Thüringen: Corona-Leugner wollen Kinder auf Schulweg ansprechen – Linke: “Außerordentlich niederträchtig“

Corona-Leugner wollen am Montag bundesweit gezielt Schüler ansprechen. Auch in Thüringen. (Symbolbild)
Corona-Leugner wollen am Montag bundesweit gezielt Schüler ansprechen. Auch in Thüringen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Thomas Vonier

Erfurt. Corona-Leugner wollen offenbar bundesweit vor Schulen mobil machen – auch in Thüringen.

Die selbsternannten „Querdenker“ wollen am kommenden Montag gezielt Schüler aus Thüringen auf dem Schulweg ansprechen, um mit ihnen über die Corona-Maßnahmen zu diskutieren und womöglich zu Rechtsverstößen zu verleiten.

Thüringen: Corona-Leugner wollen Schüler beeinflussen

Laut den Linken in Thüringen wollen die Corona-Leugner unter anderem unwirksame Masken mit dem„Querdenken“-Logo verteilen. „Es ist schon außerordentlich niederträchtig, wenn parallel zu steigenden Infiziertenzahlen Corona-Leugner mit solchen Methoden weitere Neuinfektionen in Kauf nehmen“, sagte die Linken-Abgeordnete Katharina König-Preuss.

Schüler und Eltern sollten sich davon nicht verunsichern lassen. „Schulen sind gut beraten, entsprechend zu sensibilisieren und aufzuklären“, so König-Preuss. „Spätestens wenn sich Kinder und Jugendliche bedrängt fühlen oder Corona-Leugner für ihre Aktionen auch Schulgelände betreten, sollte die Polizei kontaktiert und alle rechtlich gebotenen und zulässigen Mittel ausgeschöpft werden, diese in die Schranken zu weisen.“

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Statt Verschwörungstheoretikern auf den Leim zu gehen, gelte es vielmehr, sich in der Krise solidarisch zu zeigen, auch gegenüber all jenen, die unter besonderen Belastungen arbeiten oder lernen, so die Linken-Abgeordnete.

SPD Thüringen spricht von „niederträchtigem Spiel“

Auch die SPD-Fraktion im thüringischen Landtag lehnt die geplante Aktion entschieden ab. „Wir erwarten sowohl von den Schulen als auch den Sicherheitsbehörden die Sicherstellung, dass Kinder und Jugendliche nicht instrumentalisiert werden“, sagte Thomas Hartung, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, zu Thüringen24.

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„Außerdem erwarten wir , dass diese Menschen beim Kontakt zu anderen entsprechende Auflagen wie Maskenpflicht und Abstandsregeln einhalten und ein entsprechendes Eingreifen der Behörden, sollten Kinder und Jugendliche durch Nichteinhaltung der Hygieneregeln gefährdet werden. Kinder und Jugendliche müssen dabei sowohl vor Infektionen, aber auch vor Einflussnahme geschützt werden“, so Hartung.

Selbst wenn die Anti-Corona-Aktion nur ein Fake sein sollte, sei es immer noch ein niederträchtiges Spiel mit der Sicherheit und Unversehrtheit von Kindern und Jugendlichen. Daran sei auch nichts schönzureden.

Grüne verurteilen „Querdenker“-Aktion aufs Schärfste

Auch die Grünen verurteilen die von Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern geplanten Aktionen vor Thüringer Schulen aufs Schärfste. Es sei unverantwortlich, in einer ohnehin schon schwierigen Pandemiesituation, Kinder und Jugendliche mit gefährlichen Verschwörungstheorien weiter zu verunsichern, so Astrid Rothe-Beinlich, Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion.

„Es bleibt zu hoffen, dass auf diesem Wege keine weiteren Ansteckungen passieren und sich unsere Schulen immun gegen derartige Verdummungsversuche zeigen“, sagte Rothe-Beinlich.

CDU: Corona-Leugner gefährden öffentliche Gesundheit

Thüringens CDU-Chef Christian Hirte teilte auf Nachfrage mit, dass Deutschland zwar eine pluralistische Gesellschaft ist. Und das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie die Möglichkeit, staatliches Handeln zu hinterfragen, sei ein hohes Gut.

„Doch wer die Gefahr durch Corona leugnet oder die Maßnahmen der Bundesregierung nicht anerkennt, gefährdet die öffentliche Gesundheit“, so Hirte.

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„Entscheidend ist, immer wieder über die Gefahren der Corona-Pandemie aufzuklären und so die Akzeptanz für die geltenden Maßnahmen zu schaffen“, sagte der CDU-Politiker. Damit könne man verhindern, dass solche Gruppen mit ihren gefährlichen Botschaften auf offene Ohren stoßen.

Bildungsministerium Thüringen: Notfalls Hausrecht durchsetzen

Das Bildungsministerium von Thüringen hat Hinweise auf die geplante Aktion der Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker, aber keine Kenntnis über konkrete Pläne. Es überschreite jede Grenze, wenn Kinder und Jugendliche in die Auseinandersetzungen der Corona-Leugner einbezogen würden, sagte ein Ministeriumssprecher der „TLZ“.

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Aktionen dürften auf keinen Fall auf dem Schulgelände stattfinden, im Fall der Fälle müssten Schulleiter von ihrem Hausrecht Gebrauch machen. (ck)