Thüringen: Geflüchtete trifft drastische Entscheidung – „Leute sehen mich ständig an“

Eine junge Frau aus Afghanistan lebt seit mehreren Jahren in Thüringen. Deshalb hat sie sich dazu entschieden, ihr Kopftuch abzulegen. (Symbolbild)
Eine junge Frau aus Afghanistan lebt seit mehreren Jahren in Thüringen. Deshalb hat sie sich dazu entschieden, ihr Kopftuch abzulegen. (Symbolbild)
Foto: imago images / wolterfoto

Arnstadt. Eine junge Frau aus Afghanistan versucht, in Thüringen eine neue Heimat zu finden. Dafür hat die Afghanin hart gearbeitet, die Sprache gelernt und einen Abschluss gemacht. Maryam ist integriert, studiert inzwischen sogar in Erfurt. Doch für einige Menschen in Thüringen ist auch das nicht genug – immer wieder wird sie Opfer von Fremdenfeindlichkeit.

Deshalb hat die junge Frau, die in Arnstadt in Thüringen lebt sich nun für einen drastischen Schritt entschieden: Sie legt ihr Kopftuch ab. Nicht aus religiösen Gründen, sondern weil sie die Stigmatisierungen und Anfeindungen leid ist.

Thüringen: Junge Afghanin lebt in Arnstadt – doch etwas macht sie nachdenklich

Maryam kam im Jahr 2013 nach Deutschland. Über Eisenberg im Saale-Holzland-Kreis landete sie am Ende in Arnstadt. Dort lebt sie heute mit ihren zwei Kindern und ihrem Mann.

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Die 30-jährige Frau fühlt sich wohl in Thüringen. Gegenüber der „Thüringer Allgemeinen Zeitung“ (TA) berichtet sie aber von fremdenfeindlichen Situationen im Alltag. Dass sie in der Öffentlichkeit mit ihren Kindern persisch rede, komme gar nicht gut an.

Außerdem sei ihr Kopftuch anfangs ein Problem gewesen. „Ich hatte den Eindruck, die Leute sehen mich ständig an“, sagte sie der TA. Inzwischen trägt Maryam kein Kopftuch mehr. Die Blicke, die Anfeindungen - es wurde zu viel. „Ich fühle mich so wohler.“

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Junge Frau: „Als ich nach Deutschland kam, war ich allein“

Die junge Afghanin hat zunächst den Hauptschul- und dann den Realschulabschluss in Arnstadt nachgeholt. Es folgte das Fachabitur, mittlerweile studiert Maryam Soziale Arbeit an der Fachhochschule in Erfurt.

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Nach dem Studium möchte Maryam Sozialarbeiterin im Sozialamt werden oder anderweitig Ausländern helfen. „Ich möchte helfen, denn als ich nach Deutschland kam, war ich allein. Das war sehr schwierig für mich.“

Ausführlich berichtet die „Thüringer Allgemeine“. (fno)