Gotha: Diese Straßennamen sorgen für hitzige Diskussionen – aber er soll bleiben!

In Gotha gibt es Ärger über zwei Straßennamen. (Symbolbild)
In Gotha gibt es Ärger über zwei Straßennamen. (Symbolbild)
Foto: imago images

Gotha. Vermutlich verlaufen durch nahezu jede Stadt in Thüringen eine Bahnhofs- und eine Hauptstraße. So auch in Gotha, auch wenn man für Letztere bis nach Sundhausen fahren muss.

Nicht so für die „Mohrenstraße“ und den „Mohrenberg“. Die liegen zentrumsnah – und sorgen wegen ihres Namens für Aufregung. Sind diese Namen rassistisch und müssen sie umbenannt werden? Darüber hat der Stadtrat jetzt eine Entscheidung gefällt.

Gotha/Thüringen: Straßenname sorgt für Irritation – das ist der Grund

Mehrere Anfragen zu diesem Thema hat Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) aus ganz Deutschland bekommen, berichtet die „Thüringer Allgemeine“.

Der Grund dafür: Laut Duden stammt der Begriff „Mohr“ aus dem mittel- und althochdeutschen und leitet sich vom lateinischen „Maurus“ ab. Das bezeichnete einen dunkelhäutigen Bewohner von Mauretania, ein Gebiet, das etwa dem heutigen Marokko entspricht.

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Die Nutzung des Wortes in diesem Zusammenhang stuft der Duden als „veraltet, heute diskriminierend“ ein.

So entscheidet der Stadtrat in der Namensfrage

Das gab den Anlass, die Thematik im Stadtrat zu diskutieren. Dass sich die meisten Abgeordneten dabei für die Beibehaltung der Namen ausgesprochen haben, dürfte eng mit den verblüffenden Ergebnissen des Stadthistorikers Alexander Krünes zusammenhängen.

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Der hat sich in den Archiven der Stadt schlau gemacht und herausgefunden, dass die beiden Namen keinen kolonialistischen Hintergrund haben und deswegen auch nicht mit der Duden-Definition in Zusammenhang stehen.

Viel mehr leite sich der Name vom heiligen Mauritius ab, der nach der Legende im 3. Jahrhundert nach Christus in Ägypten geboren wurde.

Beliebte Figur – nicht nur in Gotha

Die Figur wurde ab den 1660er Jahren unter anderem bei der Altar- und Wappengestaltung populär und ist außerdem auf diversen Münzen aus der Gegend zu finden. >> Weitere Details erfährst du bei der „Thüringer Allgemeinen“ (vh)