ausgelöst durch einen unterirdischen Hohlraum, wie Fachleute des heutigen Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) feststellten.

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Die Anwohnerin Ute Schütze musste damals hilflos zusehen, als Teile auch ihres Grundstücks in dem 17 Meter tiefen Krater verschwanden. „Das war ein fürchterliches Getöse.“

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Das ist Thüringen:

  • der Freistaat Thüringen hat 2,1 Millionen Einwohner und ist 16.000 Quadratkilometer groß
  • Landeshauptstadt und größte Stadt: Erfurt
  • weitere wichtige Städte sind Jena, Gera und Weimar
  • liegt im Zentrum von Deutschland
  • 2.133.378 Einwohner
  • Ministerpräsident ist Bodo Ramelow (Die Linke)
  • Regierungsparteien sind Die Linke, SPD und Die Grünen

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Vor zehn Jahren: Erde in Schmalkalden reißt plötzlich auf

An den Kraterrand angrenzende Häuser mussten geräumt werden, wie Bürgermeister Thomas Kaminski (parteilos) berichtet. „Wir haben aber ein Riesenglück gehabt.“ Denn als sich der Erdfall etwa 3 Uhr morgens ereignete, war kein Mensch auf der Straße. So sei niemand körperlich zu Schaden gekommen. „Wer weiß, was passiert wäre, wenn sich der Erdfall Stunden später im Berufsverkehr ereignet hätte“, sagt der 49-Jährige, der seit 2006 Stadtoberhaupt von Schmalkalden ist.

Eineinhalb Wochen lang brachten Lastwagen Tag und Nacht Kies zum Unglücksort, der dann von einem Spezialbagger in das Erdloch auf der Straße gekippt wurde, um den Krater zu verfüllen. Doch eine leichte Senkung ist dort noch heute erkennbar.

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Thüringen ist Risikogebiet für Erdfälle

Mittlerweile wurde ein Beobachtungs- und Frühwarnsystem installiert. Bewegungsmesser erfassen Erdbewegungen, Messgeräte lösen bei Absenkungen Alarm aus, unterirdische Spezialmikrofone sollen Erschütterungswellen und Geräusche aufnehmen. Thüringen ist nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe das Bundesland mit dem höchsten Risiko für natürliche Erdfälle.

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Trotz der unruhigen Erde unter ihren Füßen – für Ute Schütze war Wegziehen nie eine Option. Sie habe nach dem Erdfall viel Geld in Befestigungen und die Erfüllung von Bauauflagen investiert, um wieder zurückkehren zu können. Angst vor einem neuen Erdfall hat sie nicht. „Ich vertraue den Befestigungen, auch wenn es nachts mal knackt.“ (dpa)