Corona-Test für Ärzte und Pfleger kostenlos, doch SIE wurden übersehen: „Einfach vergessen“

Corona-Test in Thüringen: Eine bestimmte Berufsgruppe erhält keine kostenlosen Tests. (Symbolbild)
Corona-Test in Thüringen: Eine bestimmte Berufsgruppe erhält keine kostenlosen Tests. (Symbolbild)
Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Ärzte und Pfleger haben regelmäßig Kontakt zu potentiell infizierten Patienten und müssen daher regelmäßig selbst einen Corona-Test machen – für sie selbstverständlich kostenlos.

Gleiches gilt auch eine andere Berufsgruppe aus dem Gesundheitsbereich, doch sie müssen den Corona-Test nach wie vor selbst zahlen: Die Rettungskräfte. Und das könnte schon bald zum Problem werden.

Corona-Test: Sie haben regelmäßigen Patientenkontakt – doch den Test müssen sie selbst zahlen

Die Krankenkassen lehnten eine entsprechende Anfrage auf Kostenübernahme durch den DRK-Landesverband ab. Sie sehen sich derzeit dazu gezwungen, dieseabzulehnen, da es keine gesetzliche Grundläge dafür gebe.

Besonders bitter: Die neue Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums sieht zwar eine Übernahme der Kosten für Schnelltests für bestimmte Einrichtungen vor, ein Hinweis auf den Rettungsdienst fehle dort allerdings.

Einsatzfähigkeit des Rettungsdienstes in Gefahr

„Der DRK Thüringen ist alarmiert und sieht die Einsatzfähigkeit einzelner Rettungsdienste in Gefahr“, sagt Vorstandsvorsitzender Peter Schreiber. „Hier wiederholt sich der Vorgang, der bereits im Frühjahr zu beobachten war: Die Rettungsdienste wurden in der Verordnung einfach vergessen.“

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Das könnte zu Problemen führen, denn: „Der Rettungsdienst ist Bestandteil der kritischen Infrastruktur“, meint Schreiber. Seine Kollegen haben demnach berufsbedingt zu vielen Menschen Kontakt, auch aus besonders gefährdeten Personengruppen. Das vergrößert nicht nur ihr eigenes Ansteckungsrisiko, sondern eben auch das der Patienten. Um dem vorzubeugen, halte man sich an strenge Hygienevorschriften.

DRK hofft auch Einsicht in der Politik

„Dass die Rettungskräfte nun nicht durch die Testverordnung erfasst werden, ergibt keinen Sinn. Hier ist die Politik aufgefordert, schnell Abhilfe zu schaffen“, sagt Schreiber und hofft auf die Thüringer Landesregierung.

Das DRK Thüringen ist der größte Rettungsdienst im Freistaat. Insgesamt 21 Rettungsdienste betreiben 67 Rettungswachen, in denen über 1000 Notfall- und Rettungssanitäter sowie 95 Azubis beschäftigt sind. (vh)